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Skulpturenpark Lamprechtshausen

Keilstein-Geschenk-Skulpturen | Untersberger Marmor

Es war das Jahr 2009, als sich die Flachgauer Gemeinde Lamprechtshausen über ein wahrlich schweres Geschenk freuen durfte. Der damalige Bürgermeister Ing. Hans Grießner konnte dem Angebot des ortsansässigen Künstlers Erwin Schleindl und der Stadt Salzburg nicht widerstehen, die Steinplastiken für den am Kirchenplatz neu zu errichtenden Gemeindeskulpturenpark anzunehmen.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Erwin Schleindl hat der Gemeinde zusätzlich auch noch einen Gedenkstein an die NS-Zeit geschenkt. Seit dieser Zeit dürfen sich die Gemeindebürger an den zahlreichen Steinplastiken im Ortszentrum erfreuen. Eine offizielle Eröffnung des “Skulpturenparkes” gab es nie, sie ist damals dem verheerenden Hagelunwetter vom Juli 2009 zum Opfer gefallen.

Als ich vor Jahren einmal den Herrn Bürgermeister auf dieses “Privatmuseum” angesprochen habe, meinte er: “Ich weiß schon, moderne Kunst polarisiert. Das ist nun einmal so, damit kann ich leben.” ___STEADY_PAYWALL___

Ich für meinen Teil bin ein großer Fan von Kunst im öffentlichen Raum. Es ist mir schon klar, dass nicht alles jedem gefallen kann, muss es auch nicht. Kunst sollte zum Nachdenken anregen, aufregen, Diskussionen fördern, Missstände aufzeigen, erinnern.

Kunst in den eigenen 4 Wänden hat einen anderen Anspruch, die muss nur mir gefallen. Es kann aber nicht sein, dass der öffentliche Raum, quasi mein “öffentliches Wohnzimmer” mit diversen Geschenken voll geräumt wird. Diese Feststellung hat nichts mit den Werken von Erwin Schleindl zu tun.

Es ist erfreulich, wenn die Kunst im öffentlichen Raum gefördert wird. Man sollte aber darüber nachdenken, ob es nicht besser wäre, beispielsweise die Plastiken im “Skulpturenpark” alle 10 Jahre auszutauschen. Ein Kuratorium aus der Gemeinde könnte einen Künstler vorschlagen. Die Auswahl der Kunstwerke muss ja nicht der jeweilige amtierende Bürgermeister auf sich nehmen.

Irgendwo im Dorf ließe sich sicher auch ein Museum der angekauften Werke organisieren. Am Kirchenplatz hätte der Wechsel nur Vorteile.

Man könnte neben den Arnsdorfer “Stille-Nacht-Aktivitäten” und dem Weidmoos auch noch einen Lamprechtshausener Skulpturenpark bewerben.


NS-Mahnmal der Radiofabrik schwer beschädigt

Denkmal „Niemals Vergessen“ erinnert seit 2010 an das Zigeunerlager Maxglan

Unbekannte haben am Wochenende das Denkmal „Niemals Vergessen“ in Leopoldskron-Moos umgerissen und schwer beschädigt. Das Denkmal wurde von der Radiofabrik 2010 im Rahmen eines EU-Projekts zur Aufarbeitung des NS-Anhaltelagers für Roma und Sinti auf Stadtgrund errichtet.

Ein Anrainer meldete am Samstag dem 29. Februar 2020 die Beschädigung. Nach Begehung konnte der Sturm letzte Woche als Ursache ausgeschlossen werden: die Skulptur wiegt mehrere 100 Kilogramm, der daneben stehende Baum ist intakt. Die Tat wurde inzwischen zur Anzeige gebracht.

Die Radiofabrik engagiert sich langjährig für die NS-Erinnerungskultur in Salzburg. Seit 2012 wird mit den Hörstolpersteinen – analog zu den Stolpersteinen im öffentlichen Stadtraum – mit kurzen Hörbildern im Programm NS-Opfern gedacht.

(öffnet in neuem Tab)”>Hörmahnmal>

Eine Presseaussendung der Radiofabrik


Andau

Andau. Wie Kunst am Fluchtweg siecht.

Die rund fünf Kilometer lange Allee von Andau zur Brücke von Andau, über die 1956 über 70.000 UngarInnen nach Österreich flüchteten, ist auch heute noch imposant.

Rochus Gratzfeld

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg & Sarród

Entlang der Allee errichtete eine Kunstinitiative Installationen und Skulpturen, die an das Ereignis erinnern. Ihr Verfall im Zeitablauf war Teil des Projektes, welches 1996 auf Grund von Geldmangel eingestellt wurde.

24 Jahre haben an den Kunstwerken ihre Spuren hinterlassen. Der Zerfall dominiert. Was noch übrig ist, beeindruckt.

https://www.derstandard.at/story/3349120/andau-wie-die-kunst-am-fluchtweg-siecht

Was
mich betroffen macht: Andau verzichtet auf jede Form der erläuternden
Beschreibung entlang der Allee. Ein Informationsstand zerfällt der Kunst
gleich. Die Chance, hier junger Kunst die Möglichkeit zeitgenössischer
Erinnerung zu geben, bleibt ungenutzt. Überhaupt liegt der Verwesungsgeruch des
hiesigen Desinteresses über der Allee. Warum ist das so? Geldmangel – wo sich
reiche Gemüsebauern und Winzer tummeln? Glaub ich nicht. Desinteresse an Kunst,
an Erinnerung, an dem Thema Migration? Glaub ich! Dazu passen Soldaten, die ich
ihren Assistenzdienst absolvierend durch den Ort streifen sehe. Was für eine
Skurrilität.

Schade. Denn Andau verpasst, sich ein verbindendes Profil zu geben. Verpasst die Errichtung einer neuen Brücke. Einer Kunstbrücke zwischen gestern und heute. Weit über Gemüse, Wein und Riesentrappen hinaus.


Dorfzeitung.com


Kunst Bananen

Modern BananenART

Maurizio Cattelan hat auf der Art Basel in Miami Beach eine Banane > ausgestellt. Sie war mit einem silbrigen Klebeband an einer Ausstellungswand befestigt und wurde für 108.000$ verkauft.

Um die Banane vor dem Verderb zu retten, hat sie Künstlerkollege David Datuna kurzerhand verspeist. Das kann essbaren Kunstwerken passieren. Der Preis für das gute Stück könnte wahrscheinlich mindestens 81 Michelin-Sterne aufwiegen.

Ich habe für die Dorfzeitung sofort ein Kilogramm BIO-Bananen gekauft und werde sie so nach und nach der Öffentlichkeit präsentieren. Im Lagerhaus habe ich schon ein passendes Tape organisiert.

Wenn sich einige Käufer fänden, hätte die Dorfzeitung auf ewig ausgesorgt und müsste sich nicht mit einer Paywall herumärgern.

Bananen in der Dorfzeitung >


Marktweiber

Seekirchner Marktweiber

In der Wallerseestadt Seekirchen wurde vor einigen Jahren eine sogenannte Bewegungszone > eingerichtet. Ein Dorfbrunnen und einige nichtkommerzielle Sitzplätze laden zum Verweilen ein.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Auf einer der Steinbänke neben dem Brunnen findet man die Marktweiber. Es sind dies zwei sehr schöne Metallplastiken, die Frauen darstellen, die sich auf einen Tratsch nach dem Einkaufen beim Dorfbrunnen getroffen haben. Das ist eine mögliche Deutung. Es kann aber auch heißen, hier trifft man sich, um gemeinsam an der frischen Luft Zeit zu verbringen. Die vorbeigehenden Menschen sollen animiert werden, sich hin zu setzen.

Ich für meinen Teil mag Dorfbrunnen und schätze auch Kunst im öffentlichen Raum. Bemerkenswert in Seekirchen ist, dass man nirgends eine Tafel finden kann, wer die beiden Plastiken geschaffen hat.

Neugierig wie ich bin, habe ich dann eine Email an das Stadtamt geschickt und eine Woche später dort auch angerufen. Man werde sich darum kümmern und sich melden, hat es dann geheißen. Das war vor einem Monat.

Es ist mir schon klar, dass es Wichtigeres zu tun gibt. Mann/ Frau kann auch etwas vergessen. Trotzdem, der Bezug zur Kunst im öffentlichen Raum scheint in Seekirchen eher bescheiden zu sein.

Vielleicht weiß ja einer unserer Leser, von wem die beiden Plastiken sind und hat die Muse, es in einem Kommentar dazuzuschreiben. 🙂


Dorfzeitung.com


Friedensweg Stille Nacht

Der Stille-Nacht-Friedensweg

Im Rahmen der “Stille-Nacht-Landesausstellung 2018” entwickelten die Flachgauer Gemeinden Lamprechtshausen, Göming, Laufen und Oberndorf auch einen Friedensweg. Es wird der Weg, den Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber einst gegangen sind, nachgezeichnet.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Interessant sind vor allem die Metallplastiken, die in den 4 Orten aufgestellt wurden. Gewählt hat man Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern. Moderne Kunst hat im öffentlichen Raum Platz gefunden, das ist eine schöne und bemerkenswerte Entwicklung.

Leider handelt es sich beim Stille-Nacht-Friedensweg um keinen Rundwanderweg, am sinnvollsten sind die knapp 6 km mit einem Fahrrad zu bewältigen.

Lamprechtshausen – Arnsdorf

Das “Kreuz des Friedens” befindet sich am Ortsausgang von Arnsdorf in Richtung Gunsering/ Göming und stammt von der Lamprechtshausener Künstlerin Christiane Pott-Schlager. An einer gedrehten Metallsäule befindet sich als Querbalken eine weiße Schriftrolle aus Metall, in die in mehreren Sprachen das Wort Frieden geschrieben wurde.

Göming

Zwischen dem Gemeindeamt und dem Hellbauerhaus findet man die Plastik “Die Unschuld” des Wiener Künstlers Rudolf Schmidt. Gegossen wurde die Skulptur vom Göminger Metallgießer Friedrich Beck.

Laufen

Eine vier Meter hohe Stele mit dem Namen “Entwicklung”, geschaffen vom Burghausener Künstler Hermann Böhm, ragt in Laufen in den Himmel. Das Kunstwerk steht unweit des Rathauses, von wo aus man einen schönen Blick auf die Salzach, den Europasteg, die Kalvarienberggruppe und den ehemaligen Oberndorfer Schiffervorort Altach hat.

Oberndorf

Zwischen dem Stille Nacht Museum und der Stille Nacht Kapelle befindet sich eine Plastik mit dem Namen: “Die drei Stille-Nacht-Gemeinden tragen die Friedensbotschaft in die Welt hinaus!” 3 stilisierte Engel tragen die Weltkugel auf den Schultern, so interpretiert die Adneter Künstlerin Gabriela Struber-Edmayer die Botschaft des weltberühmten Weihnachtsliedes.

Der Friedensweg ist auf jeden Fall einen Besuch wert. In Oberndorf wird die Metallplastik sehr gut mit einer erklärenden Infotafel präsentiert. In allen anderen Gemeinden fehlt der Hinweis auf den oder die Künstlerin. Der Standort in Göming gleich neben dem Gastgarten ist zu hinterfragen. Eine Informationsbroschüre zum Friedensweg wäre wünschenswert.



Eine kleine Slackline Tänzerin von Christof Paulowitz, St. Georgen

Eine kleine Slackline-Tänzerin

Die Bronze-Skulptur von Christof Paulowitz steht seit 2016 am Gelände der Volksschule und Bibliothek in Obereching in der Flachgauer Gemeinde St. Georgen.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Am einfachsten findet man die Plastik, wenn man zu Fuß durch den Friedhof bei der Filialkirche zur Heiligen Maria in Obereching in Richtung westlichem Ausgang zur Volksschule geht. Man sieht sie schon, wenn man auf das Tor zugeht: Ein junges Mädchen mit einer Pferdeschwanzfrisur, T-Shirt und Röhrenhosen versucht, in Ballarina-Schuhen auf Slacklines das Gleichgewicht zu halten. Der Sinnspruch des Werkes ist: Im Leben das Gleichgewicht finden.

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Getragen wird das grazile Mädchen von einem unterbrochenen Betonsockel mit Bronzezylinder und drei Bronzeringen darüber, die die Form einer Weltkugel darstellen. Am Bronzezylinder findet man den Titel der Plastik, den Sinnspruch die Namen der Künstler, Christof Paulowitz (Skulpteur) und Peter Wiener (Gießer) sowie die Jahreszahl der Errichtung (2006).

Zur Bronzefigur eines etwa 10-jährigen Mädchens verhalf mir meine Enkelin Luisa. Durch sie konnte ich Haltung, Kleidung und Frisur festlegen. Motivation für dies Skulptur waren Gedanken zur Bewahrung des seelischen und körperlichen Gleichgewichtes im Leben. Auch mit den kleinen Mädchenfingern und mit ausgebreiteten Armen wird das Gleichgewicht gehalten. Vorsichtig, Fuß auf Fuß auf das Slacklineband setzend und mit achtsam gesenktem Blick bewältigt das Kind sein Vorhaben.

Gerade für einen Heranwachsenden ist es wichtig, konzentriert in ganz kleinen Schritten tastend und suchend, das schmale Band des richtigen Weges zu finden. Das Standbein langsam entlasten, auf den vorgesetzten Fuß immer mehr Gewicht verlagern, sich zügig vorwärts bewegen und dabei nicht abstürzen, so sollte das Leben gelingen.

Christof Paulowitz

Christof Paulowitz in der Dorfzeitung

St. Georgen: Probleme mit dem Hl. Florian >
Christof Paulowitz zum 60igsten Geburtstag >
Christof Paulowitz – Ausstellung Lebenswerk – Siglhaus >


Eine kleine Slackline Tänzerin von Christof Paulowitz, St. Georgen

Zeitgenössische Kunst im Dorf

In vielen Dörfern werden im öffentlichen Raum Kunstwerke präsentiert. Dabei handelt es sich oft um Brunnen, aber auch um Skulpturen auf Plätzen und vor Gebäuden.

Starten werden wir in der kommenden Woche mit der Metallplastik: “Eine kleine Slackline-Tänzerin von Christof Paulowitz >, St. Georgen”, die vor der öffentlichen Bibliothek bei der Volksschule in Obereching steht.

Alle Beiträge sind mit #denkMAL getagt. Ausgesucht, beschrieben und fotografiert werden die “Sehenswürdigkeiten” von Karl Traintinger.


josef thorak

Josef Thorak in Salzburg

Dieser Tage war ich wieder einmal im Kurgarten in der Stadt Salzburg und habe mir das Paracelsus-Denkmal von Josef Thorak angeschaut. Beim Betrachten der Plastik geisterten so manche Gedanken durch den Kopf.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Ja, er war einer der bedeutensten Künstler in der Zeit des Nationalsozialismus und die Gräuel dieser Zeit sind unbestritten. Ob es in der Mozartstadt Salzburg eine Straße, auch wenn sie nur 230 Meter lang ist, braucht, die nach ihm benannt wurde, ist kritisch u hinterfragen. Bemerkenswert ist, dass der Beschluss zur Namensgebung erst 1963 gefasst wurde. Wünschenswert wäre wenigstens eine Informationstafel zum Künstler (bei den Plastiken und bei der Straße), dann könnte man sich die Diskussionen um den Straßennamen wohl sparen. Am schlechtesten ist die jetzige Situation, indem man einfach nichts tut.

Thorak ist ja nicht der einzige Künstler, der eine schwierige Vergangenheit hat und den Salzburg einmal geehrt hat. Mir fällt dabei zum Beispiel ein bekannter Dirigent ein. Der erste Schritt zur Vergangenheitsbewältigung sollte wie bereits erwähnt, die umfassende Information zur Lebensgeschichte dieser Personen sein.

josef thorak

josef thorak

josef thorak

Die Freiheit der Kunst ist wichtig, solange es sich um eine wirkliche Freiheit handelt. Es wird schwierig, wenn Künstler sich soweit anpassen, dass sie mit Wohlwollen der regierenden Obrigkeit ihren Egoismus ungehemmt ausleben können. Und das um jeden Preis. Obwohl, Kunstschaffen und politische Gesinnung oder/ oder Willfährigkeit sind 2 unterschiedliche Ansatzpunkte der Diskussion.

Weiterführende Info:
Die Gott-Begnadeten-Liste >
Josef Thorak >
Im Schatten der Mozartkugel >


Kunst im öffentlichen Raum - Stuttgart

Calder: “Crinkly avec disque rouge” (1973)

Wie in vielen anderen Städten, kann man auch in Stuttgart Kunst im öffentlichen Raum finden. Diese Stahlplastik von Alexander Calder (1898-1976) steht an sehr prominenter Stelle direkt vor dem Kunstmuseum am Schlossplatz.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Alexander Calder wurde am 22. Juli 1898 in Lawton/Pennsylvania geboren und verstarb am 11. November 1976 in New York. Einige Jahre hat er in Paris gelebt und er war zeitlebens vom Zirkus fasziniert.

Ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit des studierten Ingenieurs war die Kombination von Bewegung und Statik. Auf diese Weise entstanden beeindruckende Mobiles, die genau diese beiden Eigenschaften verbanden.

Alexander Calder: Crinkly avec disque rouge, 1973

Wenn alles klappt, ist ein Mobile ein Stück Poesie, das vor Lebensfreude tanzt und überrascht, so Alexander Calder.

Alexander Calder: Crinkly avec disque rouge, 1973


Paola PIVI A HELICOPTER UPSIDE DOWN IN A PUBLIC PLACE

Kontracom-Festival in Salzburg 12. 5. – 16. 7. 06

Vor einigen Tagen habe ich beim Sortieren meiner alten Fotos die Bilder zu diesem Festival gefunden. Es war schon ein heftiger Aufreger damals, als am Residenzplatz ein auf den Rotorblättern liegender Hubschrauber als Kunst bezeichnet wurde.

Karl TraintingerVon Karl Traintinger

Der Besucheransturm zu Kontracom war sehr groß, diesen “Blödsinn” wollten alle sehen. Max Hollein und Tomas Zierhofer-Kin waren für das künstlerische Konzept des Festvals verantwortlich.

Die teilnehmenden Künstler sollten sich mit dem Stadtkern auseinandersetzen und ihre Werke daraus entwickeln. Barockes Salzburg versus zeitgenössische Kunst, ist das ein überbrückbarer Widerspruch?

Sollte Kunst nicht auf jeden Fall aufregen? 

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Die präsentierten Projekte waren sehr unterschiedlich, wie die folgende Beispiele zeigen: Jonathan Meese – Mythenkanal Neutortunnel, Hans Schabus – Bauzaun quer durch den Mirabellgarten, Ayse Erkmen – drei bunte Kugeln zwischen zwei Häusern am Alten Markt, Olaf Nicolai – Studierende des Mozarteums fertigten Straßenmalereien an, Michael Sailstorfer Spiegelplastik auf der Mirabellgarage, Christoph Büchel – Bürgerbegehren für eine kunstfreie Innenstadt, Paola Pivi – verkehrter Hubschrauber am Residenzplatz. Wem ist das 11 Stundenziffernblatt am alten Rathausturm wirklich aufgefallen?

Weitere Informationen:
kunst aspekte – Kontacom 06 Pressemitteilung >
artmagazin – Contemporary.Festival.Salzburg: Beim Kunst-Teil des Salzburger Kontracom-Festival ist … Alles da >
ORF Salzburg – Umgedrehter Hubschrauber Anlass für Streit >
Der Standard – Kulturstreit um Helikopter zu Mozarts Füßen >
Der Standard – Salzburg: Bürgerbegehren nach Kontracom-Festival in Sicht >
Siegwulf Turek – Salzburg bleibt Provinz >
Der Stadard – Künstlerische “Besetzung” öffentlicher Räume >
Kontracom – Salzburg – Wiki | Künstler-Aktivist Jürgen Fux >


Wald will Kunst - Rochus Gratzfeld

WALDwillKUNST

Sarród ist ein kleines Dorf in Ungarn, gelegen nahe dem Neusiedlersee. Als der seine größte Ausdehnung hatte, war Sarród einstmals ein Ort mit Hafen. In den Zeiten des „Kalten Krieges“ – unter Kontrolle der damaligen Sowjetunion – wurde der Ort von der Landkarte gelöscht. Sollte einfach nicht vorhanden sein. Zu nahe an Österreich. Zu verlockend als Ausgangspunkt für eine Flucht in den Westen.

Rochus Gratzfeld: salzburgANDERS

Von Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród

Heute ist Sarród ein vergleichsweise wohlhabender Ort. Gelegen im Viereck Wien – Sopron – Györ – Bratislava. Viele Österreicherinnen und Österreicher haben sich hier einen Zweitwohnsitz geschaffen. So auch wir.

Kunst und Kultur haben in Ungarn einen hohen Stellenwert. Wenngleich deren Inhalte regimebedingt einem stetigen Wandel unterworfen waren und sind. Dennoch. Jede Stadt sowieso und sogar jedes Dorf haben ein kulturelles Zentrum, bieten nicht nur Volkskunst. So finden beispielsweise in Sarród in jedem Sommer Kunstwochen statt, die zu den unterschiedlichsten Themen Workshops für junge und weniger junge Interessierte anbieten.

Meine Frau, Sonja Schiff, und ich, beide sind wir kunstinteressiert und kunstschaffend. Neben der eigenen Kunst hat es uns seit unserem Miteinander immer interessiert, anderen Künstlerinnen und Künstlern Raum zu bieten. So gründeten wir in Salzburg die WANDERGALERIE. Sie sollte leerstehende Gebäuden zu Leben auf vorgegebene Zeit erwecken. Ein Höhepunkt war die Organisation und Veranstaltung eines Streetart-Events in einem Abbruchhaus in Elisabeth-Vorstadt. Schließlich scheiterten wir aber an den Auflagen der Stadt, die wir weder erfüllen konnten noch wollten. So gehört die WANDERGALERIE der Vergangenheit an.

WALDwillKUNST

Nun gut. Was lag näher, als unseren Streckhof nebst dazugehörigem Wäldchen zu einem Ort der temporären Kunstpräsentation aufzubauen. In diesem Sommer haben wir damit begonnen. Mit Erfolg, aus unserer Sicht und Wohl auch aus Sicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aus Sicht der Besucherinnen und Besucher. Wichtig war es uns, zum Auftakt eine bunte und internationale Mischung von Künstlerinnen und Künstlern zur Teilnahme motivieren zu können. So präsentierten dann folgende Künstlerinnen und Künstler bei uns ihre Werke:

Barbara Ambrusch-Rapp, Villach
István Bessenyei, Sarród
Sári Ember, Budapest
Rochus Gratzfeld und Michaela Gründler, Salzburg und Sarród (Gemeinschaftsarbeit)
Rochus Gratzfeld, Salzburg und Sarród
Helmut Krenn, Salzburg
Sabine Kristman-Gros, Landau
Bernhard Meyer, Darmstadt
Sonja Schiff, Salzburg und Sarród
Ronni Zettner, Saltillo México

Unterstützt wurden wir bei Vorbereitung und Durchführung von der jungen Kunsthistorikerin Orsolya Mácsadi aus Sopron, die auch alle Übersetzungsarbeiten ehrenamtlich erledigte.

Einen Eindruck von den Werken und der Veranstaltung vermitteln die Fotos (Alle Fotos Rochus Gratzfeld und Orsolya Mácsadi.)

WALDwillKUNST 2018

In 2018 wird WALDwillKUNST fortgeführt. Im Juli oder August. In Sarród. Ein Termin steht noch nicht fest. Künstlerinnen und Künstler können sich wie folgt einbringen:

– Malerei, Zeichnungen
– Fotografie, Fotografik
– Installationen
– Objekte
– Skulpturen (Stahl, Stein, Holz, Ton)
– Lesungen
– Musik, Gesang
– Tanz
– Performance

Ganz besonders freuen würden wir uns über Beiträge von Menschen mit Migrationshintergrund und von Roma und Sinti.
Möge es gelingen!


Dorfzeitung