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Wahrlich ein Dorf im Ausnahmezustand jedes Jahr zu Pfingsten – der kleine Ort Holzhausen in der Gemeinde Teisendorf. Das ganze Dorf rüstet sich schon wochenlang für eine der größten Brauchtumsveranstaltungen im südostbayerischen Raum.

Rosi Fürmann

Von Rosi Fürmann

Nicht nur eines der größten Brauchtumsfeste darf sich der Leonhardiritt nennen, sondern mit einer inzwischen knapp vierhundertjährigen Geschichte – erstmals erwähnt 1612 – gehört er zu den tief in der Bevölkerung verwurzelten Festen.

Eine Zeit besondere Festwägen beim Leonhardiritt in Holzhausen rief Kaplan Spitzl in den Jahren seines Wirkens in Teisendorf (1945 bis 1950) ins Leben. Er setzte sich in den Kopf, von all den Ortsteilen rund um Teisendorf nach dem Vorbild der Pferdewallfahrt von Bad Tölz je einen Motivwagen gestalten zu lassen.

Teils murrend, jedoch mit viel Eifer folgten die Bewohner dem mit Nachdruck zum Ausdruck gebrachten Aufruf, gestalteten wunderschöne Wägen nach den Vorgaben des Geistlichen und führten diese nicht ohne Stolz und unter der Bewunderung der Zuschauer beim Leonhardiritt mit.


Rosi Fürmann

Von Rosi Fürmann

Teisendorf – bei sprichwörtlich weiß-blau-bayerischem Himmel stellte der Trachtenverein D’Raschenberger Teisendorf auf dem Marktplatz den Maibaum auf, tatkräftig unterstützt von den Maibaumdieben aus Thundorf-Straß und mit schneidigen Tänzen – und Plattlern der Trachtenkinder und -Jugend.


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300 Stufen führen auf einem schmalen Weg hinauf auf die 145 m über den Talgrund gelegene Pankrazkirche auf dem Pankrazfelsen hoch über Karlstein. In der frühlingshaften Sonne schaut die prachtvolle Kirche hinab auf den Talkessel von Bad Reichenhall.

rosa02SEVon Rosi Fürmann

Beherzten Bauern verdankt sie es, dass sie nach wie vor in ihrer Einmaligkeit heruntergrüßen kann: Anfang des 19. Jahrhunderts sollte sie wegen Baufälligkeit der Spitzhake zum Opfer fallen, entschied vorschnell der damalige Reichenhaller Dekan .

Durch die Hartnäckigkeit der Bauern, die sich entschieden gegen den Abriss wehrten, nahm eine Kommission das Bauwerk in Augenschein und konnte keine Baufälligkeit feststellen und der Abbruch unterblieb.


Stoißeralm auf dem Teisenberg – ab sofort wieder geöffnet! Drei Frauen sind es, die für eine Saison ihren Beruf mit dem Alltag einer Sennerin tauschen wollen.

rosa02SEVon Rosi Fürmann

Auf Anhieb verstehen sie sich beim ersten Treffen prächtig, obwohl sie sich bis jetzt nicht kannten und freuen sich auf ihre Zusammenarbeit für die nächsten Monate auf der Stoißeralm auf dem Teisenberg (1275 m). Sie wissen um die verantwortungsvolle Aufgabe, die sie gemeinsam übernehmen werden und freuen sich auf ein lustiges Beisammensein in Arbeit und Freizeit, wie sie einhellig bestätigen.

Und sie haben eines gemeinsam: Sie wollen viele nette Leute kennenlernen, viel Schönes erleben und viel Erfahrung sammeln in diesem nicht alltäglichen Beruf.


Rosi FürmannDie Teisendorferin Rosi Fürmann wird in Zukunft über kulturelle Aktivitäten und mehr aus dem Rupertiwinkel berichten. Das Dorf freut sich auf die Beiträge und Fotos! (kat)


Bis in den Anfang des 19. Jahrhunderts lässt sich der Torfabbau im Ainringer Moor zurückverfolgen. Vorwiegend Bauern lieferten in harter Arbeit Brenntorf an die Saline in Bad Reichenhall, die Kalkbrennerei Ebner in Rott und an die Hufeisenfabrik in Hammerau.

rosa02SEVon Rosi Fürmann.

Arbeitslosigkeit nach dem Ersten Weltkrieg und knappes Brennmaterial veranlasste die Staatsregierung 1920 zu einer Art Notstandsprogramm mit der Gründung der Bayerischen Landestorfwerke.

Großflächige Rodungen am Nordrand des Moores 1920 – 1921 beginnend weiteten sich mit den Torfstichen immer weiter nach Süden aus. Seit den 1990er Jahren dürfen sich nach intensiven Frästorabbau die ersten Flächen renaturieren und es entwickelte sich ein in kürzester Zeit ein artenreicher Lebensraum mit ganz spezifischer Tier- und Pflanzenwelt.

Info:
Rosi Fürmann


Der Schönramer Filz ist ein renaturiertes Hochmoor, das zwischen dem Abtsdorfersee und dem Wagingersee liegt. Auf zahlreichen Schautafeln kann man die Geschichte des Moores, den Abbau und den Weg der Renaturierung nachlesen. Es fehlt auch nicht der Hinweis auf die Zwangsarbeiter im 2. Weltkrieg und das Barackendorf.

Ich besuchte den Schönramer Filz am letzten Sonntag im Oktober spätnachmittags und war von der berauschenden, zum Teil wildromantischen Landschaft im herbstlichen Streiflicht beeindruckt. So nach und nach zogen Wolken auf, die Stimmung wurde immer dramatischer, und ich versuchte das Ganze mit getönten Schwarzweißfotos einzufangen. (KTraintinger)


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