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Innenminister Sobotka möchte das Hitlerhaus abreißen, hört man, jeder Zusammenhang zu Adolf Hitler muß verschwinden. Ganz und gar.

Ein Supermarkt wäre gut, oder ein Würstelstand, berichten gewöhnlich gut informierte Kreise aus der Bundeshauptstadt.

Wahrscheinlich geht die Enthitlerisierung soweit, daß in den Braunauer Würstelbuden bald keine braunen Frankfurter mehr verkauft werden dürfen, sondern nur mehr weiße Münchner, vielleicht noch ganz helle Augsburger, auf keinen Fall aber dunkelbraune Nürnberger Rostbratwürste oder rostigbraune Burenhäuteln.

Der braune Estragonsenf vom Mautner-Markhoff wird womöglich durch eine hellgelbe Mayonaise ersetzt werden müssen oder durch die rote, bundesdeutsche Currywurstsauce.

Oder es werden überhaupt nur noch Kebapstände und Mr. Wongs Asia Noodles zugelassen werden, wer weiß das schon.

Aus Wien kommen immer wieder einmal die abstrusesten Anordnungen und Erlässe, das war schon immer so. Über das mögliche “Haus der Verantwortung” hört man zur Zeit eher sehr wenig bis gar nichts, auch wenn in Innsbruck immer wieder Befürworter nominiert werden.

Infos zum Hitlerhaus in der Dorfzeitung:
Andreas Maislinger: Was würden Sie mit dem Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau am Inn machen?
Norbert Mappes-Niediek: Entnervt – Debatte um Hitlers Geburtshaus will nicht enden
Cathrin Kalweit: Sein Haus
Andreas Maislinger: Franz Jägerstätter und die Juden (in der Bibel und während des Nationalsozialismus)
Andreas Maislinger: Arbeitserziehungslager und Zigeuneranhaltelager Weyer (Innviertel)
Theater Holzhausen: Heinz R. Unger – Zwölfeläuten
Theater Holzhausen: Jägerstätter – kritisches Theater in Holzhausen
Buchtipp: Ludwig Laher – Herzfleischentartung
Fotos: Karl Traintinger dorfbild.com


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Fritz Neugebauer geht in Pension. Auf die Frage, wie das mit dem Betonieren so ist, hat der scheidende oberste Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer einmal gemeint: “Beton is a guater Werkstoff!” Betonieren war auch die für ihn so typische Taktik  als Verhandler der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, wenn es um irgendwelche Veränderungen ging.

Ihm haben wir es wahrscheinlich zu verdanken, dass der östereichische Staat mit einer schlanken und effizient arbeitenden Beamtenschaft ausgestattet ist und auch der Lehrkörper seinesgleichen in Europa sucht. Viele Bereiche in der Verwaltung sind “wie in Beton gegossen” und da und dort kann man durchaus von unverwüstlichen, reformresistenten Gebilden sprechen.

Man darf gespannt sein, wie seine Nachfolger mit den Betonrelikten umgehen werden. Tatsache ist, dass die Flaktürme aus Beton in Wien, die vor über 70 Jahren errichtet wurden, noch immer stehen! (kat)


Nach längeren Diskussionen und einer immer maroder werdenden Landeskasse hat sich die Salzburger Landesregierung nun doch zu einer neuen Form der Wohnbauförderung im Land durchgerungen. Man hat sich ab sofort von den großzügigen Geldspenden abgewandt und setzt in Zukunft mehr auf individuell angepasste Sachspenden, berichten gewöhnlich gut informierte Kreise aus dem Chimeseehof.

Der Förderungswerber kann zukünftig die Holzart des Schaufelstieles, sowie dessen Länge frei wählen, auch kann er entscheiden, ober er den Stiel gestrichen haben möchte oder nicht. Baubiologisch kann es eine Rolle spielen, ob Naturfarben verwendet werden oder nicht. Alles in allem ist man mit dieser Lösung zufrieden, heißt es aus den Parteizentralen. Auf die Reaktionen der Arbeiterkammer darf man gespannt sein. (kat)


Die Bananen gehören zum Lieblingsobst der Österreicher. Fast immer. In Obertrum am See gibt es einen Baumeister, der seine kleine Bananenrepublik ausgerufen hat und eigens dazu vom Hallwanger Künstler Manfred Kiwek eine Fahne entwerfen ließ. Anstelle von Hammer und Sichel hat der Bananenadler eben Bananen in den Krallen.

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Soweit sogut. Plötzlich steht die Polizei vor der Tür und läßt auf Anweisung des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorbekämpfung die Fahnen entfernen. Es ist nicht erlaubt, den Staat und seine Symbole in ihrem Ansehen zu beschädigen, heißt es, das Strafgesetzbuch und das Wappengesetz verstehen da keinen Spaß. Und wenn man kein staatstragenden Künstler ist, wird es auch mit der künstlerischen Freiheit vielleicht etwas enger.

Gar nichts zu tun hat die Angelegenheit rund um die Obertrumer Bananen mit der aktuellen Präsidentenwahl. Es ist bei uns ganz normal, dass der Bundespräsident wahrscheinlich erst im dritten Anlauf rechtsgültig gewählt werden wird. Obwohl, sicher ist das auch nicht. Zur Weihnachtszeit könnte es ja vielleicht auch Probleme mit den Briefen an den Nikolaus oder ans Christkind geben, wer weiß das schon? (kat)

Info SN: Ansturm auf Bananenrepublik-Fahne: “Alle wollen diese Adler”


Die Altstadt der Mozartstadt Salzburg zählt seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe. Damit bei zukünftigen baulichen Großprojekten (Städtisches Hallenbad, Dr.-Franz-Rehrl-Platz, etc.) keine gestalterischen Probleme auftreten, soll sich die Stadtregierung ein architektonisches Gesamtkonzept mit strikten Vorgaben des äußeren Erscheinungsbildes zurechtgelegt haben, hört man aus gewöhnlich gut informierten Kreisen aus dem Schloss Mirabell.

Jeder Neubau soll quasi mit einem mozartkopfähnlichen Verhüterli versehen werden. Man hofft damit Friedrich Idam, den Architekten und UNESCO-Beauftragten für das Weltkulturerbe Altstadt zu beeindrucken und für seine positive Beurteilung günstig zu stimmen.


olypia1In ein paar Tagen ist sie vorbei, die Sommerolypiade 2016 in Rio de Janeiro. So wie alle sportlichen Monsterereignisse haben auch diese Spiele polarisiert und sind prinzipiell in der Form, wie sie heute abgehalten werden, zu hinterfragen. Die Zeit der Amateure ist schon lange vorbei.

Einziges Ziel für alle beteiligten Nationen ist es zumeist, möglichst viel Edelmetall zu sammeln. Das ist gut und verständlich, es geht letztendlich ja auch um viel Geld. Österreich hat die Medaillenanzahl seit 2012 in London bis jetzt schon um 100 Prozent erhöht. Gratulation.

Der olympische Gedanke: “Dabei sein ist alles”, ist für viele Sportler noch immer das erklärte Ziel aller sportlichen Bemühungen. Es ist schon eine sehr gute Leistung, die Hürde zur Teilnahme zu meistern und es war ein nettes Grüppchen, das von unserer Alpenrepublik aus nach Brasilien aufbrach. Voll Stolz wurde die österreichische Mannschaft von der hohen Politik in ihren Krachledernen verabschiedet.

Durch den immer höher steigenden Goldpreis sind in der Heimat nun Gedanken zur finanziellen Gewinnoptimierung laut geworden. Einige an die Bergluft gewöhnte Funktionäre denken über innerösterreichische Vorspiele nach, damit man nur die absoluten MedaillienanwärterInnen in die Wettkämpfe schicken muss und dadurch Reisekosten sparen kann. Olympia ist zum Megageschäft verkommen.

Wir gratulieren allen SportlerInnen zu den erbrachten Leistungen und tragen auch den olympischen Gedanken mit. Ich habe selten soviel Begeisterung, Engagement und auch Tränen der Enttäuschung gesehen. Vielen hat man auch die Freude am Dabeisein angesehen, gegeben haben alle, soviel sie eben konnten. Es ist schön, dass man nicht alles kaufen kann. (kat)


Es ist schon gut, dass der ehemalige österreichische Bundeskanzler ab September 2016 eine neue Beschäftigung bekommen hat, er wird Sondergesandter für den weltweiten Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit bei der UNO. Das ist auch gut so. Dadurch ist er nicht gezwungen, in Südamerika Autos zu verkaufen oder russiches Gas zu dealen, wie manche seiner ehemaligen Kollegen. Und Rückgrad und Durchsetzungsvermögen hat er ja auch, wie seine letzten Regierungsjahre gezeigt haben. (kat)


Wir lieben sie alle inniglich, unsere Katzen, selbstverständlich. Und kein wirklicher Katzenfreund kann jemals ganz auf sie verzichten. Dabei sind auch sie oft eigenwillig, arrogant, abweisend, kratzbürstig. Katzen gehen auch schamlos für sie gewinnbringende Nutzgemeinschaften ein, ganz wie sie es brauchen.

So richtig gut zusammenleben kann man mit einer Katze immer dann, wenn man akzeptiert,  dass man von ihr als notwendiges Personal angesehen wird. Parallelen zu anderen Säuger-Gattungen sind unwahrscheinlich, können aber nicht ausgeschlossen werden  (kat)


Die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio werden in wenigen Stunden eröffnet. Die ganze Welt schaut nach Brasilien und wünscht den Athleten für die kommenden Wettkämpfe alles Gute. Auch Österreich kämpft um Medaillen, die Lederhosentruppe ist schon Vorort und in bester Verfassung. Sicher, “Dabeisein ist alles” heißt es so schön, nichts desto Trotz, einige Medaillien wären schon ganz nett.

Der Glorienschein rings um das Sportereignis soll aber nicht ganz von den zahlreichen Problemen der Bevöllkerung ablenken. Viele Kritiker meinen, das Geld wäre besser in die Krankenversorgung und Ausbildung der Menschen investiert gewesen. Die Armut in vielen Bezirken auch in Rio ist ernüchternd.

Trotz alledem wünschen wir den Sportlern friedvolle Wettkämpfe, mögen die Besten gewinnen. Und vielleicht wird ja auch hin und wieder die Österreichische Nationalhymmne gspielt! (kat)


Die Festspiele sind eröffnet und die Mozartstadt sonnt sich im Schein der Schönen und Reichen. Überall in der Stadt kann man die Stars und Sternchen der Festspielaufführung treffen, zahlreiche alternative Kulturveranstaltung ergänzen das Festspielprogramm.

Fast täglich finden Vernissagen, aber auch Empfänge mit Künstlern, Firmenbossen und Politkern statt. Präsentationen von wertvollem Schmuck, Festspielroben und teuren Uhren zeigen, dass der Geldadel in der Stadt seine Zelte aufgeschlagen hat. Die sommerliche Zeit der Ernte ist gekommen. (kat)

 


Einem Treibholz gleich taucht er immer wieder einmal auf, unser ehemaliger Finanzminister KH Grasser. Angeblich ist er ein Fall für den Korruptionsstaatsanwalt, diesmal dürfte es sogar für eine Anzeige reichen, wer aber letztendlich gewinnen wird, steht in den juristischen Sternen.

Es geht um dubiose und doch beträchtliche Geldflüsse zu verschiedenen Konten in diversen Steueroasen, die involvierten Manager, Lobbyisten und was auch immer sind und waren immer die selben Personen und passiert ist bis jetzt eher wenig. Man darf gespannt sein, ob es diesmal etwas bringt und nicht nur dem Steuerzahler wieder einmal einen Haufen kostet. (kat)


Es mag schon sein, dass es aktuell in der Türkei politisch drunter und drüber geht. Davon zu sprechen, dass das Land am Bosperus eine bunte, von mehreren Parteien getragene Demokratie wäre, stimmt so auch nicht wirklich. Ein Militärputsch ist in der Regel eher kein gutes Zeichen für gelebte Meinungsfreiheit.

Und ja, bei uns gibt es ein Demonstrationsrecht, und das ist gut so. Es geht aber gar nicht, dass bei uns Demonstranten gewalttätig werden. Das ist in jeden Fall abzulehnen und die Beteiligten sind zur Rechenschaft zu ziehen, ohne wenn und aber, mit und ohne politischen Hintergrund, das sind wir unserer Demokratie schuldig.

Es steht jedermann/frau frei in die Türkei zu reisen und dort für was auch immer zu demonstrieren, auf unseren Straßen hat die türkische Innenpolitik wenig verloren, mit Gewaltausschreitungen überhaupt nichts. (kat)