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Wurzelrauschen

Der Rebstockzaun um den Gastgarten des ehemaligen Posthofs in der Salzburger Kaigasse sorgt für hitzige Diskussionen in der Stadt.

Noch sind die Duftmarken am Residenzplatz nicht vergessen und schon kommt Gastronom Günther Grahammer mit seinem Bio-Rebstock-Zaun um das neue Cook & Wine (=Posthof) daher. Wo kommen wir da hin, wenn in der Stadt kein öffentliches Geld mehr verpulvert wird, das geht doch gar nicht.

Die Politik auf jeder Ebene ist gefordert, künstlerisch wie genehmigungstechnisch. Es wird zudem laut über den Einsatz der innerstädtischen Konservierungskommission nachgedacht, hört man von gewöhnlich gut informierten Kreisen aus dem Schloss Hellbrunn.

Man merkt, der Sommer ist in das Land gezogen.


Touristen wohin man schaut

Die Mozartstadt Salzburg wird ebenso wie Venedig von tausenden Touristen überrannt. Hohe Preise allein können den Massenansturm schon lange nicht mehr bremsen, da wie dort.

Kreative Lösungen sind gefragter denn je. Die Wunschvorstellung ist klar, es sollen nur noch jene kommen, die viel Geld in der Stadt lassen und nicht wirklich auffallen. Weniger und mehr ist das Schlagwort.

Ein erster Versuch, die touristischen Massenströme zu reduzieren, sind die städtischen Duftmarken. Das Versuchsfeld ist der Residenzplatz mit seinem neuen, multifunktionalen Belag. Einerseits sind immer wieder Renovierungsarbeiten nötig, das stärkt die heimische Wirtschaft, andererseits sorgt der in den Sand eingearbeitete, gemahlene Spitzwegerichsamen für eine herbe Geruchsnote, die nicht gerade zum längeren Verweilen am Residenzplatz einlädt.

Das Pilotprojekt “städtische Duftmarken” wurde vor einigen Wochen gestartet und es wird spannend, was die ersten Auswertungen der sommerlichen Touristenstöme im Herbst zeigen werden.


Der Scheich

Der Emir von Kuweit hat vor einigen Tagen Salzburg angeflogen. Nicht etwa der schönen Gegend oder der beginnenden Osterfestspiele wegen, sondern weil er sich wieder einmal in einem guten Krankenhaus untersuchen lassen wollte.

Wolfgang Bauer

Von Wolfgang Bauer

Der Emir – Allah schenke ihm ein langes Leben – ist ja zu diesem Zweck nicht zum ersten Mal bei uns. Kuweit ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie das Land Salzburg, von seinen über 4 Millionen Einwohnern ist aber nur rund ein Viertel Staatsbürger, der Rest sind Beduinen und Flüchtlinge.

Salzburg ist offensichtlich bei den
arabischen Potentaten bekannt dafür, dass sogar die öffentlichen
Krankenanstalten genug freie Kapazitäten und auch gut ausgebildetes Personal
haben.

Problemlos wurde da im LKH – nach
gewöhnlich nicht gut informierten Kreisen – ein ganzer Trakt mit 18 Zimmern
von anderen Patienten freigemacht und der Emir samt Entourage dort
untergebracht. Diskretion ist bei der ganzen Sache selbstverständlich, trotzdem
werden natürlich auch einige Polizisten dorthin abgestellt werden müssen.

Bei so einem offensichtlichen Überangebot
an Krankenbetten und Personal – von Ärzten und Schwestern bis zu
Physiotherapeuten – verwundert es dann doch, dass es immer wieder Klagen gibt
über sehr spät (manchmal zu spät) angesetzte Operationstermine, überfordertes
Personal oder überlastete high-tech Maschinen. Man könnte ja eigentlich
erwarten, dass in einem Spital, das aus den Mitteln des Landes – der
Steuerzahler und Krankenversicherten – gebaut worden ist, zuerst auch diese
behandelt werden.

Der Emir wird sich wohl nicht nur mit einem
großzügigen Scheck, sondern auch mit der einen oder anderen Gegeneinladung
revanchieren. „Geld regiert die Welt“ heißt ein alter Spruch und nicht
„normales Gerechtigkeitsempfinden“.


2019 Bahnhof Schloss Mirabell

Endlich ist es soweit, in der Stadt Salzburg sollen die lange ersehnten Stadtbahnen kommen. Die Lokalbahn wird verlängert, die Stieglbahn soll öffentlich werden und manch andere Idee geistert in der Nach-Padutsch-Ära durch das neu gewählte Stadtparlament.

Es wird spannend, wieviel am Ende des Tages von den ganzen guten Ideen übrig bleiben wird. Tatsache ist, dass das Verkehrschaos in Salzburg nicht kleiner wird und zündende Ideen dringend notwendig sind.

Auch die aktuelle politische Konfiguration (schwarz-türkiser Bürgermeister und Landeshauptmann) zwingt die Verantwortlichen zum Handeln, wollen sie wiedergewählt werden. (kat)


2019 wahlen in salzburg

Am 10. März 2019 werden in Salzburg die Bürgermeister gewählt. Da und dort wird es spannend, wohin der parteipolitische Zug fahren wird.

Schafft es in der Stadt Salzburg der Fahrlehrer Harry Preuner noch einmal? Er war bis dato ein eher zurückhaltender Bürgermeister und jetzt wurde ihm auch noch das Neutor zugesperrt. Trotzdem, so wirklich farbenprächtig ist seine Konkurrenz auch nicht.

In der Stadt Oberndorf sehen die Schwarzen mit der türkisen Transportunternehmerin Sabine Mayrhofer eine Chance auf den Bürgermeistersessel. Der Neooberndorfer Georg Djundja versucht in die Fussstapfen von Bgm. Peter Schröder zu treten. Ist Oberndorf reif für den eloquenten homophilen jungen Mann?

In St. Georgen kämpft einer der größten Bürgermeister im Flachgau in erster Linie gegen sich selbst, bei den Sozialdemokraten hat die amtliche Registrierung der Kandidatin nicht geklappt. Das Ziel von Franz Gangl wäre es, dass die VP auch den Vize stellt.

Im Lamprechtshausen wird es mit Sicherheit eine Frau als Bürgermeisterin geben. Es stehen in allen 3 wahlwerbenden Parteien auschließlich Frauen zur Auswahl. Das Dorf ist weiblich geworden. Die Entscheidung wird zwischen Bürgermeisterin Andrea Pabinger und ihrer Herausforderin Marina Kaltenegger fallen.

Die Anzahl der grünen oder verpilzten Bürgermeisterkandidaten ist in Salzburg eher sehr bescheiden.

Wetterkapriolen könnten das Wahlergebnis beeinträchtigen. Beispielsweise wurden im letzten, extrem harten Winter in Radstadt (Pongau) alle Bewohner blau gefroren und es blieb nur der FP Kadidat übrig.

Hoffentlich zeigt sich das Demokratiebewusstsein in Salzburg in einer guten Wahlbeteiligung.

Bürgermeister in der Dorfzeitung >
Leserbrief zum Thema Wahlen >


neutor

Die Wahl macht´s möglich! Die Opposition in der Stadt Salzburg hat den Genie-Streich vollbracht und ihr neues Verkehrskonzept für die staugebeutelte Innenstadt präsentiert: Die Neutorsperre.

Es geht halt doch nichts über innovative Lösungen! Das dürfte allerdings auch die letzte Aktion vom städtischen Langzeitverkehrsplaner Johann Padutsch gewesen sein.

Jetzt wird es spannend, wie der Wähler entscheidet und ob nach der Wahl der Tunnel wieder geöffnet wird!


Voggenhuber goes EU

Das Salzburger Urgestein steigt neuerlich in den politischen Ring. Seite an Seite mit dem Exgrünen und JETZT Parteigründer Peter Pilz. Johannes Voggenhuber: “Die Grünen, die wir gegründet haben, existieren nicht mehr.” Seiner Kanditatur bei den kommenden EU-Wahlen steht damit nichts mehr im Weg.

Lang ist´s her, als man in der Hainburger Au den Zusammenschluss der unterschiedlichen Grüngruppen und Linksparteien für eine gemeinsame Kandidatur für den Nationalrat zustande brachte. Die gemeinsame Zeit ist vorbei. Die Grünen hat es an den alten Nahtstellen zerrissen. Die Nahtstellen zwischen Grünfundis und Linkslinken haben nicht gehalten.

Die Selbstdemontage der Grünen geht offensichtlich weiter. Schade eigentlich, eine starke grüne Kraft wäre in der heutigen Zeit schon sehr wichtig. Willkommen im Land der Lodenzwerge und Giftpilze.


salzburg wird pink

Salzburg hat offensichtlich eine landesweite Charmeoffensive für die neue Sternwarte am Haunsberg gestartet. Weiße Sterne auf pinken Plakaten verschönern die Gegend im ganzen Land.

Dazu kommen noch große Tafeln in Pink mit weißen Aufschriften von einzelnen Orten, die meistens von der Aufstellungsstelle weit weg sind. In Lamprechtshausen findet man beispielsweise Tafeln mit Mariapfarr im Lungau und umgekehrt im Lungau welche mit Arnsdorf. Die zu vermittelnde Botschaft ist nicht zu erkennen, schon gar nicht beim Vorbeifahren. 

Ob es einen politischen Hintergrund für diese Plakataktion gibt, ist nicht bekannt. Mit dem Ausscheiden vom pinken Neosgründer Matthias Strolz aus der Politik dürfte sie allerdings eher nichts zu tun haben.

Ein befreundeter Pendler aus dem benachbarten Innviertel, der täglich in einer Autofahrgemeinschaft nach Salzburg fährt, meinte, es könnte sich eventuell um eine Stille Nacht Aktion handeln. Genaueres weiß er aber auch nicht.


2018 UEFA Champions League

Hut ab vor den Salzburger Bullen! Damit sich ihre Fans nicht mehr über das abermalige Scheitern ihres Lieblingsvereines ärgern müssen, werden die Spiele der UEFA Champions League künftig nur mehr im PayTV übertragen.

Selbst nicht Fußballfans können mit dieser Lösung zufrieden sein, werden doch ab sofort die guten Sendeplätze im ORF künftig nicht mehr von den langweiligen Fußballübertragungen blockiert. Es bleibt abzuwarten, wie der ORF damit umgehen und was stattdessen kommen wird.

Wie heißt es in mancher Quizsendung doch so treffend: Bleiben Sie neugierig!


Staats- und Regierungschefs in Salzburg

In den nächsten Tagen treffen sich die Europäischen Spitzenpolitiker in Salzburg zu einem Gipfeltreffen. Leider nicht am Untersberg, sondern in der Mozartstadt. Dabei wäre von oben die Aussicht viel besser.

Die Stadt wird teilweise gesperrt, im inneren Bereich dürfen sich dann nur noch die wichtigen und die ganz wichtigen Persönlichkeiten aufhalten. Es werden keine Kosten gespart, denn die Sicherheit ist wichtig. Das ist nun einmal so und muss auch sein. Leider ist dieser Aufwand notwendig geworden.

Wünschenswert wäre, dass das Treffen der großen 28 etwas mehr ist, als die übliche “Laaschatzerei” von “Großkopferten”. Die Salzburger Touristiker können hoffentlich durch die Präsentation unserer Heimat auch international punkten. Und die Bayern haben endlich einen triftigen Grund an den Grenzen zu kontrollieren, denn in den nächsten Tagen ist Schengen für die Dauer des Treffens außer Kraft gesetzt.