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Die Eier der Salzburger

Sie lieben Stangeneier? Oder doch Flüssigeier? Im Schnitt isst jeder ÖsterreicherIn etwa 90 kg davon in Form von Teigwaren, Kuchen und Co.

Tierschutz ist Ihnen wichtig? Sie schauen beim Kauf genau darauf, dass es sich um Eier von Freilandhennen handelt? Da ist gut so. Das Frühstücksei muss nachhaltig und möglichst gesund produziert sein. Das schmeckt man auch.

Aber haben Sie in einer Konditorei schon einmal nachgefragt, woher die Eier für die ach so köstlichen Kuchen kommen? Oder die gleichmäßig großen Eierscheiben auf den wunderschön dekorierten kalten Platten?

In Großküchen wird gerne Flüssigei verwendet. Das hat viele Vorteile. Es wird in Boxen angeboten, ist keimfrei und gut haltbar. Und der Kunde fragt nicht nach, woher es kommt, weil er ganz einfach nicht weiß, wo es überall drinnen ist.

Das Salzburger Landei, eine Vereinigung von Salzburger Eierproduzenten, hat versucht, in diesem Marktsegment mitzumischen, musste aber leider aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben. In Österreich ist nämlich die Käfighaltung von Legehennen verboten. Die Mitbewerber kommen aus Ländern, wo das nicht so ist. Deutschland zum Beispiel.

Der Preisunterschied beträgt bis zu 33%. Der Billigbieter ist im Vorteil. Selbstverständlich sagen viele Käufer dann, die Qualität der günstigen Flüssigeier wäre besser. Was auch sonst.

Sollte uns der Tierschutz nicht wichtiger sein als der Preisunterschied? Wie wichtig ist uns tierschutzgerechte Lebensmittelproduktion wirklich?


Kimbie Humer-Vogl , Astrid Rössler, Alexander Rabitsch, Waltraud Auer,Sebastian Bohrn-Mena

GRÜNE luden zu Dis­ku­ssionsveranstaltung mit ExpertInnen ins Salzburger OFF-Theater.

Mit einer Diskussionsveranstaltung wollten die Grünen im Salzburger Landtag letzten Freitag auf Mängel beim Tierschutz sowie auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam machen.

Was ist uns das Wohl unserer Tiere wert? Was macht der Fleischkonsum mit unserem Klima? Und wie geht es den Bäuerinnen und Bauern. Diese Fragen bewegen immer mehr Menschen

LAbg. Kimbie Humer-Vogl
GRÜNE Klubobfrau und Tierschutzsprecherin

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Alexander Rabitsch (Tierarzt, Tierschutzexperte und Ex-Tierschutzkontrolleur), Sebastian Bohrn-Mena (Initiator des Tierschutz-Volksbegehrens), Astrid Rössler (ehem. Tierschutzlandesrätin, LhStV) und Waltraud Auer (Biobäuerin, Nebenerwerbslandwirtin) berichteten über ihre Arbeit im Tierschutzbereich und stellten sich nach kurzen Impulsrefraten den Fragen des interessierten Publikums.

Die Veranstaltung war ganz gut besucht und es wurden viele Probleme sowohl im Nutztier-, als auch im Heimtierbereich angesprochen. An sinnvollen Lösungen muss in der nächsten Zeit gemeinsam mit allen Beteiligten gearbeitet werden. Kontrollen sind notwendig und wichtig, lösen aber nicht die Probleme.

Speziell in der Landwirtschaft darf nicht vergessen werden, dass auch der Großteil der konventionell wirtschaftenden Betriebe gute Arbeit leistet. Bio ist nicht immer gleich gut und konventionell ist nicht immer gleich schlecht.

Weiterführende Infos:
Rindviecher wohin man schaut >
Nutztierhaltung im kulturellen Wandel zwischen Tradition und Moderne >
Lebensmittel und Tierschutz >
Grillen ist einfach schön >
Herrlich: Weißwürste und ein Kümmelbraten >
Wegschauen ist sehr bequem >
Bildarchiv: Tiere im Dorf >


Dorfzeitung


Foto: Karl Traintinger| Dorfbild.com

Erinnern Sie sich noch an Bruno > den Braunbären, der vor gut 10 Jahren zum Problembären wurde? Sein Abschuss hatte damals heftige Diskussionen zur Folge.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Zuerst wurde heftig gestritten, ob man so etwas überhaupt dürfe, letztendlich ging es dann sehr schnell. Bruno hatte zahlreiche Schafe und Ziegen gerissen und das war sein Todesurteil. Bemerkenswert war damals die unterschiedliche Gewichtung von toten Tieren. Wie viele tote Schafe wiegen einem toten Bären auf? Was zählt mehr?

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Heute geht es um einen Problemwolf, nennen wir ihn Leopold, der angeblich nur auf der Durchreise ist und zu seinem Gaudium Schafe reißt. Welches Tier tötet zum Spaß? Der Wolf hat seit altersher sehr schlechte Karten, wurde er doch schon im Zeitalter der 7 Geißlein als hinterlistiger Mörder stigmatisiert.

Tatsache ist, dass wir den Umgang mit Wölfen und Bären schon lange verlernt haben und sie in unserer Gesellschaft seit vielen Jahrzehnten keinen Platz mehr haben.

Fakt ist aber, dass die Wölfe mehr werden, ob wir das wollen oder nicht. Es wird ihnen bei uns eine übervolle Futterkammer geboten. Das Einzäunen der Almwiesen (Wölfe steigen über keine Zäune) gestaltet sich als sehr schwierig und ist innergebirg praktisch fast undurchführbar. Die häufig zitierten Herdenschutzhunde sind im Regelfall nicht einfach und schon gar nicht ohne Erfahrung zu führen und können daher nicht überall eingesetzt werden.

Zudem wird jeder Quadratmeter Almlandschaft touristisch intensivst genutzt, oft mit sehr bescheidener Rücksicht auf die Natur. Das macht schon bei so mancher Mutterkuhherde große Probleme, wie an den immer wieder vorkommenden “Kuhunfällen” zu beobachten ist.

Auch heute stellt sich wieder die Frage, wie viele tote Schafe sind für einen Wolf tolerierbar? Wer steht in der Tierschutzhierarchie weiter oben, der Wolf oder die Schafe? Wer hat den Wolf schon gesehen? Wie viele Wölfe sind es wirklich? Ist der Wolf auch eine Gefahr für die Menschen?

Ich für meinen Teil kann die Diskussionen rund um den Wolf nicht mehr hören. Wenn Leopold wirklich zum Problem wird oder wurde, muss man ihn erlegen.

Das “Herumgerede” der verantwortlichen Politiker um diese Entscheidung ist leeres Geschwätz, wenn keine Taten folgen. Die Jäger werden das Problem lösen, wenn sie dürfen.

Das gegeneinander Aufwiegen der Tiere ist schwierig und hängt vom Standpunkt des Betrachters ab. Eines muss uns aber schon klar sein, wir werden nicht alle Probleme der Umwelt ganz einfach “wegschießen” können, auch wenn die Jäger nur von einer Entnahme des Wolfes sprechen.


Walfleisch für die Teller

Sie ziehen wieder in den Krieg, die japanischen Samurai, denn noch gibt es lebende Wale. Walfleisch ist rar und teuer und satte Gewinne sind wichtiger als jeder Tierschutz.

Seit heute ist der kommerzielle Walfischfang in Japan wieder erlaubt. Die großen Meeressäuger haben zwar keine reelle Chance, den hochtechnisierten Walfischfangflotten zu entkommen, aber das ist halt so. Was im Leben ist schon gerecht?

Europa ist mit Norwegen und Island am weltweiten Walfischfang auch beteiligt.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass irgendwann einmal das Essen von Walfleisch nicht mehr modern ist und es dann noch Wale außerhalb der Museen gibt!


SommerSzene 2019 Hubert Lepka | Lawine Torren

Hubert Lepka, Choreograph und Regisseur des Künstlernetzwerks Lawine Torrèn, ist bekannt für seine bildgewaltigen, spektakulären Stücke an ungewöhnlichen Orten.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Im Rahmen der Sommerszene 2019 wurde auf der Bühne des SZENE Theaters (vormals republic) für ein Kalb, vier Ziegen (Geiß und Zicklein) und drei Hühner ein Stall errichtet, den sich die Nutztiere mit Schauspielern und Tänzern teilen müssen. Die Uraufführung dieses „performativen Hearings“ wurde am 22. Juni zu Recht bejubelt.

SommerSzene 2019
Hubert Lepka | Lawine Torren
– HERDE und STALL –

Die Tiere haben wohl zwecks Eingewöhnung schon einige Zeit in ihrem „Bühnenstall“ verbracht und so wird diese abendliche Stunde zu einem geruchsintensiven Erlebnis. Man dürfte auch genügend Nahrung im Stroh versteckt haben, denn das Kalb ist völlig desinteressiert an der sie umtanzenden Dame (Barbara Földesi) und frisst lieber.

SommerSzene 2019
Hubert Lepka | Lawine Torren
– HERDE und STALL –

Auch die Schauspieler Marion Hackl und Stephan Kreiss, die zwei Wissenschaftler spielen, die die Geschichte von Abraham wiedergeben wollen und dabei immer wieder in Streit geraten, können das Kalb nicht aus der Ruhe bringen.

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Da sind die Ziegen, die mit Eftychia Stefanou auf der Bühne erscheinen, schon etwas munterer. Die drei Hühner machen sich bald aus dem Staub und inspizieren lieber Nebenschauplätze. Gustav Lepka, der im zweiten Teil Isaak, das Opfer, mimen muss, sitzt mit Kopfhörern und rotem Lämpchen am Kopf, abwartend auf der Seite.

SommerSzene 2019
Hubert Lepka | Lawine Torren
– HERDE und STALL –

Bei Hubert Lepkas Inszenierungen spielen mythische oder biblische Geschichten stets eine große Rolle. Seine Einführungen sollte man aufmerksam durchlesen, das erleichtert das Verständnis enorm.

SommerSzene 2019
Hubert Lepka | Lawine Torren
– HERDE und STALL –

„Abraham bekommt in einem vertraulichen Gespräch die Aufforderung, seinen Sohn Isaak zu opfern. Er ist entsetzt, denkt sich aber, es wird wohl ein Test seiner Loyalität sein, und willigt ein. Abraham und Isaak nehmen ein paar Tiere mit und gehen auf den Berg zur Opferstätte. Isaak weiß noch nicht, worum es geht. 

Können wir jene landwirtschaftliche Betriebsanleitung namens Altes Testament, die uns, über mehrere Jahrtausende und gesellschaftliche Umbrüche hinweg, schlingernd zu den Erfolgen der Gegenwart geführt hat, für den kommenden Umbruch einer technologischen Revolution brauchen? Anders gefragt: Können wir von unseren Nutztieren lernen für eine Zeit, in der wir Menschen vielleicht nicht mehr die führende Kraft auf der Erde sind?“

Hubert Lepka

Das Vokalensemble BachWerkVokal sorgt mit Werken von Claudio Monteverdi, Francisco Guerrero, Heinrich Schütz und Tomas Luis de Victoria für sakralen Flair. In Kombination mit den grandiosen Videoeinspielungen von Mensch, Tier und Natur bekommt die Performance einen sehr meditativen Charakter. Das Publikum zeigte sich begeistert.

SommerSzene 2019
Hubert Lepka | Lawine Torren
– HERDE und STALL –

Tipp: HERDE und STALL gibt es am 26., 27. und 28. Juli 2019 in Gastein. Auf der Gadaunerer Hochalm in Gastein währt das Almschauspiel etwa drei Stunden, der Weg auf die Alm und zurück noch nicht eingerechnet.

SommerSzene 2019
Hubert Lepka | Lawine Torren
– HERDE und STALL –

„HERDE und STALL – ein performatives Hearing von Hubert Lepka/Lawine Torrèn. Schauspiel: Marion Hackl, Stephan Kreiss, Gustav Lepka. Tanz: Barbara Földesi, Eftychia Stefanou. Musik: Ensemble BachWerkVokal. Film: Stefan Aglassinger/mediacreation. Fotos: sommerszene/ Bernhard Müller


Artensterben

Je vielfältiger und bunter das Angebot, desto teurer wird die Lagerhaltung. Das weiß jeder Krämer. Daher ist es gewinntechnisch notwendig, das Angebot auf wenige Bestseller zu reduzieren.

In der Tier und Pflanzenwelt hat die Menschheit dahingehend schon große Fortschritte> gemacht. Da und dort waren schon Reduktionen um 50-80 Prozent> möglich. Gerade noch rechtzeitig konnte ein Hintertürchen für die Anwendung von Glyphosat > in der Landwirtschaft> gefunden werden. Der traditionsreiche deutsche Konzern Bayer> hat die amerikanische Saatgut Firma Monsanto> gekauft, wahrscheinlich deswegen, damit die Rechte am bewährten und angeblich ungiftigen Roudup> in der EU bleiben.

In den Diskussionen zur bevorstehenden EU-Wahl fordert Claudia Gamon von den NEOS die Einführung eines pinken EU-Passes für die Bürger der Vereinigten Staaten von Europa>. Wer braucht schon eine Österreichischen Reisepass? Inwieweit das mit der Ankündigung von Gery Keszler> zusammenhängt, dass es künftig keinen Life-Ball> in Wien mehr geben wird, ist mir nicht bekannt.

Ich persönlich liebe die Artenvielfalt> und wir müssen alles tun, um sie zu erhalten. Sowohl bei der Tier- und Pflanzenwelt, als auch in der Politik. Schon Leopold Kohr wies darauf hin, dass alles, das zu groß ist, zum Problem wird!


Die Sache mit den Impfungen

In letzter Zeit sind die Impfungen ins Gerede gekommen. Da und dort gibt es Masernausbrüche und die zuständigen Behörden überlegen, eine Impfpflicht einzuführen.

Die zunehmende Impfmüdigkeit hat dazu geführt, dass der sogenannte Herdenschutz löchrig geworden ist. Herdenschutz heißt, dass bei einem Durchimpfungsgrad von mindestens 95% der Population die noch nicht impfbaren (z.B. Kleinstkinder) Menschen und die Impfverweigerer mit geschützt sind.

An sich ist diese Impfmüdigkeit unverständlich, denn Impfungen gehören sicherlich zu den großen Errungenschaften der Medizin. Ja, es hat da und dort Probleme gegeben, trotzdem ist der Benefit weit größer und hilft allen. Manche Krankheiten, gegen die erfolgreich geimpft wird, sind auch heute noch brandgefährlich! Nur “alternaive” Menschen verweigern die Impfung!

Ein Beispiel aus der Tierwelt: Ein Schweinezüchter mit 20 Zuchtsauen hatte plötzlich fast keine lebenden Ferkel mehr, die wenigen überlebenden Jungtiere waren oft Kümmerer. Zahlreiche Fehlgeburten plagten die Zuchtsauen. Einige Tiere im Stall hatten komische rechteckige Flecken. Der zugezogene Tierarzt diagnostizierte Rotlauf im Stall und begann mit einer Notimpfaktion. Nach relativ kurzer Zeit lief alles wieder wie gewohnt. Die Tiere werden seither regelmäßig gegen Rotlauf geimpft und es gibt keine Probleme mehr.


Dorfzeitung.com


Arnsdorf im Regen

Das Dorfradio auf der Radiofabrik hören

Die Aprilsendung wird am 6. 5. 2019 von 17-18 Uhr von der Radiofabrik ausgestrahlt. Wiederholungen: Dienstag, 7. 5. 2019 um 8 Uhr und Sonntag, 19. 5. 2019 um 20 Uhr

Das Dorfradio online streamen

Das Dorfradio kann weltweit über das CBA (cultural broadcastin archive) gestreamt werden.
Zum aktuellen Stream >

Folgende Beiträge haben wir für Sie vorbereitet:

Literatur – Buchkritik

Die Flachgauerin Rebecca Schönleitner stellt das Buch: „Die verlorenen Töchter“ von Hannelore Hippe vor. Der Roman beschäftigt sich mit einem schwierigen Teil der jüngeren norwegischen Geschichte.

Geschichte

Susanna Ihninger-Lehnfeld beschäftigt sich mit einem berühmten Arzt: „Paracelsus und seine Zeit – Nur die Dosis macht das Gift.“

Lebensraum

Karl Traintinger: „Wegschauen ist sehr bequem.“ Tierschutz > in der Dorfzeitung.com

Musikauswahl

The Very Thought Of You © by Natalie Cole
Cry Not For Me © by Patsy Cline
Freunde © by Herbert Grönemeyer
Dvořák Humoresque © by David Garret
Born to fight © by Tracy Chapman
Fascinating Rhythm © by Benny Goodman
Dizzy Moods © by Charlie Mingus
The New Jazz Joint © by Ski Johnson
Kaibeziagn © by Keller Steff und Band
An Schweinsbraten kriag i © by Misthaufen
Die Kunst der Fuge, BWV 1080 (Arr. for Chamber Ensemble): Fugue No. 5 © by Austria Gang Art
Du driftest nach rechts © by Fettes Brot ©


Kalbsschnitzel

Das Original Wiener Schnitzel ist goldbraun, in Butterschmalz gebacken und muss aus Kalbfleisch zubereitet werden, heißt es im Rezept. Nur dann zergeht es förmlich auf der Zunge.

Das war schon immer so. In der letzten Zeit ist nur das Kalbfleisch etwas ins Gerede gekommen. Der Hintergrund, es gibt bei uns in Österreich fast keine klassischen Milchmastkälber mehr. Früher waren das Kälber von Zweinutzungsrassen, die bei ihren Müttern bleiben durften, bis sie ein Gewicht von etwa 120 – 140 kg erreicht hatten. Meist waren sie gut 2-3 Monate alt, als sie geschlachtet wurden.

Heute findet man meist entweder Milch- oder Fleischrassen bei unseren Landwirten. Die Fleischrassenkälber werden aufgezogen, gemästet und als Jungtiere, die selten 2 Jahre alt werden, geschlachtet. Schlechter erwischen es die männlichen Milchrassenkälber, die braucht niemand. Abgesehen von der Kuh, die sonst keine Milch geben würde.

Stierkälber legen normalerweise sehr wenig verwertbares Gewicht zu. Die zur Mast notwendige Milch ist wertvoller als das nach der Schlachtung gewonnene Fleisch. Hier kommt der Kälbermarkt in Bergheim ins Spiel. Die sehr billigen Kälber gehen auf die Reise. Die Verkaufstour führt oft über Italien nach Spanien und das Fleisch kommt letztendlich über Holland wieder zurück zu uns. Wieso die Mast in diesen Ländern ein Geschäft ist und bei uns nicht, weiß ich nicht, ist aber schon interessant.

Ergänzend sollte man wissen, dass beispielsweise in England, Irland oder Neuseeland seit vielen Jahren viele männliche Kälber der Milchrassen sofort nach der Geburt getötet werden. Ich erinnere auch an die Herodesprämie, die es in der EU gab.

Für mich ist diese ganze Diskussion scheinheilig. Ja, die Transporte müssen in Ordnung sein, das ist kein Thema. Trotzdem sollte auch der unbändige Fleischkonsum kritisch hinterfragt werden. Die Landwirte wollen leben, bei den aktuellen Preisen geht das fast nicht. Mit guten politischen Weichenstellungen sollten Rahmenbedingungen möglich sein, bei der auch unsere Bauern existieren können.

Was macht es für einen Unterschied, ob ein Eintageskücken geschreddert oder ein Eintageskalb irgendwie anders getötet wird? Ich frage jetzt gar nicht, was mit den männlichen Kälbern im Rahmen der Büffelmilch-Mozarella-Milchproduktion oder mit den Ziegen- und Schafböckchen passiert. Dabei ist der Unterschied zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft eher bescheiden.

Mehr ist nicht genug, das ist das wirkliche Problem. Und das ist ein Problem unserer Gesellschaft, die Landwirtschaft ist nur mit dabei.

Tipp am Rand: Fragen Sie beim Einkauf oder Wirt´n genau nach, woher das Kalbfleisch wirklich kommt! Wichtig wäre: Geboren, gemästet und geschlachtet in Österreich.

(Text von Karl Traintinger)

Weitere Infos:
Lebensmittel und Tierschutz >
Unsere Nutztiere. Ich mag Kühe. Aber auch Schweine und Hühner. >


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Rind auf der Weide

Beobachtungen rund um eine in der Regel schamlos ausgenutzte Nutztiergattung.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Rinder begleiteten mich durch die letzten 40 Jahre meines Lebens. Zuerst als Student der Tiermedizin an der veterinärmedizinischen Universität in Wien und dann als praktischer Tierarzt in einer kleinen Landtierarztpraxis im Salzburger Flachgau. Ich konnte die Entwicklung der bäuerlichen Landwirtschaft in den vergangenen vier Jahrzehnten beobachten und hautnah mitverfolgen.

Die Betriebe sind weniger, größer und leistungsfähiger geworden. Beispielsweise gab es in meiner Anfangszeit als Tierarzt in der Vorau, einer Ortschaft in der Gemeinde Dorfbeuern 31 milchviehhaltende Betriebe, übrig geblieben sind 2-3. Die vorherrschenden Rassen waren das Fleckvieh und die Pinzgauer, die Milchleistung lag bei etwa 4000 – 5000 kg pro Kuh jährlich und die Tiere wurden oft 12-14 Jahre alt. Hauptfuttergrundlage war Gras und Heu und eher sehr wenig Getreide.

Rinder auf der Weide

Moderne Kühe werden selten älter als 5 Jahre. Die Weltbestleistung einer Milchkuh vor einigen Jahren betrug 33500 kg in 365 Tagen. Für die Fütterung dieser Hochleistungstiere braucht es südamerikanisches Soja, dessen Produktion mehr als problematisch ist. Kühe mit 33000 Liter Milchleistung pro Jahr gibt es bei uns nicht, solche mit 15000 aber schon. Eine Milchleistung über 9000 kg ist auch bei den Biokühen äußerst kritisch zu hinterfragen. Interessant ist die Tatsache, dass es seit geraumer Zeit für das Tierwohl Förderungen gibt, eigentlich sollte das doch selbstverständlich sein.

Moderne Maststiere wiegen mit einem Alter von 19 Monaten etwa 700-750 kg. Die Tageszunahmen gegen Ende der Mastzeit sind bei etwa 1,5 kg täglich. Heutzutage sind die Rinder auch deswegen ein Problem, weil sie soviel Methangas produzieren. Würde man die Tiere nicht nur auf „Leistung“ züchten, gäbe es kein Problem. Bei diesen abstrusen und hoch fragwürdigen „Leistungen“ darf man sich nicht wundern, dass es Abgase jenseits von Gut und Böse gibt.

Ein Teil unserer Rinder wird als wertvolle “Zuchtware” exportiert. Die Tiere werden dann auf LKW´s zum Beispiel in die Türkei oder nach Usbekistan transportiert. Niemand kann dafür garantieren, dass die Tiere auf den tagelangen Transporten ausreichend getränkt oder gefüttert werden. Die Schlachtmethoden in den Exportländern sind häufig weit unter jeder europäischen Norm.

Rinder auf der Weide

Die früher so beliebten Zweinutzungsrassen werden weniger, heute sind Spezialisten gefragt, entweder Milchrassen oder Fleischrassen. Bei den Milchrassen hat man das Problem, dass die Stierkälber ein lästiges “Nebenprodukt” sind. Der Fleischwert ist geringer als der Wert der Milch, die man verkaufen könnte. Daher gibt es in einigen Ländern die legale Möglichkeit, die männlichen Kälber am ersten Lebenstag zu töten. Ein anderer Teil der Kälber wird durch halb Europa gekarrt. Sie werden derart billig angeboten, dass bei Anwendung von einigen Hilfsmitteln doch noch ein Geschäft mit ihnen zu machen ist. Kranke Milchrassenstierkälber habe ich schon lange nicht mehr behandelt. Ein schwieriges Problem sind auch die Stierkälber bei den Büffelmozarellaerzeugern, die oft einfach “entsorgt” werden.

In den letzten Jahrzehnten kann man auch eine zunehmende Verwilderung bei den Rindern beobachten. Laufställe haben die Anbindehaltungen abgelöst, das ist den Tieren zuliebe auch gut so. Fakt ist aber auch, dass damit die Gefahrenquellen für das betreuende Personal größer werden.

Krass wird es dann, wenn es sich um Mutterkuhherden handelt, die sind häufig schlichtweg gefährlich. Ich erinnere mich an eine Herde mit etwa 60 Tieren: 30 Kühe, 1 Stier und Jungvolk bis etwa 350 kg Lebendgewicht. Bei einem kranken Tier waren immer 2 Helfer notwendig, einer fixierte den Patienten und einer passte mit einem Stock in der Hand auf, dass ich gefahrlos arbeiten konnte. Unfälle auf Almen sind vorprogrammiert, wenn Mutterkuhherden im Spiel sind und unbedarfte Wanderer deren Gebiet kreuzen.

Man wird darüber nachdenken müssen, wie weit die Eigenverantwortung gehen muss und ob wirklich Massentourismus in allen Almregionen um jeden Preis gefördert werden sollte. Tatsache ist, dass unbewirtschaftete Almflächen zuwachsen und verbuschen.

Bemerkenswert ist, wie unterschiedlich der Mensch Tiere in seinem Umfeld behandelt. Erinnern sie sich an den Hund Chico, der seine beiden Besitzer totgebissen hat? 291.925 Menschen haben danach eine Petition unterschrieben, damit der Staffordshire-Terrier Mischling nicht eingeschläfert wird, sondern eine zweite Chance erhält.

In Deuschland werden knapp 30 Millionen Schweine gehalten und etwa 6 Millionen jährlich geschlachtet. Petition gibt es keine. Man diskutiert aber, ob für die Kastration der männlichen Ferkel eine Narkose und ein Schmerzmittel wirklich notwendig sind, die dabei anfallenden Kosten belaufen sich immerhin auf 5€ pro Tier. Um diese Kosten zu sparen, vertreten sogenannte “Experten” die fragwürdige Meinung, Ferkel würden in der ersten Lebenswoche noch keine Schmerzen verspüren.

Wir werden vermehrt über unsere Nutztiere nachdenken müssen. Sie sind genau das, was wir aus ihnen gemacht haben, sie sind quasi ein Spiegel dafür, wie wir mit ihnen umgehen. Da spielt es keine Rolle, ob wir von der Kuh, dem Schwein oder dem Hendl reden. Und wenn Tierschutz und Tierethik keine leeren Floskeln sein sollen, werden wir für deren Umsetzung Geld in die Hand nehmen müssen.

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Abschließend einige Zahlen:
Milchkühe leben heute im Schnitt 5 Jahre, sie könnten bis zu 15 Jahre alt werden. Schweine leben im Schnitt etwa 3 Monate, sie könnten bis zu 15 Jahre alt werden. Masthühner leben im Schnitt etwa 6 Wochen, sie könnten bis zu 10 Jahre alt werden.

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Almkuh

Also ich für meinen Teil wäre dafür, dass man einen Großteil der Rindviecher einfach abschießt. Das wird bei den Wölfen ja auch angedacht. Außerdem hat es bei Kuhattacken in unseren Bergen schon weit mehr Tote als bei Wolfsangriffen gegeben.

Die Kühe schaden außerdem extrem unserem Klima, wenn man nur an die großen Methangas-Ausstöße in die Atmosphäre denkt. Es wäre auch nicht mehr notwendig, die Regenwälder für den Sojaanbau zu roden. Man könnte mit der partiellen Liquidierung der Rindviecher somit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten!

Für die Touristen und Almwanderer könnte man einige “Alm-Zoos” mit kleinen Rinder-Schauherden hinter soliden Zäunen einrichten und quasi ein “Almen-Wonderland” installieren. Damit sollte ein gefahrloser Spaziergang in die Berge für jedermann/ frau möglich sein.

Es wäre eine WIN-WIN Situation für alle Beteiligten, ausgenommen vielleicht die Rindviecher.


Hausärzte sind das kleinere Problem

In Österreich wurde vor vielen Jahren im vorauseilenden Gehorsam der Zugang zu den Medizinuniversitäten drastisch erschwert. Man wollte nur noch die Besten. Technokratisch ausgewählt. Weg von jeder Menschlichkeit.

Und heute hat man genau diese Mediziner: Top ausgebildet und hoch motiviert. Solche ÄrzteInnen werden auch international gesucht. Und ganz hinten geht es dann auch um Geld und die Arbeitsbedingungen. Österreich spielt da nicht mehr in der Oberliga. Dafür haben wir schöne Berge.

Dazu kommt noch die Macht der Krankenkassen, wenn es um die Vergabe der Verträge geht. Die Patienten sind dabei eher unwichtig, die sind sowieso vorhanden.

Die Politik, die Farbe ist dabei eher unwichtig, schwächelt im Medizinbereich schon seit Jahrzehnten. Kreative Lösungen fehlen, dafür wird die Mehrklassenmedizin, die ja schon eine lange Tradition hat, ausgebaut.

Zum Glück gibt es einige nicht mehr ganz junge Ärzte, die seit vielen Jahren in Pension sein könnten und noch immer arbeiten wollen und es auch dürfen. Jenseits der 70 ist sogar die elektronische Krankenakte kein Problem mehr, alles ist möglich. Die Zukunft hat begonnen.

Gott sei Dank geht es bei den noch ordinierenden, hochbetagten Medizinern in erster Linie um Hausärzte. Bei Zahnärzten beispielsweise hätte die große, jahrzehntelange Erfahrung dann schon einen ganz speziellen Reiz!

Weiterführende Infos:
Medizinertest. Sind die Hausschamanen im Kommen?
Pflegeroboter Traugott 1.0
Vom Studieren in Österreich