
Autorin: Astrid Miglar
Titel: Der Tod fährt mit: Ein Steyrtalbahn-Krimi
Genre: Belletristik/Krimis, Thriller, Spionage
ISBN: 978-3-99074-358-4
Verlag: Verlag federfrei
Erschienen: 21.09.2025
Klappentext:
Ein Klassentreffen auf Schienen – und ein Verbrechen, das nie ganz vergessen wurde. 1998 erschüttert der Tod der Schülerin Liliana die kleine Gemeinschaft. Ein Cold Case, der nie gelöst wurde. Jetzt, 2025, treffen sich die ehemaligen Klassenkameraden auf einer Sonderfahrt der Steyrtal-Museumsbahn wieder.
Haubenkoch Paul hat nicht nur das Fest organisiert, sondern auch eine Entdeckung im Gepäck: ein Fund, der neue Fragen aufwirft. Während die Erinnerungen aufflackern und Geschichten von damals erzählt werden, wächst der Verdacht: Ist der Mörder von Liliana unter ihnen? Und kann die Wahrheit nach all den Jahren noch ans Licht kommen?

Rezension von Anna Lemberger
Jeder in der Klasse liebte Liliane, doch einer liebte sie auf bizarre, tödliche Weise. Ihre Leiche wurde nämlich kurz vor der Matura ermordet und grausam als „Engel“ an den Gleisen der Steyrtalbahn inszeniert aufgefunden. 27 Jahre Schweigen sollen mit diesem Klassentreffen beendet werden.
Deshalb kehrt Paul, einst der schüchterne Verehrer und nun erfolgreiche Haubenkoch, zurück. Mit einer exklusiven Fahrt in der Museumsbahn hofft er, die Verdächtigen von damals aus der Reserve zu locken. Doch Paul bringt nicht nur kulinarische Finesse mit zum Klassentreffen – in seinem Gepäck ruht auch ein Geheimnis, das den alten Cold Case mit tödlicher Präzision reaktivieren wird.
Im Zentrum dieses atmosphärischen Kriminalromans steht der begabte Haubenkoch Paul, dessen Leben vom Schatten seiner unvollendeten Jugendliebe Liliane und ihrem grausamen Tod geprägt ist. Dass ihr Mörder noch nicht gefasst wurde, hinterließ bei ihm eine Narbe, die vor Kurzem aufgrund eines spektakulären Fundes wieder aufgerissen wurde. Mit dieser zufällig entdeckten neuen Spur im Fokus ist Paul entschlossen, den Täter im Kreis der einstigen Klassenkameraden zu entlarven. Er inszeniert eine riskante Zusammenkunft, bei der er das kollektive Gedächtnis seiner Mitschüler als psychologisches Werkzeug nutzt. Arglos in seine Pläne hineingezogen, werden die Gäste zu Statisten in einem perfiden und gefährlichen Spiel, bei dem Paul die Grenzen zwischen nostalgischem Wiedersehen und gnadenloser Überführung verschwimmen lässt.
Bereits das Cover fängt die Nostalgie einer vergangenen Ära meisterhaft ein, während die Einleitung gekonnt den Boden für die eigentliche Handlung bereitet. Man spürt förmlich den Ruß und hört das Schnaufen der alten Dampfbahn – so plastisch sind die Bilder, die Miglar heraufbeschwört und die beim Lesen eine sehnsüchtige Lust auf eine Fahrt durch das Steyrtal wecken. Doch die idyllische Kulisse trügt: Die Charaktere sind psychologisch fein gezeichnet, ohne dass die Autorin sich dabei vorzeitig in die Karten schauen lässt. Durch geschickte Richtungswechsel und unvorhersehbare Wendungen bleibt die Spannungskurve bis zum Finale aufrecht. Dass der jungen Frau am Ende zwar Gerechtigkeit widerfährt, die Geschichte aber dennoch ein offenes Echo nachhallen lässt, verleiht dem Roman eine besondere Tiefe.
Mit diesem Werk ist der Autorin ein besonderer Regionalkrimi gelungen, der tief in der Nostalgie der Steyrtalbahn verwurzelt ist. Spannend, gut lesbar und mit einem herrlich schwarzen Humor gewürzt, merkt man jeder Seite die Sachkenntnis der Autorin an. Ein absoluter Lesegenuss mit Tiefgang.

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