
Autorin: Eva M. Bauer
Titel: Brennnesseltage
Genre: Belletristik/ Roman
ISBN: 978-3-948065-41-6
Verlag: STROUX Edition
Erschienen: 13.10.2025
Klappentext:
Um den Petererhof in den Bergen über dem Inntal wuchern die Brennnesseln. Babette lebt hier nach dem Tod ihres Vaters und Bruders ein karges Leben. Brennnesseln sind ihr Nahrung, Heilmittel und Tierfutter zugleich. Wie diese unnahbaren Pflanzen verteidigt sie den Hof eisern gegen alle Ansprüche. Später, als ihr verlorener Sohn Simon zu dem verfallenden Hof zurückkehrt, wird er ihn zu seiner Heimat machen – gemeinsam mit der Künstlerin Luisa, die vor dem Stadtleben geflohen ist. Luisa ist es schließlich auch, die die Geschichten um den Petererhof niederschreiben wird.

Rezension von Anna Lemberger
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges: Hoch über dem Inntal führt Babett mit ihrem alten Vater ein karges, entbehrungsreiches Leben auf dem Bergbauernhof.
Die junge Frau kann das heranwachsende Kind in ihrem Bauch nicht länger verbergen. Über den Vater des Kindes schweigt sie beharrlich – es ist „dieses Kind der Schande“, über das sie nie sprechen wird. Auch nach der Geburt gelingt es Babett nicht, ihrem erstgeborenen Sohn Simon Liebe entgegenzubringen; er wird ihr ein Leben lang fremd bleiben. Denn was keiner ahnt, sind dunkle Geheimnisse, die die Bergbäuerin mit sich trägt …
Und doch ist es ausgerechnet Simon, der nach schwierigen Jahren und einigen Tragödien dazu bestimmt ist, das Erbe und die Tradition seiner Mutter auf dem Petererhof weiterzuführen und dem verwahrlosten Haus wieder Leben einzuhauchen.
Die Autorin orientiert sich an der historischen Geschichte des Petererhofs, die von der Künstlerin Luisa überliefert wurde, und verwandelt sie in einen großartigen und authentischen Roman.
Im Zentrum steht eine unnahbare und schwierige Protagonistin, die an ihrer Mutterrolle scheitert. Sie gibt ihr einjähriges Kind ihrer Cousine im Tal zur Pflege. Dabei lässt sie Simon aber nie ganz los und überträgt ihm bei jeder Begegnung eine viel zu hohe Verantwortung. Denn frühzeitig wird er mit der Beaufsichtigung seines jüngeren Bruders oder mit kleinen Verrichtungen am Hof beauftragt.
Aber nicht nur Simon bekommt Babetts Frustration zu spüren, sondern auch Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung zieht sie in ihre Verbitterung hinein. Nach weiteren Schicksalsschlägen zieht sich Babett noch mehr zurück, verlässt kaum noch das Haus und lässt niemanden zu sich hinein. Auch modernen Errungenschaften verschließt sie sich völlig.
Das Cover des Buches ist gut auf den Inhalt abgestimmt, und die Einleitung führt passend in den Hauptteil hinein. Die Handlung des Romans spiegelt in verstörender und irritierender Weise die Erschwernisse der Bergbauern, aber auch die Rolle der Frauen dieser Zeit wider.
Das Buch wird in zwei verschiedenen Bereichen gehalten: Zum einen erzählt die Autorin in chronologischem Ablauf die Geschichte von Babett, zum anderen – deutlich abgegrenzt – die Geschehnisse aus der Perspektive von Luisa. Der Schluss des Buches eint Trauer mit Hoffnung und lässt beeindruckte und nachdenkliche Leser*innen zurück. Ein flüssig lesbarer und interessanter Roman, der von Anfang bis zum Schluss fasziniert.

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