Jochen Bender: Hurlebaus und das rote Kleid

Jochen Bender

Jochen Bender | Foto: Oertel + Spörer

Jochen Bender: Hurlebaus und das rote Kleid

Autor: Jochen Bender
Titel: Hurlebaus und das rote Kleid
Genre: Kriminalroman
ISBN: 978-3-96555-217-3
Verlag: Oertel + Spörer Verlags-GmbH+Co.KG
Erschienen: 28.08.2025

Klappentext:

Eine Frau verschwindet spurlos. Viel zu spät meldet ihr Bruder sie als vermisst. Tauchte die Frau bei ihrer großen Liebe in Italien unter?
Oder wurde sie das Opfer eines Gewaltverbrechens?
Kommissarin Olga Oleg bittet ihren Kollegen Hurlebaus um Hilfe, der unmittelbar darauf selbst nur knapp einen Anschlag überlebt.
Die Ermittlungen führen die Kommissare von den Stammgästen des „Sonnenstüble“ über die Selbsthilfe
Neurodiversität und familiäre Abgründe bis hin zur Mafia.
Erst das rote Kleid der Verschwundenen liefert schließlich die entscheidende Spur.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Als die Kommissarin Olga Oleg von einem aufgeregten Mann angerufen wird, der seine Schwester Katharina als vermisst meldet, ahnt sie nicht, welche Ausmaße dieser Fall annehmen wird. Bald muss Olga davon ausgehen, dass die Vermisste einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, und bittet ihren Kollegen Jens Hurlebaus um Unterstützung.

Als Hurlebaus kurz darauf selbst Opfer eines Anschlags wird, richtet sich der Verdacht zunächst auf das organisierte Verbrechen. Die nach Italien weisende Spur würde gut zur Mafia passen. Doch eine andere Fährte führt die Ermittler in das kleine Lokal der Verschwundenen, wo sich regelmäßig eine Gruppe sogenannter „Neurodiverser“ trifft. Ist der Täter in dieser Selbsthilfegruppe zu suchen? Oder steckt doch der Bruder der Vermissten hinter dem Geschehen, der sich zunehmend auffällig verhält?

Letztlich ist es ein rotes Kleid, das nicht nur Olga in einen großen Interessenkonflikt bringt, sondern auch zur entscheidenden Spur wird.

Hurlebaus ist ein erfahrener Kriminalbeamter, der schon mehrere gefährliche Täter hinter Gitter gebracht hat. Einige von ihnen haben ihm Rache geschworen. Deshalb hat er sich mit baulichen Sicherheitsvorkehrungen geschützt – und tatsächlich rettet ihm eine verstärkte Tür das Leben, als ein Attentat auf ihn verübt wird. Doch wer steckt dahinter? Hurlebaus muss vorsichtig agieren, was seine Ermittlungen erschwert, sich am Ende aber als berechtigt erweist, wie ein weiterer Vorfall zeigt, der schließlich Licht ins Dunkel bringt.

Seine Kollegin Olga, die sich zur falschen Zeit in den falschen Mann verliebt hat und deshalb vom Fall abgezogen wurde, unterstützt ihn heimlich – und liefert schließlich den entscheidenden Hinweis.

Der Autor hat sich bei diesem spannenden und glaubwürdig erzählten Kriminalroman an einem True-Crime-Fall orientiert und ihn zu einer fiktiven Geschichte ausgebaut. Darüber hinaus befasst sich Bender mit dem Thema Neurodiversität – Menschen, deren Gehirne „anders ticken“, werden oft missverstanden und gesellschaftlich stigmatisiert. Eine Selbsthilfegruppe, wie sie im Roman beschrieben wird, kann in solchen Fällen wertvolle Unterstützung bieten.

Das Cover des Buches ist ansprechend gestaltet, fällt farblich auf, und die Einleitung führt gut in die Handlung ein. Im Hauptteil nimmt der Autor die Leser:innen mit in menschliche Abgründe und zeigt, wie leicht die Aussicht auf schnelles Geld korrumpieren kann. Die Handlung wechselt mehrfach überraschend die Richtung und präsentiert am Ende Täter, mit denen niemand gerechnet hätte – das Finale bleibt jedoch teilweise offen. Auch ein Handlungsstrang aus dem vorherigen Buch wird fortgesetzt, ohne dass Verständnisprobleme entstehen.

Ein flüssig geschriebener, spannender und gut nachvollziehbarer Kriminalroman – geschrieben von einem Autor, der sein Handwerk versteht.


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