Klaus-Peter Wolf: Sommerfeldt SOLO

Klaus-Peter Wolf Foto: Gaby Gerster

Klaus-Peter Wolf | Foto: S. Fischer Verlage © Gaby Gerster

Klaus-Peter Wolf: Sommerfeldt SOLO

Autor: Klaus-Peter Wolf
Titel: Sommerfeldt SOLO / Der Auftrag – Ostfriesenkrimi
Genre: Bellestristik, Kriminalromane und Mystery; Privatdetektive / Amateurdetektive
ISBN: 9783-596-71163-5
Verlag: S. Fischer Verlag GmbH
Erschienen: 27.05.2026

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Klappentext:

„Ihr glaubt der Doktor ist auf der Flucht? Ihr irrt euch. Er ist auf der Jagd…“ Kommissar Rupert

Noch immer wimmelt es in Ostfriesland von Kopfgeldjägern und BKA Beamten, die alle nur ein Ziel haben: Sie wollen Dr. Bernhard Sommerfeldt zur Strecke bringen und entweder das Kopfgeld oder die Beförderung einheimsen. Dabei weiß niemand so genau, wo er sich aufhält.

Die einen glauben, er sei auf einer Arktis-Expedition. Andere wiederum meinen, ihn in Brasilien gesehen zu haben. Doch Sommerfeldt ist nach wie vor da, wo er sich am wohlsten fühlt: In seinem geliebten Ostfriesland. Und er ist wütend genug, um es mit dem Boss aller Bosse. Luis Berreta, und seiner Gang aufzunehmen.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Der bekannteste deutsche Serienkiller Dr. Bernhard Sommerfeldt, alias Dr. Ernest Simmel, hat sich dieses Mal ein ganz besonderes Versteck ausgedacht. Denn er ist nicht nur auf der Flucht vor den Häschern der deutschen Sonderpolizei, sondern auch vor den Kopfgeldjägern Berretas – oder „des Brasilianers“, wie Insider den Herrscher der Unterwelt bezeichnen.

Sommerfeldt hat jedoch die Seiten gewechselt: Jetzt macht er Jagd auf Berreta, der seine geliebte Frauke getötet und sie den Piranhas zum Fraß vorgeworfen hat. Mit der Sondereinheit der Polizei spielt Sommerfeldt, der eine große Fangemeinde besitzt, ein bösartiges Versteckspiel. Gleichzeitig lehrt der Klinikleiter außer Dienst Berreta und seine Mannen das Fürchten.

Im Mittelpunkt des Krimis steht ein gesuchter Serienkiller, der schnell die Herzen der Leserschaft erobert. Während Sommerfeldt mit seinen Feinden kurzen Prozess macht, tritt er bei den Opfern krimineller Machenschaften als Wohltäter und Helfer auf – besonders dann, wenn die Taten auf das Konto des Antagonisten Berreta gehen. Der moderne Robin Hood schleicht sich an und meuchelt leise, denn er hasst Schusswaffen. Und er hat eine Mission: Er will seine geliebte Frauke rächen, deren Urne er immer in seiner Nähe hat.

Das Cover ist ein Blickfang, der neugierig macht, wenngleich das romantische Foto in krassem Gegensatz zum Inhalt des Buches steht. Die etwas irritierende Einleitung ebnet geschickt den Weg für einen spannenden, aber widersprüchlichen Hauptteil. Sowohl der Protagonist als auch eine kleine Gruppe des BKA, die als „Ninja“ bezeichnet wird, haben keine Scheu, Menschen ohne Gerichtsverhandlung zu exekutieren. Natürlich lässt der Autor dabei keinen Zweifel daran, dass dieser Ostfriesenkrimi als eine bitterböse, pechschwarze Satire zu lesen ist.

Der Wechsel zwischen Gut und Böse, zwischen liebevoll und brutal, zwischen unterstützend und ablehnend fließt übergangslos ineinander, was bei den Leserinnen und Lesern durchaus ambivalente Gefühle auslöst. Am Ende des ersten Teils der Trilogie kommen die Opfer zu ihrem Recht, aber Sommerfeldt sendet damit eine klare Botschaft an seinen Kontrahenten. Und die Leserschaft darf sich mit großer Erwartung auf den zweiten Teil freuen.

Eine humorvolle, wenngleich pechschwarze Krimisatire aus Deutschlands hohem Norden. Wortgewaltig und tiefgründig erzählt Klaus-Peter Wolf über Querelen sowohl aufseiten der Guten als auch aufseiten der Bösen. Ein gelungener Lesespaß für heiße Sommertage.


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