Ballhaus – Ein Sommernachtstraum

Ballhaus – Ein Sommernachtstraum

Turbulenzen rund um die Eröffnung

Zum 400-Jahr-Jubiläum des Salzburger Landestheaters hat der renommierte deutsche Dramaturg und Schriftsteller John von Düffel ein neues Stück verfasst. Die Uraufführung am 7. Februar 2026 entführt das Publikum in das Salzburger Ballhaus des Architekten Santino Solari. Kurz vor der Eröffnung sorgen hier Figuren aus dem „Sommernachtstraum“ für allerlei Wirbel. Viel Applaus für einen unterhaltsamen Theaterabend, bei dem auch Sport und Ballett zum Einsatz kommen.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Santino Solari, der Architekt des Fürsterzbischofs, ist stolz darauf, dass er endlich ein Ballhaus, eine Mehrzweckhalle für Frieden, Spiel und Vergnügen bauen darf. Als er aber feststellt, dass dank der Sparmaßnahmen des Baulöwen Egeus seine Pläne abgeändert wurden, erleidet er einen Nervenzusammenbruch.

Wochen später taucht Solari wieder auf und stellt fest, dass die Handwerker bereits fleißig am Üben sind, denn sie wollen bei der feierlichen Eröffnung die tragische Komödie von Pyramus und Thisbe aufführen. Egeus plant, in dieser rauschenden Ballnacht seine Tochter Hermia mit der Staatssekretärin Demetria zu verheiraten. Hermia aber hat sich in den Hochzeitsplaner Lysander verliebt und will mit ihm fliehen. Krieg und Pest verhindern dieses Vorhaben, denn die Stadt wurde abgeriegelt. Angeblich soll es im Ballhaus spuken, daher will Solari die Nacht vor der Eröffnung hier verbringen. Der Sommernachtstraum kann beginnen.

„Genie und Wahnsinn gibt es auch am Bau!“ Hier trifft der frustrierte Architekt Santino Solari (Gregor Schulz) auf den skrupellosen Baulöwen Egeus (Maximilian Schmiedl), der ihm sein schönes Ballhaus ruiniert hat. Für heitere Momente sorgen die Theaterproben der Handwerker (Georg Clementi, Christoph Wieschke und Matthias Hermann). Bei den Liebespaaren gibt es den heute üblichen Geschlechtermix. Hermia (Sophie Borchhardt) soll mit der Staatssekretärin Demetria (Naomi Kneip) verheiratet werden, liebt aber Lysander (Aaron Röll). Der schöne Heleno (Maximilian Paier) will seine Ex Demetria zurückgewinnen. Puck (Nikola Jaritz-Rudle), der Clown der Missetaten, sorgt mit Liebestropfen zusätzlich für Verwirrung. Larissa Enzi darf als durchtrainierte Tennis-Titanin mit dem Architekten tanzen und ihn mit verführerischer Tuchakrobatik beeindrucken. Im Feenreich tummeln sich Mitglieder des Ballettensembles. Oberon, der König der Elfen, (Ben van Beelen) und seine Gattin Titania (Valbona Bushkola) tragen ihre Streitigkeiten tänzerisch aus. Traum und Wirklichkeit verschwimmen immer mehr.

Auch der Sport kommt an diesem Abend nicht zu kurz. So präsentieren die unterschiedlichsten Salzburger Vereine jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn ihre Sportart. Bei der Premiere durfte das Publikum Sportlerinnen und Sportler beim Training des brasilianischen Kampftanzes Capoeira beobachten.

Auf der Bühne, einem Mix aus Turnsaal und romantischem Zauberwald (Bühne und Kostüme: Thomas Mika), herrscht stets reges Treiben. In diesem Ballhaus wird nicht nur Ball gespielt, sondern auch geturnt, getanzt und Theater gespielt. Carl Philip von Maldeghem hat John von Düffels Mischung aus historischer Rahmenhandlung und Shakespeares viel gespielter Komödie mit reichlich Tempo inszeniert und beschert dem Publikum einen überaus vergnüglichen, abwechslungsreichen Abend.

Dorfgockel

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