Wer an einen Bauernhof denkt, hat oft noch das Bild eines Mannes vor Augen, der den Betrieb führt. Doch dieses Vorstellung entspricht immer weniger der Realität. Frauen übernehmen in der Landwirtschaft zunehmend Verantwortung und leiten immer häufiger Höfe. Sie sollten dabei mehr unterstützt werden.

Mein Name ist Jana Djordjevic und willkommen zum neuen So.Wochenkommentar.
Zwar werden österreichweit noch rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe von Männern geführt, dennoch ist der Anteil der Frauen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In Österreich werden bereits 36.000 landwirtschaftliche Betriebe von Frauen geleitet. In Salzburg werden laut dem Grünen Bericht werden bereits 42 Prozent der Bauernhöfe von Frauen geführt. Damit ist Salzburg Spitzenreiter im Bundesländervergleich.
Dieser Trend zeigt, dass sich die Landwirtschaft verändert. Dennoch sind traditionelle Geschlechterrollen in vielen Betrieben noch immer stark verankert. Viele Bäuerinnen übernehmen neben ihrer Arbeit am Hof zusätzlich den überwiegenden Teil der Aufgaben im Haushalt oder in der Kinderbetreuung. Ein großer Teil dieser Arbeit wird oft nicht bezahlt und bleibt gesellschaftlich wenig sichtbar. Es fehlen etwa staatliche Zuschüsse zur Betriebshilfe, Kinderbetreuung im ländlichen Raum oder Kleinprojektförderungen.
Auch bei der finanziellen Absicherung gibt es noch Unterschiede. Bäuerinnen erhalten im Durchschnitt rund ein Drittel weniger Pension als ihre männlichen Kollegen. Deshalb ist es wichtig Frauen in der Landwirtschaft besser abzusichern und ihnen gleiche Chancen zu ermöglichen. Dazu gehört auch, ihre Arbeit stärker anzuerkennen und sie bei der Führung eines Betriebs zu unterstützen. Der steigende Anteil von Frauen an der Spitze landwirtschaftlicher Betriebe ist ein deutliches Zeichen für den Wandel in der Landwirtschaft. Damit diese Entwicklung weitergeht, braucht es faire Rahmenbedingungen und mehr Gleichstellung.
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