Beate Maly: Advent im Grand Hotel

Beate Maly | Foto: Michaela Pink

Beate Maly | Foto: Michaela Pink

Beate Maly: Advent im Grand Hotel

Autorin: Beate Maly
Titel: Advent im Grand Hotel – Eine Weihnachtsgeschichte
Genre: Belletristik/ Historische Romane, Erzählungen
ISBN: 978-3-7408-2601-7
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 25.09.2025

Klappentext:

Das Ernestine-und-Anton-Weihnachtsschmankerl
Advent 1926: Ernestine wird zu einer Ausstellung am Semmering eingeladen. Da sie und Anton dort ihr erstes gemeinsames Abenteuer erlebt haben, beschließen sie, einige Tage im Südbahnhotel zu verbringen. Höhepunkt des Wochenendes ist eine Versteigerung von Kunstgegenständen – doch das wertvollste Bild fehlt. Im weihnachtlichen Trubel findet Ernestine heraus, dass es mehrere Gäste in Geldnöten gibt, die ein teures Bild gut gebrauchen könnten. Oder steckt etwas ganz anderes hinter dem spektakulären Raub?

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Es ist das Jahr 1926, als Ernestine und Anton mit Enkelin Rosa und deren Freund Fritzi ein Adventwochenende im Südbahnhotel am Semmering verbringen. Die beiden unwiderstehlichen Abenteurer haben sich vor allem wegen einer Benefiz-Kunstauktion für das Grandhotel entschieden. Vor dem Abendessen und der anschließenden Versteigerung haben Ernestine und Anton den beiden Kindern eine lustige Rodelpartie, einen Schneemannbau sowie den Besuch des Adventmarkts versprochen.

Beschwingt von der wunderbaren adventlichen Stimmung rund um das Hotel freuen sich beide schon auf die Kunstauktion, zumal sie zuvor Maler und Modell des teuersten Gemäldes kennenlernen durften. Der Adventzauber verfliegt jedoch rasch, denn gleich zu Beginn der Auktion werden zwei Bilder vermisst – und das ist erst ihr kleinstes Problem. Als Anton nämlich das Hotelzimmer betritt, sind die Kinder und Ernestines Handtasche verschwunden …

Die beiden Protagonist*innen sind ein neugieriges, charmantes älteres Paar, das sich nicht gesucht, aber gefunden hat: Anton ist pensionierter Apotheker und wird zum zweiten Mal Großvater. Sein ganzer Stolz ist seine Enkelin Rosa, ein richtiger Wildfang. Antons Lebenspartnerin Ernestine ist Lateinlehrerin im Ruhestand, die keine eigenen Kinder haben durfte, weil Lehrerinnen damals „zölibatär“ leben mussten. Umso größer ist ihre Freude, dass sie für Rosa „Oma“ sein darf. Während Anton ein eher nüchterner, rationaler Mensch ist, besitzt Ernestine eine empathische Gabe, die ihr viele Herzen öffnet und so manches Geheimnis lüftet. Wenn es um Gerechtigkeit geht, ist sie jedoch auch bereit, Grenzen zu überschreiten.

So unterschiedlich Anton und Ernestine auch sein mögen – gemeinsam sind sie unschlagbar.

Cover und Einband des Buches sind kunstvoll gestaltet und geben einen Vorgeschmack auf die Advent- und Weihnachtszeit. Die Einleitung steht anfangs losgelöst vom Hauptteil – umso spannender ist es deshalb zu erfahren, welchem Kontext sie später zugeordnet werden kann. Die Handlung lässt Leser*innen in das Flair der 1920er-Jahre eintauchen: in den schönen Charme dieser Zeit, aber auch in die damals unschöne, benachteiligende Rolle der Frauen. Der Schluss ist überraschend, aber versöhnlich, weil Ernestine, Anton und ihr Schwiegersohn „weihnachtliche Amnestie“ walten lassen.

Eine fesselnde, tiefgehende Geschichte mit der richtigen Mischung aus weihnachtlichem Flair und gesellschaftlicher Tiefe. Für Liebhaber*innen nachdenklicher, charmanter Literatur eine klare Leseempfehlung.


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