Bekenntnisse eines heimlichen Nudisten

Bekenntnisse eines heimlichen Nudisten

Tom Sturm bespielt die Lounge des OFF Theaters mit einem schrägen, absurden Stück von Ken Campbell, das er in einer „Salzburger Fassung“ präsentiert.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Tom verspricht drei Akte ohne Pause, aber mit einem langweiligen Mittelteil. Da bestünde allerdings die Möglichkeit, die Toilette aufzusuchen. Es folgt ein wilder Trip zwischen Phantasie und Wirklichkeit, der bestens unterhält. Viel Applaus bei der Premiere am 23. April 2026 für die großartige Leistung des Schauspielers, der Einblicke in sein turbulentes Leben gewährt.

Tom macht an diesem Abend wirklich alles selbst, er ist Schauspieler, Ton- und Lichttechniker. Nur bei der Regie darf Alex Linse mitmischen. Die gemütliche Lounge im OFF Theater bietet Tom genügend Platz, hier kann er sich austoben, durch Türen und Fenster verschwinden und sogar sein Freiluftbüro aufbauen.

Sein vom Militär geprägter Opa schickt ihn als Kind gerne mit einem Papagei aufs Klo. Dieser als Piratenkapitän verkleidete Vogel wird ihm ein treuer Begleiter auf seinem abenteuerlichen Lebensweg sein. Nachdem er in der Schauspielschule nicht aufgenommen wurde, versucht er nun das Welttheater neu zu konstruieren. Bei seinem Onkel, einem Ufo-Spezialisten, entdeckt er am Chiemsee seine Leidenschaft fürs Nacktbaden. Immer dabei hat er ein Buch seines Lieblingsautors Charles Ford (1874-1937), eines Pioniers der Beschäftigung mit unerklärten Phänomenen.

Schwer zu schaffen macht ihm daher das Verschwinden eines steppenden Musikers. Nach dem Motto „Der Motor des Lebens ist der Zweifel, nicht der Glaube“ beschäftigt er sich gerne mit übernatürlichen Dingen. Inspiriert von der Karl-May-Gesellschaft wird er schließlich selbst zum Sänger und schmettert mit Inbrunst: „Hilf uns großer Manitu!“

Nach einer mysteriösen Zwischenlandung in Karatschi landet er in einem Park in München. In diesem Freiluftbüro interviewt er arbeitslose Schauspieler und hat sogar schon einen Stammkunden. Hier lernt er „Emma will peng!“ kennen, eine Japanerin, die Krankenschwesterstücke schreibt und Gedichte verfasst. Leider endet diese Liebe äußerst tragisch.

Wer sich auf Grund des Titels Nacktheit erwartet, wird enttäuscht werden. Der 90-minütige Monolog mit einem grandiosen Tom Sturm bietet jedoch viel Absurdes und Surreales. Diese letzte Neuproduktion der Spielzeit ist ein Überraschungspaket, das man unbedingt öffnen sollte.

Dorfgockel

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