„Berlin Alexanderplatz“ – Die Geschichte von Franz Biberkopf

„Berlin Alexanderplatz“ – Die Geschichte von Franz Biberkopf

In Alfred Döblins 1929 erschienenem, epischen Roman geht es um soziale Ungleichheit und die Verrohung der Gesellschaft während einer Wirtschaftskrise. Die Brüder Vivan und Ketan Bhatti haben nach einem Libretto von Christiane Neudecker ein spartenübergreifendes Musiktheater geschaffen, das 2023 in der Kritikerumfrage des Fachmagazins „Opernwelt“ als beste Uraufführung nominiert wurde.

Elisabeth Pichler

Von Elisabeth Pichler

Musikdirektor Leslie Suganandarajah, Spezialist für Neue Musik, bringt im Salzburger Landestheater das Werk erstmals in Österreich zur Aufführung. Die Premiere am 11. April 2026 beeindruckte mit einem von Nuran David Calis perfekt inszenierten Totentanz und einem abwechslungsreichen Mix von Neuer, Elektronischer und Populärer Musik.

Ein Erzähler präsentiert uns die Geschichte des Kleinkriminellen Franz Biberkopf, der wegen Totschlags seiner Freundin vier Jahre im Gefängnis war. Hier hat er sich eigentlich recht wohl gefühlt, war doch alles strukturiert: „Ein großes Glück, in diesen Mauern zu wohnen!“ Er nimmt sich zwar vor, jetzt anständig zu werden, doch das ist im Chaos der Großstadt gar nicht so einfach.

Franz, ein großer, ungeschlachter Mann, ist zwar stark wie ein Baum, doch leider nicht der hellste. Er lässt sich leicht manipulieren und wird ständig in den Abgrund gezogen. Der fiese Reinhold und seine Bande geben sich als Obsthändler aus, rauben aber lieber leerstehende Villen aus. Als Franz bei einem dieser Einbrüche Schmiere steht, werden sie überrascht und müssen fliehen. Reinhold wirft Franz aus dem Fluchtauto. Dieser wird überrollt und verliert dabei einen Arm.

Auch mit den Damen hat Franz kein Glück. Seine geliebte Mieze geht zwar für ihn anschaffen, doch als sie sich in einen Freier verliebt, rastet er völlig aus. Reinhold kommt ihr zwar zu Hilfe, doch ein Treffen mit ihm im Wald endet tödlich für sie. Franz landet unter Mordverdacht im Gefängnis und schließlich in der Psychiatrie. Hier wird er endlich von all seinen Leiden befreit.