Bluesabend voller Gefühl und musikalischer Klasse

Bluesabend voller Gefühl und musikalischer Klasse

Fotos (9): © 2026 Karl Traintinger

Persönlich, sympathisch und mitreißend: Kyla Brox hat das Publikum in Mattighofen im Sturm erobert. Mit persönlichen Lebenserinnerungen schuf die Sängerin von der ersten Minute an eine magische Nähe – bevor sie die Besucherinnen und Besucher mit ihrer erdig-samtenen Stimme vollends verzauberte.

Von Karl Traintinger

Kyla Brox gilt nicht ohne Grund als „First Lady des britischen Blues“. Ihre Stimme vereint rohe Energie, technische Sicherheit und große Emotionalität. Mühelos wechselt sie zwischen leisen, gefühlvollen Momenten und kraftvollen Passagen. Dabei sind ihre Blueswurzeln ebenso spürbar wie ihre Einflüsse aus Soul und Gospel. Besonders berührend war die ehrliche und unmittelbare Art, mit der sie auch ruhigere, melancholische Stücke vortrug.

Seit ihrer Kindheit stand Kyla Brox gemeinsam mit ihrem Vater Victor Brox auf der Bühne. Der bedeutende Blues- und Soulmusiker ist vor einigen Jahren verstorben. Umso bewegender war das Lied, das Kyla an diesem Abend aus seinem musikalischen Erbe präsentierte. Ihre tiefe Verbundenheit mit ihrem Vater und ihren musikalischen Wurzeln war dabei deutlich spürbar. Ein weiteres Markenzeichen der Sängerin ist ihr Querflötenspiel, das sie wirkungsvoll mit ihrem Gesang verbindet.

Für Begeisterung sorgten auch die Musiker an ihrer Seite. Paul Farr beeindruckte mit virtuosen Soli und ausdrucksstarken Gitarrenriffs. Mehrmals riss er die Besucherinnen und Besucher zu spontanem Begeisterungsapplaus hin. Der britische Gitarrist ist seit vielen Jahren als Sessionmusiker tätig und arbeitete unter anderem mit Tom Jones, Lily Allen, Corinne Bailey Rae und Joss Stone. Sein Spiel verbindet klassischen Blues mit Elementen aus Soul, Funk und Jazz.

Danny Blomeley bildete am Bass das musikalische Rückgrat der Band. Er ist außerdem Akustikgitarrist, Keyboarder und Songwriter. Bereits mit zwölf Jahren begann er, Bass zu spielen, und lernte damals auch Kyla Brox kennen. Heute sind die beiden nicht nur musikalische Partner, sondern auch miteinander verheiratet. Blomeley wirkt am Songwriting der Kyla-Brox-Band mit und ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der britischen Blues- und Soulszene.

Am Schlagzeug sorgte Luke Flowers für präzise Grooves und viel Dynamik. Bekannt ist er vor allem als langjähriges Mitglied des Nu-Jazz-Ensembles The Cinematic Orchestra. Seine internationale Erfahrung und sein vielseitiges Spiel gaben den Songs zusätzlichen Druck und Tiefe.

Als Zugabe schenkte Kyla Brox dem Publikum Leonard Cohens „Hallelujah“. Dieser stimmungsvolle Abschluss rundete einen Konzertabend ab, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Ein herzliches Dankeschön an Gernot Bernrider, der wieder einmal einen höchstklassigen Liveact nach Mattighofen und ins Innviertel brachte. Kyla Brox und ihre Musiker zeigten eindrucksvoll, wie lebendig, gefühlvoll und mitreißend Blues sein kann.

Siehe auch:
Der NYCMM (New York City Musik Marathon) in Mattighofen >

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