Blumenstrauß statt Abschreckung

Blumenstrauß statt Abschreckung

Die Welt steht wieder einmal schief. Alte Verbündete verabschieden sich, Populisten wittern Morgenluft und die Tech-Giganten digitalisieren den Irrsinn gleich mit. Der Mensch lernt bekanntlich langsam, vor allem die schlichte Lektion, dass Kriege nur Leid und Elend kennen. Außer bei denen, die davon profitieren.

Und Österreich? Tut in der Krise, was es am besten kann: eine Kommission einsetzen, ein Gutachten beauftragen, die Lage prüfen lassen. Die Bundesregierung ließ Experten erheben, wie es um das Bundesheer steht und was zur Verteidigung der Republik nötig wäre. Die Experten lieferten. Seither wird politisch erörtert, ob man davon tatsächlich etwas brauchen könnte. Wenn es ernst wird, beginnt hierzulande traditionell zuerst das Nachdenken über das Nachdenken.

Im Parlament weiß man es ohnehin besser. Dort ist man universell zuständig: für den Weltfrieden, die Wehrpolitik und vermutlich auch für die exakte Höhe der Gehsteigkanten. Also legt man munter eigene Vorschläge nach und zerlegt einander mit beachtlichem Eifer. Das erzeugt Schlagzeilen, ersetzt aber keine Verteidigungsfähigkeit.

Der Bürger sieht zu und fragt sich, ob seine Vertreter das Land absichern wollen oder bloß die nächste Presseaussendung. Während die Regierung zögert und das Parlament streitet, kann sich die populistische Opposition entspannt zurücklehnen. Denn nichts stärkt die einfachen Parolen so sehr wie das komplizierte Lavieren der Regierenden.

So schlicht ist es am Ende: Mit Blumen schreckt man niemanden ab. Und die Neutralität ist kein Zaubermantel, sondern eher ein Schild an der Wand, das Sicherheit verspricht, ohne sie zu garantieren. Wenn es wirklich ernst wird, dreht der Iwan nicht um, nur weil wir ihm einen Geranientopf entgegenhalten.


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