Ein Wiedersehen in Beton und Bewegung
Manche Orte erzählen ihre Geschichte nicht in Worten, sondern in Formen. Am Zürcher Bahnhof Stadelhofen ist das derzeit besonders spürbar.

Von Karl Traintinger
Mit dem neuen „Haus zum Falken“ kehrt Santiago Calatrava an jenen Platz zurück, an dem er in den 1980er-Jahren eines seiner frühen Schlüsselwerke schuf. Bahnhofserweiterung und Neubau bilden heute ein Ensemble, das Vergangenheit und Gegenwart harmonisch miteinander verbindet.
Die Erweiterung des historischen Bahnhofs von 1894 war damals ein mutiger Schritt: offene Bahnsteigüberdachungen aus Beton und Stahl, rhythmisch gerippt, beinahe organisch. Schon hier zeigte sich Calatravas Handschrift, die Technik nicht versteckt, sondern sichtbar macht. Jahrzehnte später setzt das neue Büro- und Fahrradhaus diesen Gedanken fort. Die geschwungene Metallfassade reagiert auf Licht und Bewegung und gibt dem Platz eine neue, ruhige Präsenz.

Besonders überzeugend ist die Nutzung: Rund 800 Fahrradstellplätze unter dem Gebäude machen den Alltag einfacher und den Umstieg zwischen Velo und Bahn selbstverständlich. Architektur wird hier nicht zum Selbstzweck, sondern zum Mitspieler des urbanen Lebens.

Santiago Calatrava, geboren 1951 in Valencia, studierte Architektur und Bauingenieurwesen, unter anderem an der ETH Zürich, wo er auch promovierte. In Zürich eröffnete er sein erstes Büro. Internationale Bekanntheit erlangte er mit Brücken, Bahnhöfen und Kulturbauten von Sevilla über Liège bis New York. Seine Architektur verbindet Konstruktion, Bewegung und eine fast körperliche Formensprache – sichtbar am Stadelhofen damals wie heute.

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