Christian Schleifer: Perchtoldsdorfer Rache

Christian Schleifer

Christian Schleifer | Foto: Sebastian Räuchle/tiefenscharf.at

Christian Schleifer: Perchtoldsdorfer Rache

Autor: Christian Schleifer
Titel: Perchtoldsdorfer Rache
Genre: Kriminalroman
ISBN: 978-3-7408-2509-6
Verlag: Emons Verlag GmbH
Erschienen: 25.09.2025

Klappentext:

Eine tödliche Familienfehde wirft ihre dunklen Schatten, und die Charlotte steckt wieder mittendrin.
Die Premiere des ersten internationalen Tennisturniers im beschaulichen Weinort Perchtoldsdorf wird von einer Reihe mysteriöser Morde überschattet.

Die Opfer haben eines gemeinsam: Sie alle gehörten zwei prominenten Familien des Landes an, unter anderem der von Charlottes Erzfeind Adefris. Für sie ist daher klar, dass sie mit der Aufklärung des Falls nichts zu tun haben will. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert, und so muss sich die Charlotte wohl oder übel in die Ermittlungen stürzen.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Der Patriarch der ultrarechten Perchtoldsdorfer Familie Adefris wird grausam ermordet aufgefunden – mit ominösen Nachrichten auf seiner Leiche.

Sind die Täter in der Antifa-Szene zu suchen, oder soll mit den Botschaften nur eine falsche Fährte gelegt werden?

Die Winzerin Charlotte Nöhrer wird von Gattringer, dem Manager des Tennisturniers, gebeten, „ein bisschen auf die Familie aufzupassen“, nachdem auch ein Sohn der Adefris beim Training „weggebombt“ wird.

Das gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht, denn Charlotte verkörpert mit ihrer Lebensweise genau das Feindbild, das der rechte Clan bekämpft. Deshalb beobachtet sie die anstrengende Familie nur halbherzig – und undercover aus der Ferne.

Als die Mordserie jedoch in die Nähe von Flora, Charlottes kleiner Schwester, rückt, ist es mit der Zurückhaltung vorbei. Sie unterstützt die völlig im Dunkeln tappende Polizei bei ihren Ermittlungen – und bringt am Ende überraschende Erkenntnisse ans Licht.

Die Protagonistin ist eine umtriebige, ehemalige Polizistin, die ihren Staatsdienst quittierte, um das elterliche Weingut weiterzuführen. Die Tausendsassa Charlotte hat das Gut gemeinsam mit ihrer Lebenspartnerin Andrea längst modernisiert und verfolgt ehrgeizige Pläne. Doch immer wieder wird die taffe Winzerin in mehr oder weniger freiwillige Ermittlungsarbeiten hineingezogen – meist, um ihrem Cousin, einem ehrgeizigen Dorfpolizisten, unter die Arme zu greifen.

Der Autor lässt erneut in Perchtoldsdorf morden und führt seine Leserinnen und Leser in ein bizarres Szenario aus dörflichen Intrigen, Gier, Rachegedanken und national-rechter Ideologie. Mit pechschwarzem Humor und schrägem Witz karikiert Schleifer die Szene der „ewig Gestrigen“ und rückt sie ins grelle Licht der Öffentlichkeit.

Das Buchcover lädt mit seiner symbolischen Gestaltung zum Nachdenken ein und macht neugierig auf die Lektüre. Die Einleitung ist gruselig-makaber und verlangt Sinn für schwarzen Humor. Im Hauptteil bleibt neben der Krimihandlung viel Raum für Charlotte, ihre Familie, ihre Hobbys – und natürlich ihre „Wunderwaffe“, den Schüttelwein. Über Täter und Motiv werden die Lesenden früh informiert, während die Ermittler noch lange im Dunkeln tappen. Das offene Ende weckt zudem die Neugier auf eine Fortsetzung der Reihe.

Ein spannender, regionaler und authentischer Kriminalroman aus Niederösterreich, bei dem Ironie und Sarkasmus im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig greift die Geschichte aktuelle gesellschaftliche Themen auf – und regt zum Nachdenken an.


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