Zwischen Leichtigkeit und Gravitation

Zwischen Leichtigkeit und Gravitation

Clemens Wolfs Fallschirmkunst als sinnliche Momentaufnahme

In seiner aktuellen Ausstellung zeigt der Wiener Künstler Clemens Wolf, wie viel Poesie in einem alten Fallschirm stecken kann. Was einst funktionaler Flugkörper war, verwandelt sich in Wolfs Händen zu einem Träger von Erinnerung, Materialgeschichte und ästhetischer Kraft.

Von Karl Traintinger

Wolfs Arbeiten zeichnen sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Material, Oberfläche und Kontext aus. In seiner international beachteten Serie parachute paintings verarbeitet er ausgemusterte Fallschirme zu skulpturalen Objekten, indem er deren Faltenwurf in Epoxidharz fixiert. Wolfs Werke bewegen sich an der Schnittstelle von Malerei und Skulptur und verbinden technische Raffinesse mit sinnlicher Ausdruckskraft.

Was bedingt eine Falte? Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch sein Schaffen. Jede Falte erzählt eine einmalige Geschichte – vom einstigen Gebrauch, wie sie entstanden ist, vom Wandel. Viele alte Hochkulturen hatten ihre typische Falte. Neu ist die farbliche Erweiterung: Auch die ursprüngliche Farbigkeit der Fallschirme wird nun betont eingesetzt und verleiht den Arbeiten zusätzliche emotionale Tiefe und visuelle Spannung.

Die Ausstellung ist eine kluge Reflexion über Zeit, Transformation und die Schönheit des Unwiederbringlichen. Sie fordert das Gedächtnis der Betrachter ebenso wie deren Sinne – und bleibt lange nach dem Besuch im Kopf.

Kurzvita Clemens Wolf

Clemens Wolf, geboren 1981 in Wien, studierte von 2001 bis 2007 Malerei an der Kunstuniversität Linz bei Ursula Hübner. Seine künstlerische Laufbahn begann in der Graffitiszene. Seine frühen Werke widmeten sich Ruinen, Zäunen und der Ästhetik des Verfalls.

In der Serie remix verarbeitet er frühere Schablonen weiter, indem er sie zerschneidet und neu arrangiert. Wolf erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Strabag Artaward und den Anton-Faistauer-Preis. Seine Werke befinden sich u. a. in der Albertina, der Artothek des Bundes und in internationalen Sammlungen. Ausstellungen führten ihn nach China, Frankreich, Deutschland, die Schweiz und in die USA.

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