Dämonen zwischen Farbe, Wort und Mythos

Dämonen zwischen Farbe, Wort und Mythos

Bekannt als Bestsellerautor, überraschend als Maler: Das Literaturhaus Salzburg zeigt Michael Köhlmeiers Werkserie „Dämonen“ – eine leidenschaftliche Konfrontation mit der inneren Wirklichkeit auf Leinwand.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Köhlmeiers farbintensive Gemälde in Mischtechnik auf Leinwand erinnern an expressionistische Malerei, Art-Brut und zeigen eine spontane, fast comicartige Bildsprache. Fantastische Wesen, groteske Figuren und maskenhafte Gesichter bevölkern die Bilder. Zwischen Mensch, Tier und Mythos entstehen traumhafte Gestalten, die zugleich fremd und vertraut wirken. Auffallend ist der Einsatz von Sprache. Wörter und kurze Textpassagen fließen in die Gemälde ein und schaffen eine unmittelbare Verbindung zu Köhlmeiers literarischem Werk. Die Bilder erzählen Geschichten, ohne sie eindeutig festzulegen, und lassen Raum für eigene Gedanken und Deutungen.

Bei den „Dämonen“ geht es nicht um das Böse im moralischen Sinn. Vielmehr macht Köhlmeier innere Kräfte sichtbar: Gefühle, Ängste, Sehnsüchte und Gedanken, die uns begleiten und herausfordern. Seine Bilder geben diesen oft schwer greifbaren Zuständen eine eigenständige, mitunter verstörende Form. Trotz ihrer grotesken Motive besitzen die Werke eine starke ästhetische Wirkung. Leuchtende Farben, rätselhafte Figuren und eingeschriebene Textfragmente verbinden sich zu offenen Bildwelten, die viele verschiedene Zugänge ermöglichen.

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Videointerview mit Michael Köhlmeier, das im Ausstellungsraum zu sehen ist. Auf einer großen Ledercouch können Besucher:innen Platz nehmen und dem Gespräch folgen.

„Dämonen“ eröffnet damit einen spannenden Einblick in eine weniger bekannte Facette des vielseitigen Künstlers.

Literaturhaus Salzburg
Montag – Donnerstag: 10-16 Uhr
Michael Köhlmeier – bis 18. Dezember 2026

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