Das Konradinum in Eugendorf ist eine Institution, in der knapp 40 Menschen mit schwerer Behinderung leben. Das Heim wurde neu errichtet und die Bewohner konnten Ende letzten Jahres ihre neue Wohnstätte beziehen.

Von Karl Traintinger
Soweit so gut. Das Land hat der Gemeinde die Immobilie samt Grund verkauft und diese möchte nun das Objekt in den nächsten Wochen schleifen. Das Grundstück soll Eugendorf als Baulandreserve dienen.
Bis zu diesem Zeitpunkt war offensichtlich niemanden klar, dass dem Abriss auch die Schutzmantelmadonna, ein Wandbild von Prof. Karl Weiser zum Opfer fallen würde. Das Bild ist eine Kombination von Seccomalerei und Fresko und wurde im Jahre 1968 geschaffen.

In den letzten Tagen haben Christoph Kendlbacher, ein Mitarbeiter in einem Restaurierungsbetrieb und der Sohn des Künstlers, Wolfgang Weiser alles versucht, das Kunstwerk zu erhalten. Zuerst wollte niemand zuständig sein, das Werk stand auch nicht unter Denkmalschutz. Nachdem zusätzlich die Presse eingeschaltet wurde und anfänglichen, gegenseitigen Schuldzuweisungen kam dann doch Bewegung in ganze Geschichte.

Wie es aktuell ausschaut, wird das Wandbild erhalten und alle Beteiligte freuen sich und helfen mit. Die Finanzierung ist wie es scheint gesichert, auch wurden Handwerker gefunden, die kurzfristig bei der Sicherung der Schutzmantelmadonna helfen können. Selbst unter Denkmalschutz wurde es gestellt! Als künftiger Standort wäre das neue Konradiunum angedacht.
Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als am Feuerwehrhaus in Obereching/ St. Georgen bei einer Sanierung des Gebäudes das alte Wandbild, ein römischer Aquädukt von Christoph Paulowitz plötzlich weg war und durch einen neuen Floriani ersetzt wurde. Bis heute ist nicht einmal mehr ein Foto des alten Bildes aufgetaucht. Schön, dass in Eugendorf eine bessere Lösung gefunden wird, wie es scheint!

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