Das neue Sportzentrum in Zürich-Oerlikon soll 373 Millionen Franken (397 Mio. Euro) kosten. Der Ersatzbau umfasst ein Hallen- und ein Freibad, zwei Eishallen, ein Rasenspielfeld auf dem Dach, zwei weitere Rasenspielfelder, Sauna, Restaurant, Parkhaus und einen Werkhof.

Von Heinrich Frei, Zürich, Schweiz
Armut im reichen Zürich
Politiker André Odermatt meinte, Zürich könne sich „dies leisten“. Doch viele Menschen können sich auch im reichen Zürich vieles „nicht leisten“. 1,34 Millionen Menschen sind in der Schweiz armutsgefährdet – das sind 15,6 Prozent der Bevölkerung. Abends bilden sich neben den Gleisen beim Zürcher Hauptbahnhof an der Europaallee lange Schlangen von Menschen, die auf Essen warten.
Abriss ohne Skrupel?
Als Architekt erstaunt es mich, dass man das schöne Hallenbad und die Eisbahn in Oerlikon abreißen will. Ökologische und wirtschaftliche Skrupel scheint man dabei nicht zu haben. Mit den 373 Millionen Franken könnte man rund 746 Vierzimmerwohnungen bauen, die jeweils 500.000 Franken kosten.
Hallenbad und Eisbahn: Geschichte
Das Hallenbad Oerlikon wurde 1978 von Architekt Kollbrunner errichtet, 2006 umfassend saniert und 2015 technisch erneuert. Die Kunsteisbahn auf der anderen Straßenseite stammt aus dem Jahr 1984 – auch sie soll verschwinden. In der neuen Eishalle soll man künftig ganzjährig Schlittschuh laufen können – auch bei 35 Grad?
Blick zurück: Neubauten verhindert
Das Kongresshaus Zürich (1937–1939, Architekten Häfeli, Moser und Steiger) sollte 2008 abgebrochen und ersetzt werden, was eine Volksabstimmung verhinderte. Auch den Hauptbahnhof Zürich (1871, Architekt Wanner) wollte man 1971 abreißen – er blieb und wurde saniert. 1964 lag ein Neubauplan von Jørn Utzon für das Schauspielhaus am Pfauen vor, der jedoch nie umgesetzt wurde.
Abstimmung 2025
Am 28. September 2025 wird über das Hallenbad in Oerlikon abgestimmt. Im Gemeinderat stimmten SP, FDP, Grünliberale, Alternative Liste, die Mitte und die EVP für den Baukredit von 373 Millionen Franken. Die SVP enthielt sich zunächst, beschloss aber in ihrer Delegiertenversammlung die Nein-Parole.

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