Das Shakespeare schließt für immer

Das Svetlov Theater brachte Literatur, Politik und freie Bühnenkunst ins Salzburger Shakespeare.

Das Svetlov Theater brachte Literatur, Politik und freie Bühnenkunst ins Salzburger Shakespeare | Fotos: Karl Traintinger

Nach fast vier Jahrzehnten geht Wolfgang Schwaiger in den wohlverdienten Ruhestand. Ende Juli verliert damit Salzburg einen prägenden Ort der freien Kulturszene, der fehlen wird.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Seit 1987 führte Wolfgang Schwaiger das Café-Restaurant Shakespeare in der Hubert-Sattler-Gasse. Am 31. Juli 2026 wird das Lokal endgültig schließen. Für Salzburg bedeutet das nicht nur das Ende eines gastronomischen Betriebs, sondern auch den Abschied von einem Kulturort, der über Jahrzehnte hinweg die freie Szene begleitet und mitgeprägt hat.

Schwaiger, Absolvent der Hotelfachschule Klessheim, wollte nach seiner Ausbildung zunächst die Welt kennenlernen. Er arbeitete unter anderem in Kalifornien und erhielt dort sogar das Angebot, als Buschpilot in Alaska tätig zu werden. Letztlich führte ihn sein Weg aber zurück nach Salzburg – mit der Idee, einen Ort für Kunst, Musik, Theater und gesellschaftliche Diskussion zu schaffen.

Das Shakespeare wurde zu genau diesem Ort. Kunst abseits großer Institutionen, mit überschaubaren Mitteln, persönlicher Atmosphäre und Raum für Diskussion war der Tenor. Künstlerinnen und Künstler konnten ihre Arbeiten zeigen, freie Theatergruppen erhielten im hauseigenen Svetlov-Theater eine Bühne und das Publikum begegnete einer Kultur, die sich nicht immer leicht einordnen ließ und gerade deshalb interessant war.

Schwaiger verstand sich dabei nicht nur als Wirt, sondern auch als kritischer Beobachter des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Seine Überzeugung, dass jeder Mensch ein Individualist sei, prägte den Charakter des Hauses. Das Shakespeare bot Raum für unterschiedliche Haltungen, ungewöhnliche Projekte und Gespräche, die nicht an der Oberfläche blieben.

Auch die Galerie im Haus war über viele Jahre ein wichtiger Bestandteil dieses Konzepts. Bis zum Monatsende werden dort noch Werke namhafter Künstlerinnen und Künstler gezeigt, die im Shakespeare ausgestellt haben.

Die Corona-Pandemie brachte schließlich einen tiefen Einschnitt. Von den Folgen hat sich das Lokal nicht mehr vollständig erholt. Nun geht Wolfgang Schwaiger in den Ruhestand – und mit ihm endet eine Ära.

Das Shakespeare war Café, Restaurant, Galerie und Bühne zugleich. Vor allem aber war es ein offener Treffpunkt für Menschen, die Kunst nicht nur betrachten, sondern diskutieren und erleben wollten. Mit seiner Schließung verliert Salzburg einen eigenständigen, oft unbequemen und gerade deshalb unverwechselbaren Kulturort.

Berichte der Dorfzeitung aus dem Shakespeare >

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1 Kommentar zu "Das Shakespeare schließt für immer"

  1. Kurt G. Maurer Maurer Kurt G. | 22. Juli 2026 um 18:41 |

    Lieber Wolfgang, alles Gute für Deine Zukunft. Deine herzliche Art sowie Deine Kunstsinnigkeit werden nicht nur mir fehlen!

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