Gipfelstürmer oder Höhenverrat?
Der Alpenverein Salzburg macht ernst: Das traditionsreiche Zeppezauerhaus am Untersberg soll geschlossen werden. Nicht etwa, weil die Aussicht plötzlich langweilig oder die Kaspressknödelsuppe ungenießbar geworden wäre – nein, eine Sanierung ist offenbar zu bodenständig.
Man denkt lieber gleich visionär an den großen Wurf: Erweiterung? Verkauf? Vielleicht ein Boutique-Hotel mit Gletscher-Spa und E-Bike-Lounge?
Dass die Hütte ein beliebter Anlaufpunkt für erschöpfte Wanderer am Ende des Doppler- oder Reitsteiges ist – geschenkt. Dass sie Geschichte und Geschichten beherbergt – offenbar irrelevant. Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier nicht mehr das alpine Herz, sondern der Immobilienrechner schlägt.
Romantiker mögen jetzt aufschreien, aber der Berg ruft heutzutage wohl nur noch dann, wenn er Rendite verspricht. Die gute alte Hüttenheimat wird zur Verhandlungsmasse – da bleibt einem nur noch die Bergluft zum Durchatmen. Und verständnislos Kopf schütteln.




Visionärer Almhüttenumbau vor einigen Jahren in den Hohen Tauern: die Rudolshütte am Weißensee | Fotos: © Karl Traintinger, Dorfbild.at
Info: Das Zeppezauerhaus am Untersberg blickt auf eine lange und traditionsreiche Geschichte zurück. Errichtet wurde es 1914 vom Alpenverein Salzburg als Ersatz für einen Vorgängerbau, der 1912 einem Brand zum Opfer fiel. Seinen Namen erhielt das Haus zu Ehren des damaligen Vereinsvorsitzenden Moritz Zeppezauer. Ursprünglich als klassische Schutzhütte für Bergsteiger gedacht, wurde das Zeppezauerhaus im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich modernisiert – unter anderem mit zukunftsweisenden Energie- und Abwasserlösungen. Durch seine unmittelbare Nähe zur Bergstation der Untersbergseilbahn hat es sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt, das Einheimische wie Gäste gerne ansteuern. Seit 2019 wird das Haus mit viel Engagement und Herzblut und großem Erfolg von den aktuellen Pächtern geführt.

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