Albert Camus (1913–1960) gilt als einer der bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Während des Zweiten Weltkrieges war er die intellektuelle Leitfigur der französischen Résistance gegen die deutsche Besatzung.

In den Kammerspielen des Salzburger Landestheaters inszeniert Murat Dikenci „Der Fremde“ (1942), ein Schlüsselwerk des Existenzialismus und der Philosophie des Absurden. Ein beunruhigendes, kraftvoll in Szene gesetztes Werk, das in der Vorstellung am 7. April 2026 zu Recht gefeiert wurde.
Völlig emotionslos erzählt uns der 32-jährige Franzose Meursault, der in Algier in einer Spedition arbeitet, vom Tod seiner Mutter: „Heute ist Mamam gestorben. Oder vielleicht gestern, ich weiß es nicht.“ Er bekommt von seinem Chef zwei Tage Urlaub, um das Begräbnis zu organisieren. Seine mentale Kälte verstört die Angestellten des Altersheims, in dem seine Mutter unterbracht war.
Schon am nächsten Tag trifft er sich mit Marie, einer ehemaligen Arbeitskollegin, am Meer und geht dann mit ihr ins Kino. Antriebslos lebt er in den Tag hinein und hört sich die wirren Geschichten seines aggressiven Freundes Raymond an. Dieser hat Stress mit einem Araber, da er dessen Schwester, mit der er zusammenlebt, ständig verprügelt. Bei einem Ausflug ans Meer treffen sie durch Zufall auf ihn und Meursault tötet ihn fast versehentlich und eigentlich ohne besonderen Grund. Auf den Leichnam gibt er dann noch weitere vier Schüsse ab. Ob das als unbeabsichtigter Totschlag durchgehen wird, ist demnach fraglich.
Bei der Gerichtsverhandlung benimmt sich Meursault äußerst ungeschickt und zeigt keinerlei Reue. So wird er schließlich zum Tode verurteilt. Als der Anstaltsgeistliche für ihn beten will, rastet er völlig aus. Er glaubt nicht an Gott und ist eigentlich erleichtert, dass sein absurdes Leben, das ohnehin nicht von Bedeutung ist, nun endlich zu Ende geht.

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