Die Freie Bühne Salzburg bringt Molières 1666 uraufgeführten Klassiker in einer modernen Fassung von Helmut Vitzthum am Schlossberg zur Aufführung. Bei schönem Wetter wird die romantische Naturbühne bespielt, bei Schlechtwetter findet die Aufführung im Diabelli Saal im Schloss statt.

Der Sonderling Alceste fühlt sich der absoluten Wahrheit verpflichtet und eckt damit ständig an. Ich durfte die Generalprobe am 29. Juli besuchen und kann ein sommerliches Vergnügen, auch bei regnerischem und kühlem Wetter, versprechen.
„That’s life“, behauptet Frank Sinatra, während eine muntere Party-Gesellschaft die Bühne betritt. Alceste aber ist sauer. Er will sich nicht verstellen und verbiegen, das überlässt er lieber den anderen. Sein Freund Philinte rät ihm zur Mäßigung, denn Wahrheit könne verletzen.
Alceste aber will sich nicht anbiedern, er braucht keine Freunde. Das bekommt Oronte, ein selbstbewusster Dichter, zu spüren, als er stolz sein neues Sonett präsentiert und um ehrliche Kritik bittet. „Werfen Sie es gleich auf den Mist, denn es ist Mist.“ Schwergekränkt will der verkannte Künstler nun vor Gericht ziehen. Nur bei der jungen, leichtlebigen Witwe Celimene wird der alte Brumm-Bär schwach. Diese erwidert zwar seine Gefühle, doch lässt sie sich weiterhin von der halben Stadt umwerben. Alcestes Vorschlag, mit ihr aufs Land zu ziehen, gefällt ihr daher absolut nicht.

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