Der „Mucki“ vom Bruderhof

Der "Mucki" vom Bruderhof

Beim Schallmooser Stadtteilfest am 10. Juli gab es neben Gesprächen, Begegnungen und regem Treiben auf der Kulturmeile noch etwas Besonderes zu entdecken: das historische Feuerwehrauto „Mucki“. Der Tanklöschwagen der Freiwilligen Feuerwehr Salzburg, Löschzug Bruderhof, zog viele Blicke auf sich. Liebevoll gepflegt, erinnerte er am Fuße des Kapuzinerbergs an ein Stück lebendige Salzburger Stadtgeschichte.

Karl Traintinger

Von Karl Traintinger

Wer vor dem Opel Blitz 3,6-6700 A stehen blieb, merkte rasch: Hier geht es nicht allein um Technik, Daten und Baujahre. Natürlich beeindruckt der Veteran mit seinem Baujahr 1942/43, mit Sechszylindermotor, zuschaltbarem Allradantrieb und einer Pumpenleistung von 1.500 Litern pro Minute. Aber seine eigentliche Geschichte beginnt dort, wo es eng wird – auf den steilen, schmalen Zufahrten zum Kapuzinerberg.

Über viele Jahrzehnte war „Mucki“ nämlich jenes Tanklöschfahrzeug, das dort hinaufkam, wo andere passen mussten. Der Kapuzinerberg stellte ganz eigene Anforderungen: kein Ort für große Auftritte, sondern für Wendigkeit, Bodenhaftung und Verlässlichkeit. Genau darin lag die Stärke dieses kompakten Opel Blitz. Er war nicht der lauteste Held, aber einer, der dorthin kam, wo er gebraucht wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versah das Fahrzeug bis 1975 seinen Dienst bei der Berufsfeuerwehr Salzburg, danach bei der Freiwilligen Feuerwehr. Und selbst als die Technik längst moderner geworden war, blieb „Mucki“ noch bis etwa 2000 als Reservefahrzeug erhalten. Das sagt einiges über ein Einsatzgerät aus. Oder, einfacher formuliert: Was gut ist, gibt man nicht so schnell auf.

Dass „Mucki“ heute noch zu sehen ist, verdankt sich nicht dem Zufall, sondern jahrzehntelanger Pflege. Seit den 1970er-Jahren wurde das Fahrzeug immer wieder überarbeitet, technisch angepasst und schließlich restauriert. Zum Glück offenbar mit Augenmaß. Denn der alte Feuerwehrwagen wurde nicht geschniegelt, bis er wie ein Museumsstück ohne Leben dasteht. Er durfte seinen Charakter behalten – und damit auch seine Geschichte.

So war „Mucki“ beim Stadtteilfest nicht bloß ein hübscher Oldtimer für Erinnerungsfotos. Er erinnerte an eine Zeit, in der Einsatzfahrzeuge noch Ecken, Kanten und ein klar erkennbares Arbeitsleben hatten. Vor allem aber steht er für ein Stück Salzburg, das man nicht nur anschauen, sondern auch verstehen kann: die besondere Topografie der Stadt, die Anforderungen des Feuerwehrdienstes und den stillen Wert verlässlicher Technik.

Ein Fahrzeug wie dieses erzählt eben mehr als seine technischen Daten. Es erzählt von Pflichtbewusstsein, von handwerklicher Solidität und von einer Stadt, in der selbst ein Feuerwehrfahrzeug seine ganz eigene Biografie haben darf.

Siehe auch:
FF Stadt Salzburg – Löschzug Bruderhof – unser Oldtimer >

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