Vor 60 Jahren, am 1. Juli 1965, begann in Hallein ein bedeutendes Kapitel der jüngeren Stadtgeschichte: der Wiederaufbau des Kirchturms, der seit seinem Einsturz 1945 schmerzlich vermisst wurde.

Der sechsgeschossige spätromanische Turm, der einst das Bild der jungen Stadt prägte, war 1943 beim verheerenden Stadtbrand schwer beschädigt worden und zwei Jahre später endgültig zusammengebrochen.
Was folgte, war eine beispielhafte Leistung bürgerschaftlichen Engagements. Allen voran Dechant Johann Rasp setzte sich für den Wiederaufbau ein. Der junge Architekt Jakob Adlhart – später selbst eine prägende Gestalt der Salzburger Baukultur – entwarf den neuen Turm. Der Rohbau stand bereits im März 1966, am Rupertitag wurde das Turmkreuz aufgesetzt. Zwei Jahre später erklangen erstmals die sechs neuen Glocken der Salzburger Traditionsgießerei Oberascher (ab 1618).
Als damaliger Bewohner des Mesnerhauses – heute das Stille-Nacht-Museum – konnte ich den Bau aus nächster Nähe miterleben. Bis heute steht dieser Turm für mehr als gelungene Architektur: Er ist ein Symbol für die Kraft des Neuanfangs nach dunklen Zeiten. Der „neue Turm“ prägt nicht nur die Silhouette der Altstadt – er erinnert auch daran, was Menschen durch Initiative, Mut und Zusammenarbeit erreichen können.


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