Barocke Mahnung am Weg zu den Katakomben
Wer im Petersfriedhof den Aufgang zu den Katakomben des Stifts St. Peter nimmt, begegnet einem besonderen Zeugnis barocker Erinnerungskultur: dem Salzburger Totentanz. Direkt bei der sogenannten Kommunengruft erinnert diese eindringliche Darstellung seit rund 360 Jahren an die Vergänglichkeit des Lebens.

Von Karl Traintinger
Entstanden um 1660 von einem bislang unbekannten Künstler, umfasst der Totentanz zwölf Szenen auf zwei großen Holztafeln. Ausgeführt in der für solche Darstellungen typischen Grau-in-Grau-Malerei – im Barock auch als „Todfarbe“ bezeichnet – entfalten die Bilder eine bewusst reduzierte, mahnende Wirkung. Jede Szene wird von einem lateinischen Vers ergänzt und durch einen deutschen Reim kommentiert, der die Aussage zuspitzt: Im Angesicht des Todes sind alle gleich.
In der Tradition europäischer Totentanzzyklen zeigt die Darstellung Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft und macht deutlich, dass Stand, Reichtum oder Macht letztlich keine Rolle spielen.
Eingebettet in das historische Ensemble aus Arkadengruften und Felskatakomben zählt der Totentanz zu den eindrucksvollsten Beispielen barocker Memorialkunst in Salzburg – und macht den Petersfriedhof bis heute zu einem Ort des Innehaltens.


Siehe auch:
Der Salzburger Totentanz >

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Der abgebildete Altar wird auch als Kreuzaltar (auch Kreuzkapelle) bezeichnet. Seine Bedeutung ist vor allem theologisch, symbolisch und friedhofsbezogen:
Zentrale Bedeutung
– Darstellung der Kreuzigung Christi
Das Kruzifix im Zentrum zeigt Jesus am Kreuz – das Kernsymbol des Christentums. Es steht für Leiden, Tod und Erlösung und erinnert daran, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang zur Auferstehung ist.
– Ort des Gedenkens und der Fürbitte
Der Altar diente (und dient) als Platz für Gebet, besonders für die Verstorbenen, die im Petersfriedhof bestattet sind. Besucher sollten hier für die Seelen der Toten beten und zugleich über das eigene Leben nachdenken.
Symbolik des Aufbaus
– Friedhofsaltar unter freiem Himmel
Anders als ein Kirchenaltar ist er bewusst in den Friedhof integriert. Das unterstreicht die enge Verbindung von Tod, Vergänglichkeit und christlicher Hoffnung.
– Gemalte Flügel / Rückwand
Die dunklen Bildtafeln und Inschriften verstärken die ernste, mahnende Stimmung. Sie verweisen auf memento mori („Gedenke des Todes“) – ein zentrales Motiv barocker Frömmigkeit.
Der Kreuzaltar entstand in der barocken Frömmigkeitstradition, die starke Bildsprache nutzte, um Glaubensinhalte emotional erfahrbar zu machen.
Kurz gesagt
Der Altar ist ein Ort der stillen Meditation über Tod und Erlösung:
Er konfrontiert den Besucher mit der Endlichkeit des Lebens, verbindet diese aber mit der christlichen Hoffnung auf Auferstehung und ewiges Leben.