Filmtipp: Die Fabelmans

Filmtipp

„Die Fabelmans“ (The Fabelmans, Buch und Regie: Steven Spielberg, mit Gabriel LaBelle, Michelle Williams, Paul Dano u.a., USA 2022)

Von Peter Reutterer
Autor, Musiker und Kulturvermittler
Henndorf, Flachgau, Salzburg

Seit März 2023 kann man den neuen autobiografisch geprägten Film von Steven Spielberg auch in den deutschsprachigen Kinos hierzulande ansehen. Er erzählt von der Begeisterung für künstlerisches Tun, die den Titelhelden Sammy (der Regisseur erzählt erklärtermaßen von sich selbst) von Kindheit an bestimmt.

Die cineastische Neigung bricht zunächst in den Kinderjahren elementar auf, wenn der Protagonist Gunfights mit den Pfadfinder-Kameraden und Kriegsgeschehen inszeniert. So interessant die ersten Schritte der künftigen Hollywoodgröße sind, so packend wird das Filmdrama, als sich dem jugendlichen Sammy über den von ihm gedrehten Film die innerste Wirklichkeit seiner Familie eröffnet. Er findet verräterische Details eines Ausflugs auf Zelluloid abgelichtet. Mutter Mitzi, die ihre Klavierkarriere zugunsten des Ehemanns, eines genialen Computeringenieurs, aufgegeben hat, liebt den besten Freund des Ehepaars. Das wird dem Heranwachsenden erst am Schneidetisch deutlich, die Folgen sind fatal. Letztlich muss sich die Mutter von der Familie trennen, um reichlich spät einmal einer persönlichen Leidenschaft nachzugehen, andernfalls würde sie an Depressionen verkommen.

Analog dazu findet Sammy selbst sein wirkliches Leben, indem er auf seine filmische Begabung und nicht auf einen „sicheren“ Beruf setzt. Nach anfänglichen Längen -wie gesagt- ein wunderbarer Film, der nicht nur durch die Emotionalität des Familiären berührt, sondern auch mit seiner Botschaft und seiner Weisheit beeindruckt.

Diese konzentrieren sich in zwei Kernthesen: Folge deiner Begeisterung, dann lebst du wirklich. Kunst geht es immer um Lebenswirklichkeit. Die Qualität der Inszenierung anzusprechen, ist bei einer Filmlegende wie Steven Spielberg (Der weiße Hai, E.T., Jurassic Park, Indiana Jones u.a.) verzichtbar, weil erwartbar. Selbstredend ebenso, dass diese autobiographische Geschichte eine fesselnde Hymne auf die Macht der Filmkunst ist. Prädikat wertvoll.

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