Wer den Fasching nicht abrupt beenden wollte, besuchte am Aschermittwoch den Eröffnungsabend des Frauen-Kabarettfestivals „Die Kabarett 2026“. Von 18. bis 21. Februar bringen Künstlerinnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz jeweils zwei 50-minütige Acts mit Ausschnitten aus ihren Programmen. Julia Brandner und Lucy van Kuhl sorgten bei der Eröffnung für einen humorvollen Rutsch in die Fastenzeit.

Julia Brandner ist in Tirol aufgewachsen und lebt nun schon zwei Jahre in Berlin. Kaum zu glauben, dass dort die Bestellung eines „Weißen Spritzers“ stets für Heiterkeit sorgt. Angeblich ist ja Österreich das beliebteste Nachbarland der Deutschen, doch die gemeinsame Sprache erweist sich nicht immer als verbindend.
Frech und provokant gewährt uns Julia mit Ausschnitten aus ihrem zweiten Soloprogramm „Calm your tits“ Einblicke in ihr turbulentes Liebesleben. Von Kindern hält sie nicht viel und auch Hochzeiten sind nicht ihr Fall, besonders die oft geforderten nervigen Farbkonzepte. Zur dritten Hochzeit ihres Vaters, der sich durch geringe Sozialkompetenz auszeichnet, kam sie leider viel zu spät. Sie versprach dafür, bei seiner vierten pünktlich zu sein.
Da Julia viel auf TikTok unterwegs ist, ist es kein Wunder, dass sie dort auf einen absoluten Traummann trifft, was einen „Celebrity Crush“ zur Folge hatte. Sie verrät uns zwar den Namen dieses Märchenprinzen nicht, doch das Internet ist da nicht so diskret. Die Suche lohnt sich!

Nach der Pause wird es mit der Musikkabarettistin und Liedermacherin Lucy van Kuhl etwas ruhiger. Sie stand bei Konstantin Weckers Label „Sturm & Klang“ unter Vertrag und begeistert nun mit eigenen Liedern den deutschsprachigen Raum. Ausschnitte aus ihrem Soloprogramm „Auf den zweiten Blick“ gewähren uns einen Perspektivenwechsel. In dem Lied „Ein Haus in der Provence“ wird das besonders deutlich. Was anfangs nach einem absoluten Traum aussieht, wird angesichts der vielen Freunde, die dort plötzlich auftauchen, schließlich zum Albtraum.
Da lobt sie sich ihre Freundin, die FKK auf Sylt vorzieht, denn die braucht keine Bikini-Figur und kann daher auf die derzeit so angesagte Detox-Kur verzichten. „Ich mache jetzt Detox, ich entgifte mal total.“ Auch die Einsamkeit im Alter wird mit viel Humor in einem Chanson verpackt. Der kleine Paul hingegen will in einem Kinderlied nur eines, endlich „Prinzessin sein“. Zum Finale fahren Gertrud und Willi zur Rettung ihrer Ehe auf eine Kreuzfahrt. Ob das wohl gut geht?
Seit neun Jahren sorgt das rein weiblich besetzte Kabarettfestival im Kleinen Theater für gute Laune. Die Eröffnung bestritten Julia Brandner als Stand-up-Comedienne mit messerscharfer Zunge und Lucy van Kuhl als Musikkabarettistin mit spitzem Wortwitz. An insgesamt vier Abenden garantieren jeweils zwei Acts mit pointierten, klugen und humorvollen Programmausschnitten abwechslungsreiche Kabarettabende voll Power.
Das Festival „Die Kabarett“ findet im Rahmen des Monats der Vielfalt (12.1. bis 20.2. 2026) statt. Unter dem Motto „Wo Vielfalt cool ist – und nicht nur ganz normal“ setzt die Stadt Salzburg mit einem dichten, abwechslungsreichen Programm aus Kultur, Diskussion, Bildung und Begegnung ein starkes Zeichen für Offenheit, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gratulation an das Team Vielfalt!
Fotos: Kleines Theater – Julia Brandner (Titelbild) © Andrea Funk | Lucy van Kuhl © Alexej Hermann

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