Die L.art Galerie verlässt die Linzergasse

L.art Galerie

Mit dem Abschied der L.art Galerie aus der Linzergasse geht in Salzburg ein bedeutendes Kapitel der zeitgenössischen Kunstgeschichte zu Ende. Mehr als vier Jahrzehnte lang war dieser Ort ein Fixpunkt für Kunstinteressierte, Sammler:innen und Künstler:innen – zunächst als Galerie Weihergut, später als L.art Galerie. Nun schließt sich dieser Raum, ohne dass sich die Idee dahinter verabschiedet.

Von Karl Traintinger

Die letzte Ausstellung in der Linzergasse 25, eröffnet am 29. November 2025, ist bewusst kein melancholischer Abgesang, sondern ein offener, freundlicher Übergang. Mit Arbeiten von Bettina Patermo und Michele Bubacco endet die Salzburger Phase der Galerie mit zeitgenössischen Positionen, die für jene Offenheit stehen, die diesen Ort immer ausgezeichnet hat.

Seit 1980 war die Galerie – in all ihren Entwicklungsstufen – ein Raum für Begegnung: für intensive Gespräche über Kunst, für Entdeckungen abseits des Mainstreams, für das beharrliche Vertrauen in künstlerische Handschriften. Die historischen Mauern der Linzergasse gaben dieser Arbeit über Jahrzehnte hinweg einen unverwechselbaren Charakter.

Mit der Neupositionierung zur L.art Galerie ab 2019 wurde deutlich, dass Stillstand hier nie eine Option war. Der von Herwig Loidl eingeschlagene Weg setzte auf zeitgenössische Kunst ebenso wie auf neue Formen der Vermittlung. Dass nun der Wiener Standort zum Zentrum wird und digitale sowie hybride Formate stärker in den Fokus rücken, ist kein Bruch, sondern eine logische Fortsetzung dieser Haltung.

Der Abschied von der Linzergasse bedeutet keinen Rückzug aus Salzburg. Die Galerie bleibt der Stadt verbunden – durch temporäre Formate während der Festspielzeit und neue Präsentationen ab 2026. Verändert wird der Rahmen, nicht das Engagement.

Die L.art Galerie hinterlässt keinen leeren Raum, sondern eine gewachsene Geschichte aus Ausstellungen, Gesprächen und künstlerischen Begegnungen, die nun zur Erinnerung wird. Ihr Abschied zeigt, dass selbst ein freundlicher Übergang von Wehmut begleitet ist – als leise Einladung, Kunst weiterhin aufmerksam zu verfolgen, wenn auch an anderen Orten. Die L.art Galerie wird nicht nur ihren Freund:innen fehlen, sondern als bedeutender kultureller Mosaikstein spürbar und schmerzlich abgehen.

Siehe auch:
Als Salzburg 1818 in Flammen stand >
L.art Galerie >

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