Die leise Kraft des Alltäglichen

Die leise Kraft des Alltäglichen

Die aktuelle Ausstellung von Leo Kandl im Salzburger FOTOHOF lädt zu einem entschleunigten Blick auf das scheinbar Selbstverständliche ein.

Von Karl Traintinger

Mit der Serie Brünner Straße richtet Kandl den Fokus auf Floridsdorf, jenen Wiener Bezirk, der seine eigene Biografie geprägt hat. Was hier zu sehen ist, sind keine spektakulären Stadtansichten, sondern alltägliche Situationen: Menschen, die warten, gehen, stehen bleiben, einander begegnen – oder auch nicht. Kandls Fotografien sind ruhig, unaufgeregt und von großer Präzision. Er verzichtet bewusst auf dramatische Perspektiven oder den sogenannten „entscheidenden Moment“. Stattdessen interessiert ihn das Dazwischen: beiläufige Konstellationen im öffentlichen Raum, in denen sich gesellschaftliche Wirklichkeiten andeuten. So erzählen die Bilder von Nähe und Distanz, von Zugehörigkeit und Fremdheit, von sozialer Spannung ebenso wie von der schlichten Normalität des Vorstadtlebens.

Gerade diese Zurückhaltung macht die Ausstellung so menschlich. Kandl beobachtet ohne zu werten und lässt Raum für eigene Gedanken. Man bleibt vor den Bildern stehen, erkennt vielleicht vertraute Situationen wieder und beginnt, über das eigene Verhältnis zur Stadt nachzudenken. Fotografie wird hier zu einem stillen Dialog zwischen Bild und Betrachter*in.

Leo Kandl, geboren 1944, ist ein österreichischer Fotograf, der seit Jahrzehnten mit langfristigen, konzeptuellen Serien arbeitet. Sein Schwerpunkt liegt auf Menschen und Alltagsräumen im urbanen Umfeld. Kandl fotografiert überwiegend analog; seine Werke sind in bedeutenden Sammlungen vertreten. 2015 wurde er mit dem Otto-Breicha-Preis für Fotokunst ausgezeichnet.

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