Österreich kann sich nicht auf eine Zuckersteuer einigen. Sie könnte zu wenig bringen – und falls sie tatsächlich wirkt, womöglich noch weniger. Ein klassisch österreichisches Dilemma: Was, wenn Menschen am Ende weniger Zucker konsumieren?
Die Wirtschaft warnt bereits vor dem Untergang: Gefährdet seien Arbeitsplätze vom Rübenbauern bis zum Kracherlerzeuger. Ganze Branchen könnten zusammenbrechen, nur weil Kinder nicht mehr täglich flüssige Süßigkeiten in Familienpackungsgröße trinken.
Die Kinder selbst kommen in der Debatte hauptsächlich als Kunden vor. Ihre Zähne, ihr Stoffwechsel und ihre Zukunft sind offenbar ein langfristiges Problem – und damit politisch bestens geeignet, ignoriert zu werden.
Also bleibt alles beim Alten: Die Industrie bekommt Schutz, die Politik bekommt Zeit und die Kinder bekommen Zucker. Wenn später die Rechnung kommt, setzt man eine Kommission ein. Am besten mit Kuchen.

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