Die Leica Galerie Wien zeigt mit „Echoes of Everyday Syria“ eine eindringliche Ausstellung des Fotojournalisten Dominic Nahr. Seit rund 20 Jahren berichtet Nahr aus den Konfliktregionen der Welt. In seiner aktuellen Serie richtet er den Blick auf Syrien und auf die Menschen, deren Alltag von politischen Entscheidungen, Grenzen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt ist.

Von Karl Traintinger
Die Fotografien zeigen Häuser, Straßen, Felder, Wüsten und Ruinen. Es sind Lebensräume, in denen sich die Folgen von Krieg, Kontrolle und politischen Veränderungen unmittelbar ablesen lassen. Dabei konzentriert sich Nahr nicht nur auf die großen Ereignisse, sondern vor allem auf deren Auswirkungen auf den Alltag der Bevölkerung.
Die Aufnahmen entstanden zwischen Winter 2024 und Frühling 2026. Zwei Tage nach dem Sturz des Assad-Regimes begann Nahr seine erste von mehreren Reisen durch Syrien. Das Land befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem politischen und gesellschaftlichen Vakuum. Seine Bilder dokumentieren die Entstehung einer neuen Ordnung aus den Trümmern der Diktatur.
Sunniten, Schiiten, Alawiten, Christen, Drusen und Kurden teilen sich denselben Raum – geprägt von alten Traumata, aber auch von einer vorsichtigen Hoffnung auf Frieden. Nahr richtet den Blick auf die Menschen jenseits der großen Schlagzeilen. Sichtbar werden Momente des Weiterlebens, der Erinnerung und der Suche nach Identität.
„Echoes of Everyday Syria“ ist eine dokumentarische Bestandsaufnahme. Die Ausstellung zeigt ein Land im Übergang und macht die leisen Spuren des Alltags sichtbar. Zwischen Zerstörung und Unsicherheit bleibt dabei auch Raum für Hoffnung.




Dominic Nahr: „Echoes of Everyday Syria“
Ort: Leica Galerie Wien, Seilergasse 14, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: bis 12. September 2026

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