Ein Stück über Konflikte zwischen Jugendlichen und Eltern
Die theaterachse bringt ein Auftragswerk der KIJA OÖ (Kinder-& Jugendanwaltschaft Oberösterreich) über die Probleme und Konflikte Jugendlicher mit professionellen Schauspielern in sehr beeindruckender Weise auf die Bühne. Schüler und Lehrer waren gleichermaßen begeistert.

Von Elisabeth Pichler
Schon bald merken die Jugendlichen, dass sich hier niemand ein Blatt vor den Mund nimmt, denn im ersten Beratungsfall versucht sich die 14-jährige Nadine gegen ihre Mutter durchzusetzen, die ihr keinerlei Freiheiten zugesteht und nur herummeckert: „Die Oide nervt“. Auch die Beratungslehrerin ist keine wirkliche Hilfe, doch bei KIJA findet Nadine einen verständnisvollen Betreuer. Im zweiten Fall geht es um die 16-jährige Slatiana, die aus Serbien stammt und deren Vater sie völlig kontrolliert. Im dritten Fall kommt körperliche Gewalt in der Familie ins Spiel. Auch das selbstverletzende Verhalten dieser Jugendlichen, das sogenannte „Ritzen“, wird nicht ausgespart. Es ist offensichtlich, dass die Schüler im Publikum sehr wohl darüber Bescheid wissen.

In vielen kleinen Szenen wird der Weg dieser drei jungen Menschen nachgezeichnet, vom Auftauchen der Probleme bis zur einfühlsamen Beratung bei der KIJA, bei der versucht wird, die Situation der Jugendlichen zu verbessern. Durch die authentische, teils sehr deftige Sprache und die flotte Musik kommt dieses realistische Theaterstück bei den Schülern sehr gut an. Anna Paumgartner und Alexander Lughofer überzeugen als Pubertierende mit vielfältigen Problemen. Ute Hamm übernimmt die eher undankbaren Rollen, sie verkörpert die gestressten Mütter und die ignorante Beratungslehrerin. Christian Geroldinger wiederum darf als verständnisvoller Berater, Lehrer und Vater auftreten. Das von Mathias Schuh mit sparsamsten Mitteln in Szene gesetzte Stück eignet sich …
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