Eigner-Kobenz & Kühn: Da Fraunz und da Koal

Wolfgang Kühn - Herbert Eigner

Wolfgang Kühn - Herbert Eigner | Fotos: Literaturedition NÖ © Eva Kern - Kobenzportrait

Eigner-Koblenz & Kühn: Da Fraunz und da Koal

Autoren: Herbert Eigner-Kobenz & Wolfgang Kühn
Titel: Da Fraunz und da Koal – Pongen im Dialekt
Grafiken: Renate Stockreiter
ISBN: 978-3-902717-84-9
Verlag: Literaturedition Niederösterreich
Erschienen: 15. 9. 2025

Klappentext

Ein ganzes Jahr lang haben die beiden niederösterreichischen Autoren Herbert Eigner Kobenz und Wolfgang Kühn per Dialekt-Pingpong korrespondiert, sprich auf eine kürzere oder längere Sprach-miniatur des jeweils anderen wurde inhaltlich oder auf ein Stichwort hin im sogenannten Repong geantwortet.

Im Rahmen dieses Projekts haben die beiden Dialektpoeten ausführliche literarische Kreuz-und Querfahrten in die Tiefen und Untiefen der österreichischen Seele unternommen und sind dabei so essentiellen Themen wie Essen und Trinken ebenso begegnet wie dem „Goldenen Wiener Herz“ (und anderen Abgründen in tiefschwarzem Zuckerlrosa). Die Bandbreite der Miniaturen schwankt, typisch österreichisch, zwischen „Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt“, wobei eine heiter-ionische Grundstimmung überwiegt.

Anna Lemberger

Rezension von Anna Lemberger

Aus einer „urleiwaundan Schreibidee“ entwickelten sich im Laufe eines Jahres wunderbare Pong- und Repong-Texte in den Köpfen der Autoren Herbert Eigner-Koblenz und Wolfgang Kühn. Beginnend mit dem „spü im dreck“ über „hopfn & moiz, topfn & schmoiz“ schließt sich der Kreis am Ende des Buches wieder beim „spü im dreck“.

Dazwischen verirren sich die beiden zu „fronzongl & mizzidant“, die in der Moderne zu „kevinongl & tschaglindant“ geworden sind. Kaum ein Thema, auf das die beiden im Laufe ihres Pong-Jahres nicht gestoßen sind: Vom „hianschmoizdilemma“ über „eainnarungen“ bis hin zu „rock’n roll“, „iwagaungszeid“ und „vienna calling“ – (fast) nichts entging ihrer dialektischen Feder.

Auf einem Bücherflohmarkt begegnete Herbert Eigner-Koblenz seinem Ideengeber: einem Buch mit dem klingenden Namen Hin- und Hergeschichten – und schon war eine Idee geboren. Als auch noch Wolfgang Kühn in dieses „dialektische Hin- und Hergeschreibe“ einstimmte, war „das Pongen“ beschlossene Sache. Im Gegensatz zum Vorbild entschlossen sich die beiden Autoren jedoch, das gesamte Geponge konsequent im Dialekt zu halten – mit einem grandiosen Ergebnis!

Auch das Cover des Buches drückt diese Besonderheit aus: Es ist „durchlocht“ – symbolhaft für das Hin- und Herspielen und das „Einlochen“ ihrer Texte. Die begleitenden Grafiken runden das Ganze wunderbar ab. Bereits das „vuavuawoat“ leitet in der Umgangssprache in das Werk ein. Der Hauptteil bringt eine Vielzahl von Alltagsthemen zur Sprache: von heiter und ironisch bis hin zu besinnlich. Der Anfang wie auch das Ende beschäftigen sich mit dem Wühlen im Gatsch („im dreck spün“) – dem Traum aller Kinder und dem Albtraum aller Eltern!

Fazit: Ein gelungenes Wortspiel, das auch das „hianschmoiz“ der Leserinnen und Leser zum Kochen bringt, denn Dialekt sinnerfassend zu lesen erfordert ein erhebliches Maß an Aufmerksamkeit. Ein besonderes Buch, das man in kleinen Dosen genießen sollte, das aber in keiner Bibliothek fehlen darf. Eine klare Empfehlung.


Dorfgockel

Sie schätzen die Buchkritiken in der Dorfzeitung?
Freunde helfen der Dorfzeitung durch ein Abo (=Mitgliedschaft)! Wir sind sehr stolz auf die Community, die uns unterstützt! Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig zu bleiben.

Es gibt zwei einfache Wege, zum Freund der Dorfzeitung zu werden.

Überweisung der Abogebühr (ohne Kreditkartenabo)
Sie werden für ein Jahr ein außerordentliches Vereinsmitglied (ohne Rechte und Pflichten) des Herausgebervereins (Kulturverein Dorfzeitung KULTUR online) zum Jahrespreis von 54 €. Es ist dazu ihre Post- und E-Mailadresse notwendig, damit wir die Rechnung für den Mitgliedsbeitrag schicken können. Nach Eingang der Zahlung bekommen Sie einen Steady-Gastzugang für 1 Jahr. Verlängerungen sind möglich. Kontaktformular >

Direktabo mit Kreditkartenzahlung
Ein weiterer Weg ist ein Direktabo via Steady, wie es im Folgenden beschrieben und angeboten wird.

INSERT_STEADY_CHECKOUT_HERE

Kommentar hinterlassen zu "Eigner-Kobenz & Kühn: Da Fraunz und da Koal"

Hinterlasse einen Kommentar