Mit „Transitus“ hat die Innsbrucker Hofkirche ein zeitgenössisches Kunstwerk erhalten, das sich sensibel in den historischen Raum einfügt. Der bogenförmige Erinnerungsort steht für Übergang, Wandlung und das Weitergeben von Menschlichkeit und setzt damit einen stillen, aber klaren Akzent in einem der bedeutendsten Sakralräume Tirols.

Von Karl Traintinger
Initiiert wurde das Werk von der Sozialstiftung „Die Seraphiner“ als Zeichen des Dankes an ihre Zustifter:innen. Der lateinische Begriff Transitus verweist auf den Übergang vom Leben in die Ewigkeit, kann aber ebenso als Bild für Veränderung, Erinnerung und Weitergabe verstanden werden.
Seinen besonderen Reiz entfaltet das Werk in der Hofkirche Innsbruck, wo es in Beziehung zum Kenotaph Kaiser Maximilians I. und den berühmten „Schwarzen Mandern“ tritt. Inmitten dieses von Geschichte und Repräsentation geprägten Ortes lenkt „Transitus“ den Blick auf etwas sehr Gegenwärtiges: auf soziales Engagement, Dankbarkeit und gelebte Mitmenschlichkeit.
Der aus Aluminium gegossene Bogen ist formal reduziert und offen gestaltet. Er erinnert an einen Durchgang, ohne sich aufzudrängen. Gerade darin liegt seine Stärke: Das Werk schafft einen Moment des Innehaltens und verbindet historische Erinnerung mit einer menschlich nahen, heutigen Botschaft.
Auch seine Entstehung verweist auf diese Haltung. Das Grundgerüst wurde gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen der Lebenshilfe Landeck/Zams entwickelt und anschließend in Metall gegossen. So ist „Transitus“ nicht nur ein Symbol für Teilhabe, sondern auch aus gelebter Zusammenarbeit hervorgegangen.
Bevor der Bogen seinen dauerhaften Platz in Innsbruck fand, war er in der Kapuzinergruft in Wien zu sehen. In der Hofkirche wirkt er nun wie eine leise Einladung, über das nachzudenken, was bleibt: Erinnerung, Verantwortung und Menschlichkeit.


Die Skulptur stammt von der Wiener Bildhauerin Nicoleta Auersperg, die an der Universität für angewandte Kunst Wien studierte. Ihren Entwurf entwickelte sie für eine Ausschreibung der Sozialstiftung „Die Seraphiner“. Auersperg verbindet in ihrer Arbeit zeitgenössische Formensprache mit sozialer und spiritueller Dimension.

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