Das Franz-Rehrl-Denkmal am Max-Reinhardt-Platz in Salzburg
Wer über den Max-Reinhardt-Platz zum Toscanini-Hof in Salzburg geht, entdeckt an der Außenmauer des Franziskanerklosters ein eher zurückhaltendes Denkmal. Es steht nicht frei im Raum und drängt sich den Passantinnen und Passanten nicht auf. Als Verbindung von Relief und Büste fügt es sich vielmehr in die historische Platzkante ein.

Von Karl Traintinger
Gewidmet ist das Denkmal Franz Rehrl, dem langjährigen Salzburger Landeshauptmann und wichtigen Förderer der Salzburger Festspiele. Der Ort wurde bewusst gewählt: Am südlichen Eck des heutigen Max-Reinhardt-Platzes befand sich einst Rehrls Geburtshaus. Es musste 1924 dem Bau des ersten Salzburger Festspielhauses weichen.
Das Denkmal erinnert nicht nur an eine politische Persönlichkeit, es erzählt auch von der Veränderung der Stadt: An die Stelle eines privaten Wohnhauses trat ein Bauwerk, das Salzburgs kulturelle Entwicklung entscheidend prägen sollte.
Das Relief als Teil der Erinnerung
Die künstlerische Arbeit wird zwei Bildhauern zugeschrieben. Jakob Adlhart schuf das Relief, Hans Pacher die Büste Franz Rehrls. Besonders das Relief verdient dabei eine genauere Betrachtung. Ein Relief befindet sich zwischen Bild und Skulptur. Es ragt aus der Fläche hervor, bleibt aber mit dem Hintergrund verbunden. Auch beim Franz-Rehrl-Denkmal ist diese Verbindung entscheidend: Das Relief ist nicht als eigenständiges Kunstwerk vor der Mauer angebracht, sondern wirkt wie ein Bestandteil der architektonischen Fläche. Die Klostermauer wird dadurch zum ruhigen und zugleich bedeutungsvollen Hintergrund der Erinnerung.
Während die Büste die konkrete Person Franz Rehrl zeigt, erweitert das Relief die Darstellung um eine allgemeinere, symbolische Ebene. Die Büste macht den Politiker als Individuum gegenwärtig; das Relief verweist auf seine historische Bedeutung und auf den größeren Zusammenhang von Politik, Stadtentwicklung und Festspielgeschichte.
Rehrl erscheint nicht als überhöhte Einzelgestalt auf einem hohen Sockel, sondern bleibt in den Ort eingebunden. Das Denkmal erzählt somit nicht nur: „Hier wird ein bedeutender Mann geehrt.“ Es sagt auch: „Dieser Mann gehört zu genau dieser Geschichte und zu genau diesem Platz.“
Bei der Datierung ist die Quellenlage nicht ganz einheitlich. Mehrere Quellen nennen 1958 als Entstehungsjahr des Denkmals beziehungsweise der Gedenktafel. Die Stadt Salzburg verweist hingegen darauf, dass sich bereits seit 1953 ein Relief von Jakob Adlhart am Max-Reinhardt-Platz befindet.
Möglicherweise wurde zunächst das Relief angebracht und später durch die Büste ergänzt. Die heute bekannte Gestaltung könnte also schrittweise entstanden sein. Auch das wäre für die Geschichte des Denkmals bezeichnend: Öffentliche Erinnerung entsteht nicht immer in einem einzigen Moment, sondern kann sich weiterentwickeln und neue Formen annehmen.
Erinnerung an einen Förderer der Festspiele
Franz Rehrl wird vor allem als Förderer der Salzburger Festspiele erinnert. Die Stadt Salzburg hebt hervor, dass er dem Festspielhaus zu internationaler Bedeutung verhalf. Das Denkmal steht daher nicht nur für eine einzelne Person, sondern auch für Salzburgs Weg zur weltweit bekannten Festspielstadt.
Gleichzeitig erzählt jedes Denkmal nur einen Ausschnitt der Geschichte. Es hebt bestimmte Leistungen hervor und lässt anderes im Hintergrund. Beim Franz-Rehrl-Denkmal sind es vor allem die Verbindung von Politik und Kultur sowie die Entstehungsgeschichte des Festspielhauses, die im Mittelpunkt stehen.
So wirkt das Denkmal auf den ersten Blick still und unscheinbar. Seine Bedeutung liegt jedoch in den vielen Ebenen, die an diesem Ort zusammentreffen: Rehrls Biografie, der Verlust seines Geburtshauses, die Geschichte der Festspiele und die besondere Form des Denkmals, das die Erinnerung an die Architektur des Platzes bindet.

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