Fotohof Salzburg präsentiert Edith Tudor-Hart: Eine Retrospektive
Der Salzburger Fotohof, der den fotografischen Nachlass verwaltet, präsentiert derzeit eine beeindruckende Retrospektive der österreichisch-britischen Fotografin Edith Tudor-Hart. Die Ausstellung wird von Stefanie Pirker kuratiert.

Von Karl Traintinger
Tudor-Hart, geboren 1908 in Wien als Edith Suschitzky, war eine herausragende Vertreterin der sozialdokumentarischen Fotografie zwischen 1935 und 1955. Ihre Arbeiten, geprägt vom „Neuen Sehen“ der Bauhaus-Generation, thematisieren Armut, Integration und Frauenrechte auf eindrucksvolle Weise. Ein ganz besonderes Anliegen war ihr die sogenannte „Arbeiterfotografie“.
Die überzeugte Kommunistin und Jüdin litt sehr unter der Verfolgung durch das NS-Regime. Nach ihrer Heirat zog sie nach London, wo sie aufgrund ihrer Verbindungen zum russischen Geheimdienst vom britischen Inlandsgeheimdienst überwacht wurde. Das führte leider zur Vernichtung eines Teils ihrer Negative. In London arbeitete sie als Presse- und Studiofotografin.
Bis zu ihrem Tod 1973 in Brighton blieb Tudor-Hart eine leidenschaftliche Kämpferin gegen den Faschismus und für die Rechte von Minderheiten. Ihre Werke sind ein lebendiges Zeugnis dieses Engagements.




Die Ausstellung im Fotohof begeistert nicht nur Fotografen, sondern auch jene Menschen, die sich für Zeitgeschichte interessieren. Die Schau bietet einen umfassenden Querschnitt durch das Leben und Werk der Künstlerin, die mit klarem Blick das unwirsche Geschehen der Zeit festgehalten hat. Zu sehen sind beeindruckende Architekturfotos aus Wien und London, Porträts und Pressearbeiten sowie Kinderaufnahmen. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen fotografischen Lebenslauf, der ihre beeindruckende Karriere nachzeichnet und uns einen Einblick in ihr Schaffen gibt.



Galerie Fotohof
5020 Salzburg, Inge-Mortah-Platz 1-3
Ausstellungsdauer: bis 3. August 2024

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