Ein Schutzengel aus Stahl und Messing

Ein Schutzengel aus Stahl und Messing

In Wien Margareten, Schönbrunner Straße 34, prägt eine markante Großplastik den Stadtraum: der Guardian Angel von Wolfgang M. Pühringer. Die 1996 von der Magistratsabteilung 24 beauftragte Skulptur verbindet Architektur mit bildender Kunst im hochfrequentierten Straßennetz des 5. Bezirks.

Pühringer konzipierte die Arbeit zur Jahrtausendwende als städtebauliches Signal für das 21. Jahrhundert. Die Konstruktion lebt von einem gezielten Materialkontrast: Warm getöntes Messing bricht die Kühle des tragenden Stahls. Statt traditioneller Sakralformen setzt der Künstler auf eine geometrisch-konstruktive Reduktion, die das Motiv des Schutzengels in eine moderne Formensprache überführt.

Die Plastik fungiert an diesem Verkehrsknotenpunkt als feste Landmarke. Sie trotzt dem permanenten Fluss aus Blech und Asphalt nicht durch Pathos, sondern durch statische Klarheit und präzise Verortung. Der „Engel für Margareten“ belegt damit exemplarisch, wie Kunst am Bau urbane Grenzräume aufwertet: Sie dient nicht als bloße Kulisse, sondern stiftet räumliche Orientierung und Identität im dichten Gefüge der Bundeshauptstadt.