Die Universität Mozarteum bringt als Abschlussproduktion der Abteilung Schauspiel und Regie in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Bühnengestaltung Elfriede Jelineks kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Sport auf die Bühne des Theaters im Kunstquartier.

Von Elisabeth Pichler
Nach der Premiere am 18.1.2013 war der Jubel groß, sowohl beim Publikum als auch bei den Akteuren auf der Bühne, die den schwierigen Text bravourös bewältigt hatten. Gratulation.
Die Uraufführung von „Ein Sportstück“ fand am 23. Jänner 1998 am Wiener Burgtheater unter der Regie von Einar Schleef statt und dauerte bis 1 Uhr nachts. Der Kniefall des Regisseurs auf offener Bühne, der von Burgtheaterdirektor Peymann eine Ausdehnung der Spieldauer erbettelte, ist legendär. Der auf zwei Stunden zusammengekürzte Text, den die Studenten des 4. Jahrgangs Schauspiel in der Regie von Tina Lanik erarbeitet haben, enthält die wichtigsten Szenen und ist in dieser Version wesentlich leichter zu konsumieren und zu verdauen.
Elfriede Jelinek macht es weder den Schauspielern noch dem Publikum leicht, denn es gibt weder Handlung noch Dialoge, stattdessen monologische Sprachblöcke und „Wortschwalle“. Ihre Regieanweisung lautet stets: „Machen Sie, was sie wollen.“
Elfriede Jelinek vergleicht den sportlichen Wettkampf mit kriegerischen Auseinandersetzungen, auch hier gibt es den großen Sieger und die Verlierer, die vernichteten Gegner. Zu Beginn klagt eine Mutter um ihren im Sport umgekommenen Sohn. Auch Andi, ein junger Bodybuilder, der seinem Idol „Arnie“, diesem „wunderbaren Menschengebäude“, mit zu viel Anabolika nacheiferte, musste seinen sportlichen Ehrgeiz mit dem Leben bezahlen. Bei der professionellen Witwe, die ihren Monolog vom Rollstuhl aus hält, sind Gewalt und Tod stets präsent. Die antik-moderne Figur der Elfi Elektra, ein bitterböses Selbstporträt der Autorin, hinter der sich mehrere Identitäten verbergen, ist stets geprägt von einer tragischen Eltern-Kind-Beziehung. Die ständig vorherrschende Gewaltbe…

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