Mitten am Vinzenz-Pallotti-Platz in Salzburg-Lehen steht ein Denkmal, an dem man im Alltag leicht vorbeigeht. Aber es lohnt sich, stehen zu bleiben. Das Kriegerdenkmal von Jakob Adlhart aus dem Jahr 1965 ist kein lautes Monument, kein Ort großer Geste. Es ist ein stiller Mahner.

Von Karl Traintinger
Die rund 4,2 Meter hohe Bronze-Stele steht in einem eingefriedeten Bereich des Platzes, umgeben von Grün. Schon seine Form ist schlicht und streng. Unten sind Namen eingraviert: Gefallene beider Weltkriege, Vermisste, in Lazaretten oder Gefangenschaft Verstorbene und auch die Bombenopfer aus Lehen. Gerade diese Erweiterung macht das Denkmal bis heute berührend. Es erinnert nicht nur an Soldaten, sondern an einen ganzen Stadtteil, der unter Krieg und Gewalt gelitten hat.


Darüber vier Lichtnischen, wie stille Kerzen aus Bronze. Und oben Reliefs, die den Weg des Krieges zeigen: Aufbruch, Kampf, Bergung eines Toten, Grablegung. Adlhart erzählt das ohne Heldenpathos. Seine Figuren sind kantig, schwer, fast archaisch. Sie tragen nicht Ruhm, sondern Last. Genau das macht die Wirkung dieses Werks aus.
Jakob Adlhart, dessen Arbeiten in Salzburg bis heute präsent sind, war ein Bildhauer mit einer rauen, unverwechselbaren Handschrift. Auch hier zeigt sich seine „derb-expressive“ Formensprache: grobe Oberflächen, starke Konturen, eine Wucht, die nicht schreit, sondern bleibt.
Das Denkmal in Lehen ist kein Ort des Triumphes, sondern einer des Erinnerns. Vielleicht braucht es gerade solche Orte heute mehr denn je: Mahnmale, die nicht erklären wollen, sondern still fragen, was Krieg mit Menschen macht. Krieg ist nie eine Lösung.




Jakob Adlhart wurde 1898 in München geboren und arbeitete später vor allem in Hallein und Salzburg. Er war einer der prägenden Bildhauer der Region, bekannt für sakrale Werke und Denkmäler im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten verbinden traditionelle Bildsprache mit einer kraftvollen, expressiven Form. Adlhart starb 1985.

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Aktualisierter Nachdruck der 1. Auflage vom 1980
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