Mitten in der Klagenfurter Innenstadt, zwischen Altem und Neuem Platz, steht eine unscheinbare Bronzefigur mit großer Bedeutung: das Wörthersee-Mandl. Klein an Gestalt, erzählt es eine der bekanntesten Sagen Kärntens – von Übermut, Warnung und Konsequenz.
Der Legende nach befand sich dort, wo heute der Wörthersee liegt, einst eine wohlhabende Stadt. Ihre Bewohner lebten im Überfluss und verloren jedes Maß. In einer ausgelassenen Nacht erschien ein kleines Männchen mit einem Fass und mahnte zur Besinnung. Man lachte es aus. Daraufhin öffnete es den Hahn des Fasses, Wasser strömte unaufhaltsam hervor, die Stadt versank – der Wörthersee entstand.
Diese Erzählung verdichtet sich in der Bronzefigur, die 1962 vom Klagenfurter Bildhauer Heinz Goll geschaffen wurde. Das Mandl trägt das Fass unter dem Arm, der Zeigefinger ist mahnend erhoben, aus dem Fass rinnt Wasser in ein kleines Becken. Die Geste ist eindeutig, aber nicht aufdringlich – eher eine stille Erinnerung.



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