Einsparmöglichkeiten bei Kultur

Einsparmöglichkeiten bei Kultur

Foto: Karl Traintinger

Kaum steht fest, dass das Hallenbad in Seekirchen nach langer Diskussion endlich gebaut wird, tauchen auch schon die ersten Skeptiker auf mit der Frage, wo diese vielen Millionen eingespart werden. Wobei die Bedenken nicht unbegründet sind, wenn man sich anschaut, bei wem unsere Politiker immer als Erstes sparen. Ich hätte da einen anderen Vorschlag: Warum nicht bei der Kultur sparen?

Hans Haberl

Von Hans Haberl
Nussdorf am Haunsberg

Salzburg

Mir bedeutet Kultur sehr viel. Ich war selbst 52 Jahre begeisterter Musiker und bin nun begeisterter Konzertgeher. Wenn wir im Dorf Feste veranstalteten, dann geschah das meistens auch mit dem Hintergedanken, Geld in die Vereinskasse zu bekommen, was auch fast immer gelang. Unsere Feste mussten sich ausschließlich durch Eintrittsgelder und Konsumation selbst finanzieren.

Warum ist das bei der „sogenannten Hochkultur“ nicht möglich? Das Jazzfestival in Saalfelden kostete angeblich 800.000 Euro, nur 20 % kamen durch Eintritte herein. Das Stadtfest in Salzburg machte angeblich ein Minus von 800.000 Euro. Das Spektakel im Salzkammergut mit der Kulturhauptstadt kostete angeblich über 30 Millionen Euro. (Mit diesen 30 Millionen hätte man locker ein tolles Bad bauen können.) Das Einzige, was ich davon mitbekommen habe, war der nackte Pudertanz in Bad Ischl. Bürgermeister rund um den Wolfgangsee verprassten mit ihrer stümperhaften Seebühne in Sankt Gilgen mehr als 1 Million Euro.

Das alles wird aber noch weit übertroffen von den Salzburger Festspielen. Ich verstehe nicht, warum dort jeder Sitzplatz mit angeblich 16 Euro gefördert werden muss, obwohl sich dort ohnehin fast ausschließlich der Geldadel trifft. 16 Euro mal 220.000 verkaufte Karten sind immerhin die Summe von 3,5 Millionen, die um ein Vielfaches besser angelegt wären, würde man weiterhin den Kindergartenbus fördern oder die Polizisten ordentlich bezahlen.

Daher mein Vorschlag: Kultur ist super und schön, aber nur, wenn sie sich selbst finanziert, was problemlos möglich ist, da es Unmengen von Vereinen in den Dörfern beweisen, dass es geht.

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