Das Kriegerdenkmal an der Pfarrkirche Lamprechtshausen
Wer in Lamprechtshausen zur Pfarrkirche kommt, bleibt an der Westfassade unweigerlich auch beim Kriegerdenkmal stehen. Es gehört seit vielen Jahrzehnten zum vertrauten Ortsbild und erinnert an die Männer aus der Gemeinde, die in den beiden Weltkriegen gefallen oder vermisst geblieben sind.

Von Karl Traintinger
Das heutige Denkmal wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu gestaltet. Der Salzburger Bildhauer Hans Pacher schuf die Anlage, die am 23. Oktober 1949 feierlich eingeweiht wurde. Bereits seit 1921 hatte es an dieser Stelle ein erstes Kriegerdenkmal gegeben. Mit der neuen Gestaltung wollte man den Opfern beider Weltkriege gemeinsam ein würdiges Andenken geben.
Im Mittelpunkt steht die Marmortafel mit der Inschrift „Den Toten zweier Weltkriege 1914–1918 / 1939–1945“. Zu beiden Seiten sind die Namen der Gefallenen und Vermissten angebracht. Für die Familien und für die Gemeinde sind es Namen, die bis heute mit persönlichen Erinnerungen verbunden sind.
Besonders markant sind die beiden knapp drei Meter hohen Soldatenfiguren aus Konglomeratgestein. Sie prägen die Wirkung des Denkmals. Ergänzt wird die Anlage durch das Kreuz des Österreichischen Kameradschaftsbundes, einen Lorbeerkranz aus Kupferblech und die geschmiedeten Laternen. Steinmauer und schmiedeeisernes Tor fassen den Platz ein.
Das Denkmal verbindet Trauer, christliche Erinnerung und kameradschaftliches Gedenken. Nach 1945 wurde bewusst auf politische oder nationalistische Zeichen verzichtet. Stattdessen stehen die Namen der Toten und das gemeinsame Erinnern im Vordergrund. 1995 wurde die Anlage renoviert und die Schrifttafeln erneuert. Dabei entfernte man auch die Namen der Gefallenen aus Bürmoos, da dort inzwischen ein eigenes Denkmal besteht.
Bis heute ist das Kriegerdenkmal ein fester Bestandteil von Lamprechtshausen. Bei Gedenkfeiern wird hier der Toten gedacht, zugleich bleibt der Platz ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr die Kriege des 20. Jahrhunderts auch das Leben in der Gemeinde geprägt haben.
Aus heutiger Sicht werden Kriegerdenkmäler nicht nur als Erinnerungsorte verstanden, sondern auch kritisch betrachtet. Viele entstanden in einer Zeit, in der Opferbereitschaft und militärische Tugenden stark im Vordergrund standen. Heute fragt man stärker danach, wie sich würdevoll erinnern lässt, ohne Krieg zu verklären. So können solche Denkmäler auch Anlass sein, über Frieden, Verantwortung und die Folgen von Gewalt nachzudenken.
Siehe auch:
Die dunkelste Stunde der Gemeinde >

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