Es gibt Alternativen zur militärischen Verteidigung

Frieden | Grafik von Agustin Castilla-Avila

Frieden | Grafik von Agustin Castilla-Avila

Jetzt wollen die Regierung der Schweiz, der Bundesrat und das Parlament die Zulassung zum Zivildienst verschärfen. Bundesrat und Parlament wollen sicherstellen, dass der Zivildienst eine Ausnahme bleibt. Darüber wird am 14. Juni 2026 abgestimmt. Falls die Zulassung zum Zivildienst in der Schweiz verschärft wird, rechnet man damit, dass noch mehr junge Männer versuchen, den sogenannten «blauen Weg» zu wählen, um nicht ins Militär gehen zu müssen. Sie lassen sich von einem Arzt oder Psychiater als untauglich begutachten. Andere werden sich ins Ausland absetzen.

Heinrich Frei

Von Heinrich Frei, Zürich, Schweiz

In der Neuen Zürcher Zeitung war zu dieser Abstimmung zu lesen: «Die Vorlage vom 14. Juni ist ein erster Schritt zur Wehrgerechtigkeit. Doch das Militär ist auch dafür verantwortlich, den Jungen mehr Sinnhaftigkeit zu vermitteln» («Der Zivildienst muss an Reiz verlieren» von Selina Berner, Neue Zürcher Zeitung, 4. Juni 2026)

Den Jungen die Sinnhaftigkeit der Armee zu erklären, wird schwierig sein. Ein Verteidigungskrieg in der dicht besiedelten Schweiz hätte verheerende Folgen, wie heute in der Ukraine. Dort sind bisher einige hunderttausend Soldaten und Zivilisten getötet oder verletzt worden. Flächen der Ukraine, die grösser sind als die Schweiz, sind mit Minen, Bomben, Streubombenprojektilen und Uranmunition verseucht. Bevor diese Gebiete nicht entmint sind, können sie landwirtschaftlich nicht genutzt werden. In einem militärischen Verteidigungskrieg in der Schweiz könnten auch die Atomkraftwerke Beznau 1 und 2, Gösgen oder Leibstadt durch einen Beschuss beschädigt werden und hochgehen wie Tschernobyl oder Fukushima. Dadurch würden grosse Teile des Schweizer Mittellands, in dem die meisten Menschen leben, radioaktiv verseucht und unbewohnbar.

Angesichts des Krieges in der Ukraine ist heute aber die Meinung weit verbreitet, es müsse aufgerüstet werden. «Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg», kriegstüchtig sollen wir werden. Es gilt: Es gibt keine Alternative zur militärischen Verteidigung. Aber es gibt solche Alternativen; auch in all den Kriegen der letzten Jahrzehnte hätten sie zum Zuge kommen müssen, auch in den kolonialen Befreiungskriegen in Vietnam, Algerien, Mozambique usw.

Um sich vom Joch einer Diktatur zu befreien, um sich zu verteidigen, um politische und gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen, sind gewaltfreie Aktionen erfolgreicher als gewaltsames Vorgehen mit Waffengewalt. Die Arbeiterbewegung, die internationale Bürgerrechts- und Antikriegsbewegung haben mit gewaltlosen Aktionen viel erreicht. Unter anderen sind Henry David Thoreau, Leo Tolstoi, Mahatma Gandhi, Louis Lecoin, Max Dätwyler, Martin Luther King, Danilo Dolci, Gene Sharp, Theodor Ebert Vorbilder und Experten dieser Bewegung.

Angesichts des Krieges in der Ukraine ist heute aber die Meinung weit verbreitet, es müsse aufgerüstet werden. «Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg», kriegstüchtig sollen wir werden. Es gilt: Es gibt keine Alternative zur militärischen Verteidigung. Aber es gibt solche Alternativen, auch in all den Kriegen der letzten Jahrzehnte hätten sie Zuge kommen müssen, auch in den kolonialen Befreiungskriegen in Vietnam, Algerien, Mozambique, usw.

Um sich vom Joch einer Diktatur zu befreien, um sich zu verteidigen, um politische und gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen sind gewaltfreie Aktionen erfolgreicher als gewaltsames Vorgehen mit Waffengewalt. Die Arbeiterbewegung, die internationale Bürgerrechts- und Antikriegsbewegung haben mit gewaltlosen Aktionen viel erreicht. Unter anderen sind Henry David Thoreau, Leo Tolstoi, Mahatma Gandhi, Louis Lecoin, Max Dätwyler, Martin Luther King, Danilo Dolci, Gene Sharp, Theodor Ebert, Vorbilder und Experten dieser Bewegung.

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