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Kurator:innenführung | Paradise Lost. Die Tapisserien des Salzburger Doms
Juni 28, 2025 @ 11:00 – 12:00

Vom Paradies und den Folgen des Sündenfalls
Von Adam und Eva und ihren Söhnen Kain und Abel erzählen die sechs prachtvollen Bilder aus Wolle und Seide, die in der Brüsseler Werkstatt des Jan Aerts (tätig 1614–1635) nach älteren Vorlagen des Malers Michiel Coxcie (1499–1592) entstanden sind. Wann sie in den Dom gelangt sind und wer sie gestiftet hat, ist nicht zweifelsfrei überliefert. Die Ausstellung im Nordoratorium bietet die einmalige Gelegenheit, die großformatigen, detailreichen Tapisserien aus der Nähe zu betrachten.
Erstmals können alle sechs prachtvollen Tapisserien, die in Brüssel im 17. Jahrhundert aus Wolle und Seide hergestellt wurden, mit ihrer Fülle an Details aus der Nähe betrachtet werden.
Zum Domschatz gehören sechs, in der Manufaktur des Jan Aerts (tätig 1614 bis 1635) in Brüssel, in langwieriger Handarbeit aus Wolle und Seide gewirkte Tapisserien mit Szenen aus der Genesis:
Szenen zu Adam und Eva, Kain und Abel (Gen 2-4)
1. Gott entlässt Adam ins Paradies
2. Die Erschaffung Evas und das Verbot vom Baum der Erkenntnis zu essen
3. Adams und Evas Arbeit nach dem Sündenfall
4. Das Opfer von Kain und Abel
5. Kain erschlägt Abel
6. Gott verflucht Kain oder Kain flieht vor dem Zorn Gottes
Die größte misst 414 x 710 cm, die kleinste 417 x 440 cm. Der vielbeschäftigte, von Raffael beeinflusste Maler Michiel Coxcie (um 1499–1592) aus Mechelen entwarf die Bilder zur Genesis ursprünglich für Tapisserien, die der polnische König Sigismund II. August vor 1550 in Brüssel zur Ausstattung von Schloss Wawel in Krakau bestellte.
Nach denselben Vorlagen entstanden weitere Serien in unterschiedlichen Manufakturen: mit anderen Bordüren um 1555 die Serie des Bayerischen Nationalmuseums und der Bayerischen Schlösserverwaltung, mit gleicher Bordüre wie in Salzburg die Serie von Schloss La Granja de San Ildefonso bei Segovia (um 1640) sowie mit anderer Bordüre die Serie der Kathedrale von Burgos (1625/1635) – jedoch ebenfalls von Jan Aerts. Zwei Einzelstücke (um 1640/1660) befinden sich im Großfürstlichen Schloss in Vilnius. Eine letzte, um 1670 in kleineren Formaten hergestellte Serie schmückt die Villa Hügel in Essen.
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