Die aktuelle Ausstellung von Bettina Patermo in der L.art Galerie Salzburg zeigt eindrucksvoll, wie zentral Farbe für das Denken und Arbeiten der Künstlerin ist. Ihre Malerei bewegt sich zwischen Figuration und Abstraktion und stellt grundlegende Fragen: nach menschlicher Existenz, nach Beziehungen – zur Natur, zueinander und zum größeren Ganzen.

Von Karl Traintinger
In den Bildern tauchen Figuren auf, oft grotesk, fragmentarisch oder nur angedeutet. Sie scheinen miteinander zu interagieren und bleiben doch geheimnisvoll auf Distanz. Gerade darin liegt ihre Stärke: Die Werke fordern keine eindeutigen Lesarten ein, sondern laden dazu ein, selbst in Beziehung zu treten und eigene Spiegelungen zu entdecken. Humor spielt dabei eine wichtige Rolle. Er durchbricht das Schwere, öffnet neue Zugänge und macht das Unerwartete sichtbar.
Patermos Leinwände sind Schauplätze von Energie: breite Gesten, kraftvolle Farbflächen, Schichtungen und Übermalungen erinnern beinahe an Naturgewalten. Gleichzeitig tauchen immer wieder fragile, stille Momente auf – wie innere Landschaften, die spürbar, aber nicht vollständig greifbar sind. Besonders spannend ist das Wechselspiel zwischen Dynamik und Verletzlichkeit, das den Arbeiten eine große emotionale Dichte verleiht.
Die Ausstellung macht deutlich, wie sehr sich Bedeutung durch den Ausstellungszusammenhang verändert. Für die Künstlerin ist dieser Moment Abschluss einer intensiven Arbeitsphase und zugleich Ausgangspunkt für Neues. Für die Besucher*innen eröffnet sich ein Resonanzraum, in dem Farbe, Gestalt und Inhalt lange nachwirken.






Bettina Patermo wurde in Oberösterreich geboren und hat familiäre Wurzeln in Sizilien. Sie studierte Malerei und Grafik an der Kunstuniversität Linz sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien, unter anderem bei Gunter Damisch und Hubert Schmalix (Diplom 2000). Heute lebt und arbeitet sie in Wien. Ihre farbintensiven Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt und beschäftigen sich mit Themen wie Identität, Freiheit, Wahrnehmung und Zusammenleben.
Bettina Patermo
Salzburg, Linzergasse 25
Bis 17. Jänner 2026

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