In der Schweiz tötet laut Angaben von Fachstellen und Medienberichten etwa alle zwei Wochen ein Mann seine Partnerin oder eine Angehörige. Jacqueline Fehr, Zürcher Regierungsrätin und Vorsteherin der Direktion der Justiz und des Innern, kritisiert, dass einzelne Kantone bei der Umsetzung bereits beschlossener Maßnahmen gegen häusliche Gewalt nur langsam vorankommen. Dazu gehören unter anderem eine Notfallnummer, ausreichend Frauenhausplätze und der Ausbau elektronischer Überwachungsmöglichkeiten.

Von Heinrich Frei, Zürich, Schweiz
«Femizide. Jacqueline Fehr kritisiert das Zögern anderer Kantone» von Alexandra Aregger und Jacqueline Büchi, Tages-Anzeiger, 8. April 2026
Die Diskussion über Gewalt gegen Frauen wird auch von gesellschaftlichen und familiären Prägungen geprägt. In einem Beitrag auf dem Manova-Magazin wird argumentiert, dass patriarchale Denkmuster weiterhin verbreitet seien und sich in Beziehungen problematisch auswirken könnten. Risse in der Kinderseele | Manova-Magazin
Waffen und Suizidprävention
Fachorganisationen verweisen seit Längerem darauf, dass der Zugang zu Schusswaffen eine Rolle bei Suiziden und Tötungsdelikten spielen kann. Aus ihrer Sicht ist es daher wichtig, den Zugang zu Waffen stärker zu regulieren. Wer nicht regelmässig als Sportschütze aktiv ist, solle Waffen nicht zu Hause aufbewahren.
In der Schweiz behalten Soldaten ihre persönliche Waffe nach dem Militärdienst in der Regel zu Hause. Die Munition darf seit 2007 nicht mehr mit nach Hause genommen werden. Diese Regelung wurde unter anderem mit dem Ziel eingeführt, die Zahl der Suizide mit Schusswaffen zu senken. Im vergangenen Jahr beantragte eine Mehrheit der Sicherheitspolitischen Kommission des Ständerates, die Munition wieder zu Hause zu lagern; begründet wurde dies mit der sicherheitspolitischen Lage und dem Krieg in der Ukraine.
Munition wieder zu Hause – das will die Sicherheitspolitische Kommission – SRF News
Der Ständerat lehnte den Vorstoss deutlich ab: 31 Mitglieder stimmten dagegen, 9 dafür, 3 enthielten sich.
SVP-Vorstoss gescheitert: Keine Munition für zu Hause

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